Hypnose: So werden Sie erfolgreicher Nichtraucher

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Schluss mit dem Qualm!

Sieben Sekunden nach dem ersten Zug ist noch alles gut. Das Gehirn signalisiert Wohlbefinden. Nikotinmoleküle haben nun die Blut-Hirn-Schranke passiert, heften sich an Nervenzellen und steuern deren Aktivität. Das Schlimme daran: Der Suchtstoff wirkt direkt auf das Belohnungszentrum (Nucleus accumbens) im Gehirn und stimuliert es so, als wäre das Rauchen ein für uns lebenswichtiger Vorgang.

Glückshormone wie Dopamin, Serotonin und Endorphine werden ausgeschüttet – das Gehirn wird vom Nikotin geschickt manipuliert. Und so wartet es schon bald auf den nächsten Kick. Zigarettenverzicht ist daher wirklich harte Arbeit.

Verborgene Kräfte aktivieren

Was geht im Kopf eines Menschen vor, dessen Wille so stark ist, dass er diese Sucht besiegt? Und kann eigentlich jeder Raucher eine derartige Höchstleistung vollbringen? „Im Prinzip ja“, sagt der Psychologe Dr. Werner Ehrhard. „Vorausgesetzt, es gelingt ihm, die Kräfte seines Unterbewusstseins zu aktivieren, sie für seine Zwecke einzuspannen und sein Gehirn so zu programmieren, um notfalls einen Ersatz für die Sucht zu finden.“ Denn in Wahrheit ist unser Unterbewusstsein weitaus stärker als unser Bewusstsein.

So konnten Hirnforscher nachweisen, dass Sekunden bevor Testpersonen sich entschlossen, etwas zu tun, bereits Erregungszustände im Mandelkern (Amygdala), der unbewusste Prozesse steuert, nachweisbar sind. „Unser Unterbewusstsein reagiert viel schneller, als unser Verstand überhaupt eingreifen kann, und lässt uns immer wieder Dinge tun, die wir eigentlich gar nicht wollen. Wie z.B. Zigaretten rauchen oder zu viel essen“, so Ehrhard.

Wir können das Unterbewusstsein jedoch zu unserem Verbündeten machen. Der einfachste Weg: Hypnose. Stars wie Sarah Connor und Matt Damon nutzen die Hypnose bereits, um abzunehmen, Stress abzubauen oder sich von lästigen Gewohnheiten zu befreien. Aber was passiert im Körper während der Hypnose?

Das Gehirn sanft „umprogrammieren“

Mithilfe von Hirn-Scans konnten Forscher zeigen, dass es möglich ist, durch Hypnose die Erregungsaktivität im Gehirn auf eine sehr kleine Region zu begrenzen. Alle anderen Zonen werden weitgehend ausgeschaltet. Hypnotisiert nehmen wir nur das wahr, worauf wir uns gerade konzentrieren. Alles andere wird ausgeblendet. Hypnose öffnet die Tür zum Unterbewusstsein und kann uns dadurch helfen, bestimmte Vorhaben wie z.B. „mit dem Rauchen aufhören“ endlich in die Tat umzusetzen. Denn in Trance können wir Programme umschreiben – und das ohne großen Aufwand.

So vermittelt Hypnose durch vorgegebene Bilder, z. B. wie sinnlos und ungesund das Rauchen ist. Diese Botschaften werden fest im Unterbewussten verankert. Der Verzicht fällt somit deutlich leichter.

Investition in die eigene Gesundheit

Selbst der beste Mentaltrainer kann niemanden gegen seinen Willen beeinflussen. Die Technik funktioniert nur, wenn der Patient offen und bereit für tiefgreifende Veränderungen ist. Dann kann Hypnose helfen, den täglichen Versuchungen standzuhalten.

Die Erfolgsquote liegt zwischen 90 und 95 Prozent. Die Kosten: etwa 250 Euro. In der Regel reichen ein bis maximal zwei Termine, um dauerhaft rauchfrei zu werden. Bei der Therapeuten-Wahl hilft z. B. die Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (www.dghhypnose.de; Tel.: 025 41/88 07 60).

Was passiert in unserem Körper, nach dem wir die allerletzte Zigarette geraucht haben?

Nach 20 Minuten

… erreichen Herzschlag und Blutdruck wieder normale Werte. Gleichzeitig verbessert sich die Durchblutung – und darum normalisiert sich auch die Körpertemperatur in Händen und Füßen.

Nach 8 Stunden

… sinkt der Kohlenstoffmonoxid-Spiegel auf ein normales Niveau, weshalb das Blut die Organe wieder optimal mit Sauerstoff versorgt. Nach 24 Stunden verringert sich das Infarkt-Risiko.

Nach 9 Wochen

… arbeiten die feinen Lungenhärchen wieder problemlos. Diese transportieren Schleim und Schmutzstoffe heraus. Die Lungenfunktion verbessert sich um bis zu 30 Prozent.

Nach 1 Jahr

… ist das Risiko einer koronaren Herzerkrankung nur noch halb so hoch wie das eines Rauchers. Nach insgesamt zwei Jahren bewegt sich das Infarkt-Risiko im normalen Bereich.

Nach 5 Jahren

… hat sich die Wahrscheinlichkeit, Mund-, Kehlkopf-, Gebärmutter- oder Blasenkrebs zu bekommen, bereits halbiert. Zusätzlich sinkt das Schlaganfall-Risiko wieder auf das eines Nichtrauchers.

Nach 10 Jahren

… verringert sich das Lungenkrebs-Risiko im Vergleich zu einem Raucher um 50 Prozent. Die Gefahr, an Bauchspeicheldrüsen- oder Kehlkopfkrebs zu erkranken, nimmt ebenfalls ab.

Nach 15 Jahren

… entspricht die Wahrscheinlichkeit, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen, der eines Nichtrauchers. Der Langzeiteffekt: Laut US-Studien leben Nichtraucher 14 Jahre länger!

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