Hysterektomie: Muss ich meine Gebärmutter entfernen lassen?

hysterektomie
Bei jeder sechsten deutschen Frau mit Unterleibsbeschwerden zwischen 18 und 79 Jahren wird jährlich die Gebärmutter entfernt.
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Gebärmutterentfernung

Ein drückender Schmerz, ein Ziehen oder Stechen im Unterleib, Rückenschmerzen, übermäßige Blutungen oder häufiger starker Harndrang: Millionen Frauen leiden unter solchen teils heftigen Beschwerden. Besonders Rückenschmerzen in Verbindung mit Problemen im Unterbauch deuten darauf hin, dass die Gebärmutter die Ursache ist. Wenn kein Kinderwunsch mehr eine Rolle spielt, raten Frauenärzte in Deutschland sehr oft, die Gebärmutter entfernen zu lassen. Ist sie dann ein überflüssiges Organ? Nein. Experten empfehlen betroffenen Frauen: Überlegen Sie sich das mit der Hysterektomie ganz genau.

133 000 Frauen lassen sich jährlich die Gebärmutter entfernen

Bei jeder sechsten deutschen Frau mit Unterleibsbeschwerden zwischen 18 und 79 Jahren wird jährlich die Gebärmutter entfernt - das sind rund 133 000 Frauen, so ein Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Und fast die Häfte der Frauen, die sich der Operation unterzogen, waren immerhin erst zwischen 40 und 49 Jahren alt.

Belastender Eingriff Trotz fortschrittlicher Methoden: Die sogenannte Hysterektomie ist eine größere Operation. Über die Folgen sollte man genau Bescheid wissen. Es entsteht ein Loch im Beckenboden, das die Ärzte wieder verschließen müssen. Wundheilungsstörungen, Entzündungen, Verletzungen von Blase und Darm sind möglich, wenn auch selten. Die Entfernung kann auch seelisch belastend und das sexuelle Empfinden beeinträchtigt sein.

Manchmal unvermeidlich Allerdings: Bösartige Veränderungen an der Gebärmutter, dem Gebärmutterhals oder auch an den Eierstöcken machen eine Hysterektomie manchmal notwendig. Damit der Krebs nicht weiterwuchert oder in den Körper streut, wird er am besten herausoperiert. Aber der Anteil dieser unumgänglichen Operationen liegt gerade mal bei sechs Prozent, so die Statistik des RKI.

Die Alternativen zur Hysterektomie

Ein Ausweg ist möglich. Meistens führen starke Regelblutungen, eine Gebärmutter-Senkung oder - mit Abstand am häufigsten - Myome zu der Frage: Gebärmutterenfernung - ja oder nein? Das sind dann "Wahleingriffe". Das heißt, es gibt Alternativen. Myome kann man schonend ausschälen, sie zerstören, indem man ihnen die Blutversorgung abdreht (Embolisation) oder sie mit Ultraschall beschießt. Selbst bei vielen kleinen Myomen und wenn sie trotzdem weiterwachsen, gibt es die Möglichkeit, den Gebärmutterhals stehen zu lassen.

Recht auf eine zweite Meinung

Experten raten: Im Zweifel sollte man eine zweite ärztliche Meinung einholen. Das geht gut bei geplanten Eingriffen, wenn also bis zur OP noch Zeit ist. Bei Gebärmutterentfernungen ist das meist der Fall. Jeder gesetzlich oder privat versicherte Patient hat das Recht, bei Zweifeln an der geplanten Therapie einen anderen Arzt aufzusuchen, damit auch er die Sache beurteilt.

Das hilft, die Chancen und Risiken besser einzuschätzen. Patienten haben das Recht, ihre gesamten medizinischen Unterlagen (z. B. Befunde, Röntgenbilder) einzusehen und gegen eine Gebühr als Kopie mitzunehmen. Der Hausarzt, viele Krankenkassen und die Landesärztekammern helfen bei der Suche nach einem zweiten Facharzt.

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