Ice Bucket Challenge-Kritik: 250.000 Euro Jahresgehalt für die Präsidentin der ALS-Organisation

ice bucket challenge helene fischer
Leicht bekleidet bei der Ice Bucket Challenge: Auch Helene Fischer gönnte sich die eiskalte Dusche.
Foto: Facebook/ Helene Fischer

Absichten der ALS Association werden hinterfragt

Fließen die Spendengelder der Ice Bucket Challenge wirklich in die Forschung? Die Steuererklärung der ALS Association lässt anderes vermuten. Die enthüllt nämlich die ungewöhnlich hohen Gehälter der Mitarbeiter.

Die Ice Bucket Challenge ist derzeit in aller Munde. Sie ist der neueste Internet-Trend, hinter dem sich ursprünglich ein guter Zweck verbergen soll. Doch die ALS Association, in deren Forschung die Spendengelder fließen sollen, gerät zunehmend in die Kritik.

In der vergangenen Woche veröffentlichte die ALS Association (kurz ALSA) einen offiziellen Bericht über die bereits eingegangen Spendengelder. Die Zahlen spiegelt den weltweiten Erfolg der Ice Bucket Challenge deutlich wieder. Während im Jahr 2013 zwischen dem 29. Juli und 26 August 2,6 Millionen Dollar für die ALS-Forschung gespendet wurden, gingen in diesem Jahr in der gleichen Zeitperiode über 88 Millionen an Spendengeldern bei der ALSA ein.

Weltweit beteiligten sich zahlreiche Stars an der Spendenaktion. Auch deutsche Prominente wie Helene Fischer oder Handball-Star Stefan Kretzschmar ließen sich nicht lange bitten und gönnten sich eine eiskalte Dusche. Inzwischen macht die Ice Bucket Challenge auch bei Privatpersonen die Runde. Doch was passiert überhaupt mit den Spendengeldern?

Ein Großteil des an die ALSA gespendeten Geldes fließt offenbar nicht in die Forschung. Die Steuererklärung der Organisation zeigt dies deutlich, so ein Bericht des Wochenblatts. 2013 flossen nur 7,2 Millionen der insgesamt 26 Millionen, die gespendet wurden, in die ALS-Forschung. Auffällig sind vor allem die hohen Gehälter der Mitarbeiter. ALS-Präsidentin Jane H. Gilbert erhält zum Beispiel umgerechnet rund 250.000 Euro Jahresgehalt. Auch der Finanzchef erhält mit 150.000 Euro ein mehr als ungewöhnlich hohes Gehalt.

Ein großer Teil der Einnahmen fließt außerdem in die Organisation von Charity-Events. Auch der Verwaltungsapparat der ALS Association ist nach Angaben des Wochenblatts ein sehr hoher Kostenfaktor.

Wir können nur hoffen, dass die mithilfe der Ice Bucket Challenge gesammelten Gelder zum größten Teil für den Zweck verwendet werden, für den sie gedacht sind: die Erforschung und Bekämpfung der Krankheit ALS.

Kategorien: