Ich liebe ein Mama-Söhnchen

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Mädchen_für_alles
Foto: Thinkstock

Kolumne: Pssst ...

Er ist meine starke Schulter zum Anlehnen, trotzdem benimmt sich mein Freund oft noch wie ein kleines Kind, musste JOY-Autorin Johanna Keller feststellen.

Schatzi , wo ist mein Autoschlüssel?“, fragt mein Markus vorwurfsvoll, während er im Flur die Schubladen der Kommode durchwühlt. „Es ist DEIN Auto. DU bist damit gefahren, warum soll ICH wissen, wo du den Schlüssel gelassen hast?“, erwidere ich etwas schnippisch.

Wenn Markus etwas in unserer Wohnung nicht mehr finden kann, geht er in der Regel davon aus, dass ich es „verräumt“ habe. Und das wäre prinzipiell nicht mal verwunderlich, denn dass mein Liebster zu Hause Ordnung schafft, kommt ungefähr so häufig vor wie eine totale Sonnenfinsternis. Da ich den Haushalt also so gut wie alleine schmeiße, genießt er ganz relaxt aufmerksamen Hotelkomfort – Wasch- und Bügel-Service inklusive!

Bügeleisen in seiner Hand? Fehlanzeige!

Allerdings bediene ich die Waschmaschine schon aus reinem Selbstschutz lieber alleine, schließlich leben wir ja nicht mehr in den 80er-Jahren, als bauchfreie Wollpullis noch der letzte Schrei waren. In den Wahnsinn treibt mich viel eher die strenge Anzugpflicht bei Markus im Büro .

Meistens bettelt er mich deshalb fünf Minuten, bevor ich selbst zur Arbeit aufbreche, an, dass ich ihm doch noch schnell ein Hemd bügeln solle – denn ein Bügeleisen in seiner Hand würde wohl ähnlich deplatziert wirken wie ein alkoholfreies Bier in Charlie Sheens Kühlschrank.

„Du musst mich pflegen, Schatz!"

Dank Markus komme ich also nicht nur regelmäßig zu spät ins Büro, ich verlasse es wegen ihm auch gerne mal etwas früher – etwa neulich, als er mich mit leidender Stimme anrief: „Du musst mich pflegen, Schatz! Sofort!“ Als ich abgehetzt und besorgt zu Hause ankam, entpuppte sich seine „schwere Grippe“ dann als 36,8 Grad hohes „Fieber“.

Und ich war mal wieder stinksauer darüber, dass mein 31-jähriger Partner mich als Sekretärin, Putzfrau, Krankenschwester und Mama in einem sieht. Denn letztere hat ihren einzigen Sohn leider so übertrieben umsorgt, dass ich das jetzt ausbaden muss!Ikea-Schrank leicht aufgebaut

Andererseits finde ich es auch unglaublich süß, wie hilflos er ohne mich ist. Gestern konfrontierte ich ihn mit der Erkenntnis, dass er als Single wahrscheinlich sein gesamtes Gehalt in den Call-a-Pizza-Lieferservice investieren würde. Daraufhin konterte er: „Dir geht vielleicht nie der Zucker aus, aber dafür hinge in deiner Wohnung keine einzige Lampe! Und hast du an deinem Auto schon jemals selbst den Ölstand geprüft?“

Dann erinnerte er mich noch an meinen letzten Ikea-Einkauf. Damals saß ich völlig überfordert vor einem gigantischen Haufen unbehandelter Spanholzplatten und Schrauben, bis Markus aus den Trümmern im Nu einen Kleiderschrank zauberte. Mit ähnlicher Leichtigkeit sprach er kurz nach dieser Klarstellung auch über Familienplanung und verkündete, dass er sich bald Kinder wünsche. Erschrocken pfiff ich ihn zurück: „Ich hab doch schon eins!“

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