"Ich bin zum zweiten Mal dem Tod davongelaufen"

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Miriam Pielhau lief während der Chemotherapie einen Halbmarathon. Sie wollte trotz Kankheit ein "ganz normales Leben" führen
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TV-Moderatorin Miriam Pielhau

Als Miriam Pielhau erfuhr, dass sie an Brustkrebst erkrankt ist, war sie gerade 33 Jahre alt. Eine Schock-Diagnose für die junge TV-Moderatorin („Big Brother“, RTL2), denn sie fühlte sich gesund, trieb Sport, achtete auf ihre Ernährung. Jetzt erzählt sie in NEUE POST von den schrecklichsten Momenten ihres Lebens und wie sie die tödliche Krankheit besiegte.

Die wichtigste Frage zuerst – wie geht es Ihnen?

Miriam Pielhau : Gut. Ich fühle mich stark. Auch wenn man erst in fünf Jahren sicher sein kann, dass der Krebs nicht mehr wiederkommt.

Was hat Sie dazu bewogen, mit Ihrem sehr privaten Krebs-Tagebuch an die Öffentlichkeit zu gehen?

Miriam Pielhau: Die meisten Krebsbiografien, die ich gelesen habe, fand ich depressiv. Ich wollte ein Buch schreiben, das Hoffnung macht. Denn wenn die Seele auf kämpfen eingerichtet ist, dann zieht der Körper nach.

Wie haben Sie gemerkt, dass etwas nicht stimmt?

Miriam Pielhau: Beim Abtasten der Brust. Ich bin zur Ärztin gegangen, die hat mich zur Mammografie geschickt. Und dort hat man dann sehr viel Mikrokalk in der Brust entdeckt, eine Vorstufe von Krebs. Dann kamen die Tests...

Wie empfanden Sie diese Zeit der Ungewissheit?

Miriam Pielhau: Ich war wie in Watte gepackt. Ich wollte es nicht wahrhaben. Als ich dann die Diagnose "nicht gutartig" gehört habe, habe ich das Wort "Krebs" gar nicht denken können. Es ist so, als ob die Seele sich vor diesem seelischen Unfall, der da kommt, schützen will.

Welche war die schlimmste Phase der Erkrankung?

Miriam Pielhau: Das war vor der OP. Ich habe die nackte Angst vor dem Tod gefühlt. Es ist wie ein Eisbeutel, der in die Ein¬geweide sackt. Gleichzeitig wird einem von hier auf jetzt schlecht und schwarz vor Augen. In dem Moment ist man sich sicher, nur noch wenige Sekunden zu leben.

Wie konnten Sie diese Angst überwinden?

Miriam Pielhau: Indem ich mich aktiv meiner Krankheit gestellt habe. Ich habe mir etwa eine Glatze rasiert, bevor mir die Haare durch die Chemotherapie ausgefallen sind. Ich wollte nicht passiv abwarten, bis die Krankheit etwas mit mir macht, sondern selbst die Sache in die Hand nehmen.

...und deshalb sind Sie während der Chemothera¬pie einen Halbmarathon in Berlin gelaufen?

Miriam Pielhau: Ich bin im wahrsten Sinne dem Schicksal davongelaufen. Und das zum zweiten Mal. 2004 bin ich im Thailand-Urlaub beinahe von der Tsunami-Welle überrollt worden und um mein Leben gerannt.

Wie hat die Krankheit Ihr Leben verändert?

Miriam Pielhau: Früher hatte ich Tage, da war ich morgens in Köln, mittags in Berlin, abends in Hamburg. Heute genieße ich es, mal nichts zu tun zu haben.

Wie hat Ihr Partner auf die Ereignisse reagiert?

Miriam Pielhau: Er hat mir immer zur Seite gestanden. Obwohl es für ihn schlimmer war, weil er nicht aktiv handeln konnte wie ich. Es hat uns noch näher zusammengebracht.

Planen Sie nun, eine Familie zu gründen?

Miriam Pielhau: Ja, das wäre jetzt sehr schön.

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