Ich finde mich toll!

ich finde mich toll
Frauen
Foto: Frank Lother Lange

Zufrieden mit sich selbst

Fast jede Frau ist mit ihrem Aussehen unzufrieden. Kein Grund für Selbstzweifel, sagen diese JOY-Leserinnen – und berichten, wie sie der Perfektionsfalle entkamen und sich und ihren Body lieben lernten.

Positive Austrahlung

„Ich finde mich auch mollig schön, weil ich mit mir im Reinen bin!“

Maria, 29, Osnabrück, angehende Musikpädagogin

Früher mochte ich in keinen Spiegel gucken. Ich wog 85 Kilo bei einer Größe von 1,55 Metern. Beim Schulsport dachte ich mir jede Woche neue Ausreden aus, ich hasste die Blicke der Jungs und das Umziehen. Durch meine Hobbys Tanzen und Laufen habe ich mittlerweile zehn Kilo verloren, eine Modelfigur besitze ich aber nach wie vor nicht. Aber ich fühle mich heute schön. Ich finde, Schönheit hat vor allem damit zu tun, mit sich und seiner Seele im Reinen zu sein und etwas Positives auszustrahlen. Ich singe im Gospelchor, dadurch habe ich gelernt, dass schöne Töne auch immer an Gefühle gekoppelt sind und viel mit der inneren Einstellung zu tun haben.

Singen schenkte ihr mehr Selbstvertrauen

Genauso, denke ich, ist es auch mit der äußeren Schönheit, ein schöner Mensch muss nicht unbedingt perfekte Proportionen haben, sondern sich einfach nur in seinem Körper wohlfühlen – denn das strahlt man dann auch aus. Das Singen ist für mein Selbstgefühl enorm wichtig – und deswegen auch viel mehr als ein Hobby: Ich mache zurzeit eine Ausbildung zur Musikpädagogin, singe neben dem Gospelchor auch in einer Band und leite einen Kinderchor. Das positive Feedback, das ich nach den Proben und Auftritten bekomme, ist immer wieder der schönste Push für mein Selbstvertrauen!Mein Be-happy-Tipp

Wenn ich mal down bin, laufe ich eine Runde im Wald – das weckt sofort die Glückshormone!

Tanzen macht happy

„Ballett schenkt automatisch mehr Anmut – und liftet die Seele“

Ricarda, 24, Köln, Psysiotherapeutin

Mit 13 bekam ich meine erste Brille und war erst total ängstlich. Damals wollte ich unbedingt Tänzerin werden – und nicht wie eine Sekretärin aussehen. Bis mir meine Lehrerin eine niederschmetternde Beurteilung gab: Für eine Ballerina wäre ich mit 1,79 Meter zu groß und zu schwer. Klar, dass ich mich danach auch plump fühlte. Zumal ich sehr gerne Süßes esse. Zwei Jahre später musste ich wegen eines kaputten Knies meinen Traum von einer Ballettkarriere endgültig aufgeben.

Ballett ist wie ein Lifting für die Seele

Aber ich wollte anderen helfen, wenn ich schon selbst nicht mehr tanzen konnte. Deshalb studierte ich Physiotherapie. Die beste Idee meines Lebens, denn ich finde es toll, wenn ich Patienten ihre Schmerzen nehmen kann. Inzwischen tanze ich sogar wieder selbst, als Hobby. Egal, ob zu groß oder zu pummelig: Wer Ballett macht, bekommt automatisch mehr Anmut – und ein Lifting für die Seele ist es auch! Meine Kurzsichtigkeit habe ich übrigens zum Markenzeichen gemacht: Kontaktlinsen kämen für mich nicht infrage, ich leiste mir lieber jedes Jahr eine schicke neue Brille!

Mein Be-happy-Tipp

Tanzen ist ein absoluter Ego-Booster! Es muss ja nicht Ballett sein, auch zu Hause auspowern zu Popmusik ist super.

Natürlichkeit gewinnt

„Make-up oder High Heels brauche ich nicht!“

Manu, 28, Dingolfing, Buchhaltungskraft

Mir ist egal, was andere von mir denken. Genau dafür mag ich mich inzwischen. Als Teenie war ich unsicher und verschlossen, hatte Angst vor dem Urteil anderer – bis ich in der Abschlussklasse meine beste Freundin Elisabeth kennenlernte. Ihr waren meine Schwächen – ich litt unter Pickeln und war immer schnell auf 180 – egal, sie machte mich dafür auf meine Stärke aufmerksam: mein großes Herz.

Persönlichkeit zählt

Ich fühle mich schön, weil ich bin, wie ich bin. Das hat nicht nur mit dem Aussehen zu tun, sondern mit meiner Persönlichkeit! Ich verstelle mich nicht – Männer sagen mir oft, dass sie gerade diese ungeschminkte , natürliche Art besonders toll finden.

Mein Be-happy-Tipp

Geschwindigkeit: Eine Fahrt auf Inlineskates oder mit dem Fahrrad wirkt Wunder!

Die eigene Schönheit entdecken

„Ein einfaches Kompliment öffnete mir die Augen!“

Lisa, 19, Westheim, Zahntechnik-Azubi

Früher wurde ich wegen meiner störrischen Haare veräppelt – und ich litt. Vor drei Jahren aber sagte mir eine Dame auf der Straße: „Oh, sind Ihre Locken schön, Sie sehen aus wie ein Engel!“ Das hat schlagartig etwas in mir verändert: Ich hörte auf, dem Schönheitsideal – dürr, mit glatten Haaren – nachzujagen und stand zu dem, was ich bin: feminin und mit Locken. Mit allem, was dazugehört!

Zeichnen macht glücklich

Ich pflege meine Haare jeden zweiten Tag über eine Stunde lang, allein das Föhnen dauert 45 Minuten. Vor vier Monaten lernte ich meinen Freund Thomas kennen. Sein dritter Satz zu mir war: „Mensch, hast du tolle Haare !“ Und wenn ich mich an einem schlechten Tag mal unwohl in meiner Haut fühle, dann zeichne ich. Darin kann ich mich völlig verlieren – und am Ende bin ich stolz auf das Ergebnis!

Mein Be-happy-Tipp

Den Schrank entmüllen und die Kleider nach Farben ordnen macht sofort glücklich.

Ab und zu muss man sich etwas gönnen

„Die Hauptsache ist, dass das Gesamtbild stimmt“

Taleja, 27, Frankfurt, Wirtschaftsstudentin

Mit dem Muttermal am linken Oberarm und meinen großen Füßen – ich trage Größe 40 – bin ich nicht makellos. Aber Schönheit liegt stets im Auge des Betrachters! Ich betrachte mich gerne und stehe dazu, dass ich mich schön finde. Seit ich 17 bin, trage ich keine Levi’s mehr, sondern elegante Kleidung. Von da ab wurde ich viel ernster genommen! Oft ist es gar nicht leicht zu beschreiben, warum eine Person, die einen Raum betritt, plötzlich alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Sicheres Auftreten ist wichtig

Ich glaube, selbstsicheres Auftreten und eine aufrechte Haltung sind der erste Schritt, um auf andere Menschen attraktiv zu wirken. Daher übe ich regelmäßig Bauchtanz, schminke mich und gebe etwa 100 Euro pro Monat für Kleidung aus. Natürlich soll nicht nur die Hülle, sondern auch der Inhalt stimmen. Ich bin eine gute Zuhörerin und ziemlich belesen. Das kam mir im TV-Quiz „Duell im Ersten“ zugute, bei dem ich 20.000 Euro gewonnen habe! Immer wenn ich mal down bin, schaue ich mir das Video davon an.

Mein Be-happy-Tipp

Leisten Sie sich ein Shooting bei einem Profifotografen und hängen Sie das beste Bild auf!

Auch Mamas brauchen Verwöhntage

„Ich bin Vollblut-Mama – aber alle vier Wochen geht’s zum Edelfriseur!“

Jessica, 33, München, Tourismus-Fachwirtin

Meine Tochter Leah (5) war als Baby und Kleinkind extrem fordernd. Ich konnte sie keine Sekunde weglegen, sie hat sofort geschrien. Dadurch kam ich kaum zum Schlafen, hatte ständig Augenringe und nie genug Zeit für mich. Nur ein Ritual habe ich mir immer gegönnt, das hat mich in dieser Zeit „gerettet“: der monatliche Besuch in meinem Münchner Salon „Haarprojekt“. 120 Euro zahle ich für die Haare, dazu noch 50 Euro für die Maniküre.

Nach dem Friseurbesuch ging es ihr besser

Viel Geld, aber danach geht es mir jedes Mal richtig gut! Deswegen leiste ich mir das immer noch regelmäßig, ganz ohne schlechtes Gewissen. Für die Kraft und die Ausdauer, die ich anfangs mit Leah bewiesen habe, bewundere ich mich noch heute. Ich finde, ich habe mein Bestes gegeben. Leah ist ein tolles und selbstsicheres Kind. Ich selbst war ganz anders, unsicher, ängstlich und voller Selbstzweifel.

Deshalb wünschte ich mir umso mehr, Leah das zu ersparen. Und es macht mich superglücklich, dass ich das zusammen mit meinem Mann geschafft habe! Früher wurde ich gehänselt, weil ich dürr war und viel jünger aussah. Heute kommt mir genau das zugute: Ich werde oft auf Anfang 20 geschätzt und bin schlank ohne Diäten. In New York wurde ich sogar mal von einem Modelscout angesprochen, das hat mein Ego wahnsinnig gestreichelt!

Mein Be-happy-Tipp

Freundinnen einladen, Karaoke-Maschine oder Singstar anwerfen und aus vollem Hals mitsingen!

Den eigenen Typ finden

„Frauen wie Männer machen mir Komplimente für meine Tattoos“

Tanja, 31, Düsseldorf, KFZ-Mechanikerin

Seit ich denken kann, stehe ich auf Tätowierungen! Kurz nach meinem 18. Geburtstag ließ ich mir mein erstes Motiv stechen, ein Ornament um den Bauchnabel. Ich biss mir auf die Zunge, so weh tat es, aber das machte mich umso stolzer. Am liebsten wäre ich im Winter bauchfrei herumgelaufen! Ich finde, dass einen Tattoos stärker und unverwundbar machen. Mit den Jahren kamen immer mehr hinzu, heute sind es zwölf, meist asiatische Motive, Koi, Drachen, sie stehen für Stärke, Mut, Reichtum.

Tätowierungen sind sexy

Alle meine Exfreunde fanden die Kunstwerke sexy! Das hat mich doppelt darin bestärkt, mich schön zu fühlen, selbst wenn mein Po ruhig ein wenig kleiner sein könnte. Mittlerweile habe ich selbst Tätowieren gelernt und steche mir Motive, die ich entwerfe. Handwerklich begabt war ich schon immer, deshalb bewarb ich mich auch für die KFZ-Mechaniker-Lehre. Gerade mache ich meinen Meister und habe dann all die lieben Kollegen, die immer nur doofe Sprüche abfeuerten, abgehängt. Ich finde, ich bin eine starke Frau!

Mein Be-happy-Tipp

Manchmal schenke ich eine Kleinigkeit, die ich für mich gekauft habe, spontan einer Freundin – das verzaubert den ganzen Tag!

Mit Ehrgeiz nach oben

„Ich bin sehr ehrgeizig, kann mich aber auch verwöhnen“

Katja, 22, Köln, Studentin

Vor 13 Jahren kam ich mit meinen Eltern von St. Petersburg nach Köln. Ich konnte kein Deutsch, war dürr, trug eine Brille und fühlte mich in der Schule als Außenseiterin, weil ich wegen meiner Oberweite gehänselt wurde. Deshalb suchte ich mir etwas, womit ich glänzen konnte: Ich büffelte wie verrückt, durfte aufs Gymnasium – und schaffte das Abi mit einem Durchschnitt von 2,3! Heute spreche ich akzentfrei deutsch und studiere Erziehungswissenschaften. Beides macht mich unglaublich stolz!

Trotzdem muss manchmal ein Verwöhntag sein

Bei allem Ehrgeiz kann ich aber auch genießen, gönne mir ein tolles Essen oder gehe shoppen. Schön an mir finde ich vor allem meine Augen – mein Freund liebt die ganz besonders. Einmal lag überraschend eine kleine Schachtel von Swarovski in meiner Tasche. Es waren Ohrringe mit einem grünen Stein. „Die passen so gut zu deinen grünen Augen“, hat er gesagt. Ich glaube, erst durch ihn ist mir aufgefallen, wie schön sie sind.

Mein be-happy-Tipp

Das Schönste gerade jetzt im Herbst ist für mich erst ein Spaziergang im Regen, dann ein ausgiebiges Home Spa!

Den Körper lieben lernen

„Früher war ich magersüchtig – heute habe ich mich und meinen Körper lieben gelernt!“

Katharina, 21, Nürnberg, angehende Logopädin

Ich fühle mich schön – endlich! Das war nicht immer so: Als Teenager war ich magersüchtig, hatte mich auf 34 Kilo heruntergehungert. In der Therapie ermutigte man mich, unabhängig zu werden, mein Leben in die Hand zu nehmen. Mit 17 zog ich von zu Hause aus. Zwar fühlte es sich komisch an, plötzlich alles selbst zu entscheiden, aber ich fand es auch aufregend. Als ich merkte, wie gut ich für mich selbst sorgen kann, ging es mir Stück für Stück besser! Jeden Tag habe ich mir mit mantraartigen Sätzen wie „Du bist einzigartig und wichtig“ Mut zugesprochen.

Reiki hilft beim Entspannen

Heute wiege ich 50 Kilo und finde mich schön, meine großen, braunen Augen, meinen Mund, vor allem wenn ich lache. Zur Entspannung mache ich mehrmals pro Woche Reiki. Auch Sport , besonders Joggen, ist ganz wichtig für mich, um den Kopf freizubekommen und körperliche Grenzen zu spüren. Das ist nicht nur für eine schlanke, trainierte Figur gut, sondern auch für die Psyche! Meine beste Freundin sagt immer, ich hätte so ein funkenstrahlendes Lachen, das auch den schwärzesten Tag ein bisschen rosa macht. Das ist doch wahre Schönheit, oder?

Mein be-happy-Tipp

Bei schlechter Laune boxe ich fünf Minuten kräftig in ein Kissen – danach fühle ich mich sofort gelöst!

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