Ich habe zwei Männer

ich habe zwei maenner
Untreue in der Beziehung
Foto: Thinkstock, Privat
Inhalt
  1. Betrug der Liebe meines Lebens
  2. Unterdrückte Sehnsucht
  3. Männlich. Warm. Dunkel.
  4. Was wäre passiert ...
  5. Victor tut mir gut und weh
  6. Erotische Grundtemperatur
  7. Erotische Sehnsucht nach liebesferner Lust
  8. Seine Präsenz erregt mich
  9. Die Magie geht nicht verloren
  10. Ein berauschender erster Kuss
  11. Verzweiflung und Heimlichkeit sind mächtige Zauber
  12. Ich muss fort, sofort!
  13. Ein Ausrutscher
  14. Wilde Hoffnung
  15. Jetzt habe ich einen Liebhaber
  16. Die Scham, ist wie ein Dauerschmerz
  17. Ohne Victor könnte ich leben – vielleicht

Doppelleben in der Beziehung

Sie liebt den einen – und schläft mit dem anderen. Warum ein Mann manchmal nicht genug ist: Bekenntnis einer Untreuen.

Betrug der Liebe meines Lebens

Das erste Mal sehe ich den Mann, mit dem ich die Liebe meines Lebens betrügen werde, von hinten. Ein großer, schlanker Dunkelblonder in Jeans und italienischem Jackett wartet vor mir im Coffeeshop und bestellt das letzte Stück Zitronenkuchen. Auf mein enttäuschtes Seufzen hin dreht er sich um. Meergraue Augen, zu denen ich aufschauen muss, senkrechte Kerbe im Kinn, Lachfältchen. „Oder wollten Sie das haben?“, fragt er, seine Stimme tief, zweifarbig.

Unterdrückte Sehnsucht

„Nein, nein, schon gut, ich …“ – „Also ja?“ – „Ja.“ Nicht gerade famous first words. Ich habe mich später gefragt, ob etwas an mir die unterdrückte Sehnsucht signalisierte. Es heißt, Männer riechen es, wenn eine Frau mehr vom Leben will, als sie bekommt. Hatte Victor es gerochen? Er sagte später, es sei ein Reflex gewesen, den Kuchen anzubieten, nachdem wir uns in die Augen gesehen hatten. Ein Blick – und das Leben macht ein unmoralisches Angebot . Man kann es ignorieren, wenn einem nichts fehlt. Wenn aber Neugier, Sehnsucht und Eros in einem bestimmten Winkel aufeinandertreffen, verschieben sich alle Grenzen.

Männlich. Warm. Dunkel.

Wir bleiben beim Sie, als wir uns an die Theke setzen. Er macht alles richtig: Keinmal rutscht sein Blick in meinen Ausschnitt. Wir flirten nicht – wir sind ernst, fast bedächtig. Vielleicht erkennt man daran, ob eine Begegnung gefährlich ist: wenn es kein Flirt ist? Er hat eine Art, mich anzusehen, als ob nichts anderes wichtig wäre. „Sie lesen Bruce Chatwin?“ Er deutet auf das Buch „Traumpfade“, das aus meiner Handtasche lugt. Ich bin fast durch mit dem Roman über die „Songlines“, dem Glauben der Aborigines, die Welt existiere nur, weil sie herbeigesungen wurde.

„Wollen Sie es lesen?“, frage ich. Nur eine Sekunde, wieder nur ein Impuls, der die nächste Grenze verschiebt. Er beugt sich herüber. Ich kann ihn riechen. Männlich. Warm. Dunkel. Höre, wie er „Ja“ sagt, mit dieser zweifarbigen Stimme. „Ich lese es übers Wochenende“, verspricht er. „Am Montag bekommen Sie es wieder. Ich bin übrigens Victor.“ Ist das ein Date? Aber nein, es ist nur eine Zufallsbekanntschaft. Unter Bücherfreunden. In einem Café. Und es ist doch nichts passiert, nicht wahr? Nicht wahr.

Was wäre passiert ...

Denn dass ich meinem Freund Ben am Abend die Episode verheimliche, beweist, dass etwas passiert ist. Stattdessen erzähle ich detailreich, was ich den Tag über erlebt hatte. Heute weiß ich: Ich täuschte Offenheit vor, um zu überspielen, dass die Begegnung mit Victor mich elektrisiert hatte, – und wollte meine Aufregung in Wortfluten tarnen. Was wäre passiert, hätte ich Ben gesagt: „Ich habe einen Mann getroffen, ich werde ihn wiedersehen“, und dass wir nicht geflirtet hätten, sondern … ja, was? (Uns erkannt, wisperte eine Stimme, ich schob sie weg.)

Victor tut mir gut und weh

„Warum?“, hätte Ben gefragt. „Warum willst du ihn wiedersehen?“ Weil er mir gutgetan hat. Und weh. Victor hat mich daran erinnert, was ich noch haben will vom Leben. Ich hätte Ben sagen müssen: Ich liebe dich. Du trägst das Gesicht, das ich an meinem letzten Tag sehen will. Ich liebe es, wie wir uns beim Einschlafen an den Händen halten. Ich liebe dein Gelächter bei politisch inkorrekten Witzen und manchmal wünsche ich mir von dir eine Tochter, mit meinen Augen und deiner Sturheit, die deine Ehre verrät. Ich liebe die Klarheit, mit der du handelst und lebst, ich kann mit niemandem so gut tanzen, reden und sein wie mit dir.

Erotische Grundtemperatur

Aber, mein Herz, und das „Aber“ ist es: Aber es fehlt mir, dass du mich nicht wieder und wieder begehrst. Dass ich mir in meinem Körper so einsam vorkomme, weil du ihn seltener mit Lust berührst , als ich es brauche. Ich wünschte, die Liebe, die du für mich hast, hätte einen schwarzen Bruder: die Wollust. Aber jeder Mann kann nur lieben, wie er kann, nicht, wie er sollte – was hätte ich Ben also vorwerfen können: dass er kein Latin Lover ist, der entflammt, wenn ich nur „Hallo“ hauche?

Dass unsere erotische Grundtemperatur das Einzige ist, in dem wir nicht so klicken wie in allem anderen – ich: hungrig, er: gelassen? Es wäre eine Lüge zu behaupten, dass ich das alles an diesem Freitag wusste! Ich wusste nur, dass ich aufmerksamer registriere, was Ben mir entgegenbringt – und was nicht. Jede kleine oder eingebildete Ablehnung zähle ich, als ob ich Beweise dafür sammle, dass ich das Recht habe, einen Mangel zu beklagen. Er macht mir kein Kompliment über mein neues Kleid? Beweis. Er bricht den Gutenachtkuss eher ab als ich? Beweis!

Erotische Sehnsucht nach liebesferner Lust

Er reagiert nicht auf meine lasziven Blicke über die Sonntagszeitung hinweg? Beweis, Beweis, Beweis! Ich beginne, mir zu überlegen, was ich am Montag anziehe. Angefangen von den Dessous. Spätestens das hätte mir zu denken geben müssen. Dass ein Seitensprung niemals „einfach so passiert“. Er hat immer eine Vorgeschichte. Meine ist Trotz und eine tiefe erotische Sehnsucht nach liebesferner Lust. Victor hat mir Zitronenkuchen gekauft. Er steht auf, als ich in roten Highheels auf ihn zugehe, über sein Gesicht gleitet ein Lächeln.

Seine Präsenz erregt mich

So, wie ich bei Ben alle Zeichen der Zurückweisung registrierte, so inhaliere ich Victors Signale: sein Blick, der mir sagt, dass ihm gefällt, was er sieht. Die Art, wie er sich mir zuwendet, wenn er spricht – jede Geste verrät, dass auch ich ihm passiert bin wie er mir. Dennoch ist es so leicht, miteinander zu reden, über das Buch, über andere Bücher, über alles – bis auf eins: ob einer von uns in einer Beziehung ist. Seine physische Präsenz erregt mich. Ich werde feucht. Ich schaue uns von außen zu und sehe eine Frau und einen Mann, deren Körper eine ganz andere Sprache sprechen als ihre Münder. Willst du mich? Ja, ich will. Gefalle ich dir? Ja. Sehr.

Die Magie geht nicht verloren

Es ist Zeit zu gehen. Victor steht auf, ich muss den Kopf in den Nacken legen, um die meergrauen Augen zu sehen. Es wäre so einfach, uns zu küssen . Wir tun es nicht. „Ich muss dich wiedersehen“, sagt er. Ich sehe Victors Fantasien in seinen Augen und in seinen Fantasien sehe ich: mich. „Und deswegen muss ich dich fragen: Gibt es einen Mann in deinem Leben?“ Die Magie geht nicht verloren. Seine Frage impliziert keine Bedingung. Deswegen muss ich nicht lügen. Muss Ben nicht jetzt schon verraten.

Also sage ich: „Ja.“ Victor nickt. „Ich muss dich trotzdem wiedersehen“, sagt er. Heiser. „Wann?“ „Jederzeit.“ „In drei Stunden?“ Er gibt mir seine Adresse. Ich wünsche diese drei Stunden keiner Frau – und will sie niemals missen. Es ist, als ob ich in einen Spiegel schaue, der mich zeigt, wie ich mich 34 Jahre lang nicht habe sehen können: als Frau, die liebt, aber begreift, dass Lust nichts damit zu tun hat. Es sind erbitterte Kämpfe, die zwei Impulse in mir führen: „Tue, was dir guttut! Wenn du deine Sexualität weiter zähmst, dann wird deine unerfüllte Sehnsucht in dir anfangen zu faulen und dich verblühen lassen! Bleib dir treu!“

Ein berauschender erster Kuss

Der andere hält gegen: „Ben hat deine Treue verdient! Du willst ihn nicht verletzen und du weißt, dass du es kaum ertragen wirst, ihn anzulügen! Du wirst für immer einen Teil von dir vor ihm verstecken müssen, willst du das?“ Als ich drei Stunden später an Victors Tür klingele, pulsiert grelle Angst durch meine Adern. Was ist, wenn der Sex gut wird? Furchtbar. Was ist, wenn er schlecht ist? Furchtbar. Und doch muss es sein, ich muss herausfinden, was da so in mir wütet, dass ich es nicht bezähmen kann. Und auch nicht will.Ein berauschender erster Kuss

„Na endlich“, raunt er und küsst mich. Es ist ein berauschender erster Kuss und der zweite ist noch besser – es ist so gut, wie ich befürchtet habe. Ein Kommen und Gehen der Wellen, erst bedächtiges Tasten, dann rasendes Zerren, um fremde Haut auf fremde Haut zu drücken. Er ist mir so fremd, dieser Mann, und doch nicht. Ich mag, wie er riecht. Wie sein Körper reagiert, wenn ich ihn berühre.

Verzweiflung und Heimlichkeit sind mächtige Zauber

Und ich mag seinen Schwanz, er ist groß, er liegt gut in der Hand, seine Spitze ein hübscher Helm, der vor Sehnsucht zuckt und fast violett zwischen meinen Fingern glänzt. Aber am meisten verstört und berauscht mich, dass alles, was ich bin und was ich tue, ihn erregt. Er berührt mich und ist erregt, ich berühre ihn und er will mehr. Beängstigend. Als er zwischen meinen Schenkeln liegt, wallt die Angst noch einmal auf. Tiefe, weiße Angst. Gleich wird er in mich dringen. Gleich wird es aus sein mit der Treue, mit der Hoffnung, dass Liebe für alles reicht.

Verzweiflung und Heimlichkeit sind mächtige Zauber. Ich verschwinde für zwei Stunden auf eine Insel, so groß wie Victors Bett. Jenseits der Tür ist das wirkliche Leben – das hier hat nichts damit zu tun. Ich vergesse mich. Ben. Die andere Frau, die sonst da draußen herumläuft, die Verlässliche, die Fleißige, die ehrliche Freundin. Hier ist mein heimlicher Schatten: die Lustvolle. Sie hat ihren Schattenmann getroffen. Das erste Mal ist hitzig, lang, und dass ich mich in Victors Umarmung wohlfühle, bemerke ich, weil ich danach fast einschlafe.

Ich muss fort, sofort!

Er verführt mich ein zweites Mal , mit dem Mund, und während ich komme, gleitet er in mich. Ich lasse die Augen auf. Er sieht mich an, während er kommt, und wir erkennen einander. Ben sieht mir nie in die Augen, er liebt geschlossen – kaum ist dieser Gedanke da, weicht die Insel zurück. Ich schwimme, ertrinke – ich muss fort, sofort! Victor spürt meine Unruhe, er ist so klug, nichts zu sagen, außer: „Soll ich dich fahren?“

Nein, ich will weg von ihm und von derjenigen, die ich da eben war – ich will nach Hause, will mich Ben an die Brust werfen, ihn anflehen, mir aus diesem Abgrund zu helfen. Doch ich muss mich ganz alleine ertragen. Das ist die Strafe, die jeder, der betrügt, erhält. Aber sie hält von rein gar nichts ab. An diesem Abend sind Ben und ich nicht verabredet. Ich wasche Victors Geruch fort. Sein Sperma. Wir haben kein Kondom benutzt.

Ein Ausrutscher

Nur weil seine Wohnung freundlich eingerichtet ist, aufgeräumt und sauber, nahm ich an, er wäre es auch? Wie alt bin ich, 14? Als ich ins Bett flüchte, toben die Stimmen. Eine tröstet mich. „Spürst du, wie entspannt du bist? Wie schön du dich fühlst? War es nicht herrlich?“ Ja, verdammt, ja! Die andere, die zuschlägt: „Na? Jetzt weißt du, was dir fehlt bei Ben, nicht wahr? Jetzt ist das Loch größer geworden. Du hast es nicht anders verdient.“ Ja. Verdammt. Ja. Morgens beschließe ich, dass dieser Montag ein Ausrutscher war.

Frauen werden netter zu ihren Männern, wenn sie fremdgehen, darin unterscheiden sie sich kaum vom Ehemann, der auf einmal Blumen bringt. Ich ertappe mich, wie ich Ben lächelnder zuhöre, mehr nachfrage als rede, ihm Komplimente mache und – ihn verführe. Als ob nur ein zeitnaher Beischlaf mit dem Richtigen den Falschen tilgen kann. Auf eine Art funktioniert es. Ich suche nach der Leidenschaft, die ich bei Victor empfunden hatte. Und finde reine Zuneigung. Zärtlichkeit. Vertrautheit. Geschlossene Augen, als ich komme. Ich liege in Bens Arm und fühle mich zu Hause.

Wilde Hoffnung

Es ist nicht „schlechter“ oder „besser“ – es ist anders. Ich bin gehemmter – aber ich ahne, dass ich mich meinem Freund gegenüber früh selbst gebremst habe. Weil ich spürte, dass meine Hemmungslosigkeit für ihn zu viel ist? Was wäre, wenn ich mich aus der Deckung wage – könnte es so sein wie auf der Montagsinsel? Wilde Hoffnung. Victor schickt mir eine E-Mail. Er schreibt, wie es war, mich zu sehen. Mit mir zu sprechen, zu schlafen. Er schreibt, wie es wäre, es wieder zu tun. Er schreibt mir, dass ich tun kann, was ich will, dass ich mir keine Gedanken machen muss über ihn. Er schreibt auf eine respektvolle Art, fast ist es ein Liebesbrief, nur ohne Liebe.

Jetzt habe ich einen Liebhaber

Ich brauche eine halbe Stunde, um mich zu entscheiden zurückzuschreiben. Eine Woche vergeht, ein Montag kommt und … ich bin wieder bei ihm. Es heißt, das zweite Mal entscheidet über die Fortsetzung. Es ist nicht weniger hitzig als beim ersten Mal, nur dass wir es diesmal nur bis auf den Boden schaffen. Und in die Dusche, er hat Kerzen aufgestellt und das Licht mit einem roten Tuch gedimmt. Dort wäscht er mich sorgsam und während ich mich föhne, macht er mir Brote. Jetzt weiß ich, dass ich auf all das nicht verzichten möchte. Das ist jetzt kein Ausrutscher mehr. Jetzt habe ich einen Liebhaber.

Die Scham, ist wie ein Dauerschmerz

Das miese Gewissen, die Scham, ist wie ein Dauerschmerz, an den man sich gewöhnt. Nur manchmal überfällt er mich mit einer Wucht, dass mir Tränen in die Augen schießen und Ben mich liebevoll fragt, was los sei. Ich muss mir dann rasch was ausdenken. Dennoch hat Victor einen Schmerz in mir geheilt – meine Liebe zu Ben ist weniger sehnsüchtig, weniger wehmütig geworden. Ich kann die Liebe, die Ben mir zeigt, ganz genießen, ohne dass das, was fehlt, mich verbittert. Das Löschen aller SMS, E-Mails und Victors Nummer aus den Anruflisten ist Routine.

Ich gehe nie mit ihm aus, denn auch wenn die Stadt groß ist, so ist die Gefahr größer. Wir teilen uns kein Revier – er ist die isolierte Insel, auf die ich flüchte, wenn ich dieses ganz gewisse „Ich“ brauche, das ich nur bei ihm bin. Ob Victor sich in mich verliebt hat? Er behandelt mich wie eine Geliebte, nicht wie ein Fick-Verhältnis . Er macht es mir immer leicht. Schwer mache ich es mir selbst. Nach einem Jahr haben wir uns 31-mal getroffen, miteinander geschlafen, geredet, gelacht, gegessen.

Ohne Victor könnte ich leben – vielleicht

Es ist wie ein zweites Leben neben dem ersten, aber es ist kein falsches, auch wenn es in den Augen vieler sicher falsch wäre. Ich fühle mich leicht und ganz mit Victor, in dem Inselzimmer erhole ich mich von allem, was ich „muss“. Natürlich habe ich mich gefragt: Victor und ich – für ein „richtiges“ Leben? Nein. Ich liebe nicht ihn, ich liebe, was wir einander geben. Mit Ben will ich leben. Ohne Victor könnte ich leben. Vielleicht. Vielleicht ist aber die Wahrheit, dass ein Mann für mich nie alles sein wird. Ich habe aufgehört, mich das zu fragen, und lebe jeden Tag ein bisschen mehr in die Antwort hinein.

„Es begann als Rache“ Sabrina, 28 Jahre, Boutiquebesitzerin

Seit sechs Jahren bin ich verheiratet, wir haben einen Sohn, ein Haus und sind eine Vorzeigefamilie. Ich liebe meinen Mann, aber er kann sehr launisch sein, wenn er beruflich unter Druck steht. Das letzte Mal hat er sich sogar mit einer anderen Frau getroffen. Er wollte sich beweisen, wie er mir gestand, dass er noch ein „toller Typ“ sei.

Meine beste Freundin, der ich es erzählte, riet mir, es ihm gleichzutun und mich wieder mit Quirin zu verabreden: mein Exfreund aus Teenie-Tagen, den sie nach 12 Jahren zufällig getroffen hatte. Gesagt, getan, alte Liebe rostet eben nicht und wir begannen im Mai 2010 eine Affäre , voller Liebe und noch mehr Verlangen. Quirin sieht super aus, ist sensibel, interessiert, er macht mir Komplimente – nur als neuer Vater für meinen Sohn taugt er nichts, er lebt nur in den Tag hinein. Jedesmal, wenn ich ihn treffe, habe ich ein schlechtes Gewissen meiner Familie gegenüber, aber ich kann Quirin auch nicht aufgeben.

„Mein Partner ahnt nichts“Annika, 43, Heilpraktikerin

Walter und ich sind seit acht Jahren zusammen. Er ist beruflich sehr engagiert und viel im Ausland unterwegs. Er braucht seine Freiheit, deshalb haben wir nicht geheiratet, keine Kinder oder gemeinsame Wohnung – aber unser Zusammenhalt ist so groß, als wären wir verheiratet. Ein wenig hat sich aber auch die Routine wie bei Eheleuten eingeschlichen: jedes Wochenende Sauna, Kochen, Essen, Couch.

Vor vier Jahren lernte ich in der Sauna, wo wir jeden Freitag mit Freunden hingehen, Rüdiger kennen, Doktor der Wirtschaft, süß, gebunden. Wir sahen uns öfter und so kam es, dass wir uns auch mal außerhalb der Sauna im Café verabredeten. Und im Bett landeten … Es wurde mehr als nur ein One-Night-Stand: Wir besuchen Kinos, Theater, diskutieren. Und treffen uns weiter in der Sauna, denn unsere Freunde und Walter ahnen nichts. Gerade der Nervenkitzel, dann alles, was zwischen uns läuft, verheimlichen zu müssen, ist toll. Manchmal aber möchte ich sie beide verlassen und nur einen Mann haben – einen All-in-one-Typen.

„Ich kann mich nicht entscheiden“ Kristina, 30, Dozentin

Mein Freund ist mein bester Freund: Wir kennen uns seit Jahren, sind aber erst 2009 zusammengekommen. Stefan ist der Typ, der alles für eine Frau tut, Macken akzeptiert, ein Mann, den man heiratet . Aber so sehr ich ihn liebe, es fehlt das Knistern, das Feuer. Das habe ich bei Li gefunden, den ich im Mai 2010 in einem Club kennenlernte. Er stand neben mir. Von Anfang an war da eine extrem starke sexuelle Anziehung zwischen uns.

Am selben Abend landeten wir im Bett. Ich hab mich plötzlich so lebendig und begehrt gefühlt. Und so gemein. Nach ein paar Treffen mit Li beichtete ich es Stefan. Er war am Boden zerstört und verschwand für zwei Wochen. Dann war er wieder da und sagte, dass er mich nicht verlieren wolle. Seither kämpft er um mich, obwohl ich mich auch weiter mit Li treffe – denn den will ich auch nicht verlieren. Ich weiß, dass ich mich entscheiden muss, aber ich kann es einfach nicht, ich liebe wirklich beide!

„Ich liebe eineiige Zwillinge“Sarah, 24, Studentin

Die Natur ist wirklich verrückt: Sie hat meinen Idealmann gleich zweimal „hergestellt“. Auf einer Party im Sommer lernte ich Jo und Kai kennen. Jo war vergeben, aber Kai fuhr sofort auf mich ab! Er ist witzig, charmant, aber leider ein Womanizer , der mich immer wieder betrog. Drei Monate lang. Ich wollte ihn eifersüchtig machen – und mit wem kann man einen Mann eifersüchtiger machen als mit seinem Bruder? Ich flirtete also Jo, der inzwischen solo war, an, wir gingen nackt zusammen baden – und dann ist es passiert, ich kam mit ihm zusammen.

Er ist viel ruhiger als sein Bruder, mit ihm gehe ich aus, wir machen schöne Dinge, verstehen uns intellektuell und sexuell, alles stimmt. Das Blöde ist: Ich steh auch immer noch total auf Kai. Manchmal zweifle ich an mir und frage mich, ob es mir nur um den Kick, das Abenteuer geht, denn Kai ist als Mann fürs Leben ein No-go! Aber was nutzt der Verstand, wenn mich die Gefühle immer wieder in seine Arme treiben?

„Es blieb nicht beim Sex …“Karina, 37, Krankenschwester

Mein Mann Klaus und ich sind schon ewig zusammen, 12 Jahre, und ich denke, wir haben eine vertrauensvolle, gleichberechtigte Ehe . Wir pflegen eine sexuell offene Beziehung. Das heißt, dass es für uns okay ist, wenn der andere mal ein Betthupferl nebenher hat. Genau so eins sollte auch Norman werden, zehn Jahre jünger als mein Mann. Ich schrieb ihn über ein Flirtportal an, traf ihn und war mit ihm im Bett – ganz so, wie ich das schon öfter getan hatte.

Das Dumme war, dass wir uns sofort ineinander verknallten. Seit sieben Monaten pendle ich zwischen beiden, bin eine Hälfte der Woche bei Klaus, die andere bei Norman. Warum ich mich nicht ganz trenne? Norman ist so jung und schön, aber er hat mich auch daran erinnert, wie toll und reif Klaus ist! Ich spüre, wie weh es ihm tut, aber er liebt mich und will mich nicht verlieren – und ich liebe ihn ja auch! Aber an meinen Gefühlen für Norman wird sich nie etwas ändern.

„Ich darf mich nicht verplappern“Nadja, 24, Verkäuferin

Simon und Toni lernte ich relativ kurz hintereinander kennen. Simon war der erste, Typ Macho, ein toller Kerl. Die ersten Wochen waren richtig heiß. Dann kam Toni dazu, sein Kumpel, den ich auf einer Party kennenlernte. Den ganzen Abend knisterte es massiv, Toni ist romantisch und sensibel, schaute mir tief in die Augen … Noch am selben Abend – Simon ist nach Hause, weil er früh rausmusste – landeten wir im Bett.

Seither treffe ich mich mit beiden Jungs und keiner weiß etwas vom anderen. Mein Verstand sagt mir natürlich, dass das nicht geht. Aber mein Gefühl spricht eine andere Sprache: Es ist toll! Weil ich mich gleich zweifach geliebt fühle, einmal harten und einmal zarten Sex habe. Aber ich muss extrem aufpassen, damit ich mich nicht verplappere, etwa immer darauf achten, mit welchem Mann ich welchen Film gesehen habe!

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