„Ich bin kein perfekter Ehemann!“

ich bin kein perfekter ehemann

Interview mit Patrick Dempsey

Wir trafen Patrick Dempsey von „Grey’s Anatomy“ in L.A. Er plauderte über den Friseurbesuch, der sein Leben veränderte – und warum ihn das Image des einfühlsamen „TV-Doktors“ manchmal nervt.

JOY: Seit Sie in „Grey’s Anatomy“ den Arzt Derek „Dr. McDreamy“ Shepherd spielen, werden Sie von weiblichen Fans vergöttert. Wie fühlt sich das an? Patrick Dempsey : Die Rolle, die ich in der Serie spiele, ist ja eine sehr idealisierte Version von einem Mann – und ich bin nur das Objekt dieser Projektion. Wenn ich auf der Straße angesprochen werde, bemühe ich mich, höflich zu sein, obwohl ich oft sagen möchte: „Mann, heute bin ich total erschöpft, hatte einen schlechten Tag und möchte nur meine Ruhe haben!“ In die Fußstapfen des immer geduldigen Dr. McDreamy könnte ich nie treten.

Erwartet Ihre Frau jetzt auch von Ihnen, dass Sie einfühlsamer sind?Nein, es ist eher umgekehrt: Seit dem Erfolg der Serie haben wir sehr viel weniger Zeit füreinander. Bei Karriere, Kindern und einem 15-Stunden-Arbeitstag bleibt die Romantik leider manchmal auf der Strecke. Ich liebe meine Frau über alles, aber derzeit bin ich wahrlich kein perfekter Ehemann.

Auf lange Sicht werden wir aus Los Angeles wegziehen. Ich möchte, dass meine Kinder in einer normalen Umgebung groß werden. Ich bin in Maine auf dem Land aufgewachsen und ich wünsche mir dasselbe für meine Kinder. L.A. ist perfekt zum Arbeiten, aber es ist schwer, auf dem Boden zu bleiben. Diese Stadt führt einem täglich vor Augen, was man nicht ist.

„Verknallte Männer machen sich oft zum Deppen“

Was genau stört Sie an Los Angeles?Jeder richtet sich nach den angesagten Stars und denkt, man müsse genauso sein, um Erfolg zu haben. Dabei verlieren viele ihr eigenes Ich. Erfolg ist vergänglich. Ich bin mit Anfang 20 berühmt geworden (mit dem Gangsterfilm „Die wahren Bosse – Mobsters“). Und danach klingelte das Telefon jahrelang nicht mehr.

Die Folge war, dass ich mich hässlich und untalentiert fand. Ich wollte nicht mal mehr ins Kino gehen – aus Enttäuschung und Neid, weil ich keine Rollen bekam. Das hat sich durch „ Grey’s Anatomy “ geändert … Aber der Erfolg der Serie liegt nicht an meiner Person, sondern am Kollektiv: den Autoren, der Musik und der Crew. Der Nachteil ist, dass ich jetzt noch härter arbeiten muss als vorher. Denn jeder beobachtet einen genau. Meine Frau hilft mir, diesem Druck standzuhalten.

Wo haben Sie sich kennen gelernt?Vor 13 Jahren ging ich in einen Friseursalon zum Haareschneiden. Jillian war die Besitzerin. Ich kann mich noch genau daran erinnern, was sie anhatte: eine blaue Bluse und eine schwarze Hose. Ich sah sie und wusste sofort, dass ich sie heiraten würde . 1999 war es dann soweit. Mittlerweile haben wir drei Kinder: Erst kam Tochter Tallulah und am 1. Februar 2007 wurden unsere Zwillingssöhne Sullivan und Darby geboren.Waren Sie nicht schon mal verheiratet?Ja, mit Anfang 20 war ich fünf Jahre lang mit einer Frau verheiratet, die fast doppelt so alt war wie ich. Doch unsere Beziehung wurde schnell zur Katastrophe, da wir beide ganz verschiedene Lebensphasen durchmachten. Ich habe aber viel von ihr gelernt – im Bett und außerhalb (lacht)!

Sie sind mittlerweile 41. Wie halten Sie sich fit?Ich versuche, würdevoll zu altern und nicht neurotisch zu werden. Ich verzichte schweren Herzens auf Brot. Außerdem gehe ich joggen, ins Fitnessstudio und fahre hobbymäßig Autorennen. Ich habe ein Faible für Oldtimer. Zu meinem 40. Geburtstag schenkte mir meine Frau einen Mercedes Benz von 1969 und ich besitze den Porsche aus dem Film „Top Gun“. Ein Nachteil jenseits der 40: Meine Haare sind ein Albtraum, sie werden langsam grau! Bald muss ich meine Frau bitten, sie zu färben (grinst).

Wären Sie im wirklichen Leben auch ein guter Arzt? Ich denke schon, aber ich hätte nicht die Geduld, so lange zu studieren. Aber: Je mehr ich beim Drehen über Medizin lerne, umso mehr Spaß macht es mir, einen Arzt zu spielen. Die Rolle ist magisch! Ich ziehe einfach einen weißen Kittel an und fühle mich mächtig, intelligent und attraktiv.

Für Ihre neue Komödie „Made of Honor“ schlüpfen Sie in Frauenkleider. Sehen wir so was jetzt öfter? Eher nicht (lacht). Ich spiele einen Mann, der in eine verlobte Frau verliebt ist . Als sie ihn bittet, ihr Trauzeuge zu werden, tut er alles – um die Hochzeit zu verhindern. Verknallte Männer machen sich halt oft zum Deppen (lacht). COSMOPOLITAN Online: Das große Sex and the City-Special >>

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