„Ich liebe einen Exoten“

ich liebe einen exoten
Liebe zu einem Exoten
Foto: Frank Lother Lange

Diese Frauen lieben einen extremen Typen

Groß, attraktiv, erfolgreich? Die meisten von uns wissen genau, wie ihr Traummann aussehen soll. Doch diese Checkliste ist kein Garant fürs Glück. Diese Frauen warfen ihre Vorurteile über Bord und lieben einen extremen Typen – auch wenn Freunde und Familie den Kopf schütteln.

„Alle wollen ihn anfassen“

Angie (25), Altenpflegerin und Dustin (25), Tätowierer

Wenn man wie ich aus einem kleinen Dorf in Bayern kommt, trifft man kaum Leute, die von oben bis unten tätowiert sind. Auffällige Typen haben hier keine Chance. Mein Traummann sah dementsprechend auch eher aus wie Jude Law , Typ Sunnyboy eben. Doch dann kam der Tag, an dem ich über Facebook Dustin kennenlernte. Wir kommunizierten anfangs eher sporadisch, bis er im März ein neues Profilfoto einstellte, das seine vielen Tattoos zeigte.

„Ich kam mir vor wie das totale Landei“

Die Tätowierungen selbst fand ich gar nicht mal so sexy, aber ich stehe auf Männer, die wissen, was sie wollen, und das dann kompromisslos durchziehen. Von da an wurde unser Kontakt immer intensiver, und als ich ihn kurz darauf in Köln besuchte, hat es sofort gefunkt. Dabei kam ich mir dort vor wie das totale Landei! Sein Vater und sein Bruder arbeiten wie Dustin als Tätowierer, seine Mutter ist Piercerin.

Als wir in der Stadt unterwegs waren – Dustin geht im Sommer oft oben ohne –, liefen ihm die Leute teilweise hinterher und wollten seine Tattoos anfassen. Und im Schwimmbad gab es eine Menschentraube, weil alle sehen wollten, ob die Tattoos im Wasser nicht doch abgehen. Aber hinter der krassen Optik verbirgt sich ein toller Mann: Dustin ist kreativ, treu, ehrlich – und er kann toll kochen. Mit ihm ist es alles andere als langweilig!

Dustins erster Besuch in Angies Heimat

Ebenso aufregend wie mein Trip nach Köln war dann auch Dustins erster Besuch in meiner Heimat. Meine Mutter und meine Freundinnen mussten ganz schön schlucken. Für sie sind Tattoos gleichbedeutend mit „Badboy“. Die Nachbarn zerreißen sich seither das Maul, aber meine Mutter hat sich beruhigt und mag ihn. Beim Sex war ich anfangs abgelenkt, sah mir ständig die Bilder und Sprüche auf seiner Haut an. Doch inzwischen kenne ich sie alle und kann mich fallen lassen.

Weil wir nie mehr ohne den anderen sein wollen, lassen wir uns jetzt ein gemeinsames Motiv stechen: Welches wissen wir zwar noch nicht genau und ich bin mir auch noch unsicher, ob ich mich wirklich traue, denn das wäre mein erstes Tattoo. Aber ich glaube, ich werde es tun – als Liebesbeweis für ihn.

„Lange Haare fand ich eklig!“

Jessica (39), Baumaschinenführerin und Christoph (34), Spezialschweißer

Langhaarige Männer waren für mich immer ein Horror – alle, die ich kannte, waren ungepflegt und trugen Bart. Ich fand sie einfach eklig! Vor vier Jahren änderte sich das, und zwar radikal. Ich hatte gerade eine Trennung hinter mir.

„Ich wollte erstmal keine Beziehung mehr“

Ein Kumpel überredete mich, zur Aufmunterung einen Kurzurlaub im Harz zu machen. Er hätte da einen superlieben Singlefreund, der eine Party gibt. Doch als er dann erzählte, dass der ganz lange Haare hätte, dachte ich nur: „Igitt, bloß nicht!“ Ich wollte erst mal sowieso keine Beziehung mehr, erst recht nicht mit einem langhaarigen Mann! Mit meinen Expartnern hatte ich zwar schon jede Frisur erlebt, sogar Glatze, aber noch keine Wallemähne.

Als wir auf das Fest kamen, kam mir Christoph gleich entgegen. Ich traute meinen Augen kaum, so lang waren seine hellblonden Haare! Wenigstens hatte er keinen Bart ... Ich fand’s echt schrill, doch dann beeindruckte mich, wie seidig und gepflegt sie waren. Sie haben sogar toll geduftet.

Ein schöner Sternschnuppenschauer im Urlaub

Christoph war zurückhaltend, wich mir aber den ganzen Abend nicht von der Seite. Als ich nachts mit meinem Hund rausging, begleitete er mich und wir sahen – so kitschig das klingt – den schönsten Sternschnuppenschauer unseres Lebens. Den Rest meines Urlaubs sah ich Christoph oft, wir redeten die Nächte durch.

Mir fiel auf, dass er sich nicht verbiegt, um anderen zu gefallen, andererseits ist er sehr tolerant und kümmerte sich rührend um mich. Das beeindruckte mich total! Schon ein halbes Jahr später, Silvester 2007, haben wir geheiratet. Es schmeichelt mir übrigens, wie Frauen auf Christophs Haare abfahren! Eine sagte kürzlich zu ihm: „Na Blondie, los, gehen wir einen Kaffee trinken!“ Aber mein Blondie ist treu!

„Er hat Muskeln – und was im Kopf“

Alexandra (25), Fotografin und Andi (36), Produktmanager

Bis Andi in mein Leben kam, waren mir Bodybuilder suspekt. Ich dachte immer, sie wären total aussehensfixiert, oberflächlich und würden Steroide schlucken. Mir waren Muskeln egal, ich lege Wert auf Kinderstube und Intelligenz. Andi sah ich das erste Mal 2008 auf der Sportmesse Fibo. Auf der Bühne stellte er seine Muskeln zur Schau und ich ließ mich mit ihm fotografieren.

Erst sah ich das Ganze nur als Spaß an, doch als er den Arm um mich legte und mich so unverschämt lieb ansah, spürte ich, wie es in mir kribbelte. Ihm ging’s wohl ähnlich, denn er gab mir seine Nummer. Ich war hin- und hergerissen, ob ich mich wirklich mit so einem Muskelmann einlassen sollte, aber ein paar Tage später siegte die Neugier. Ich rief ihn an – und musste beim ersten Date meine Vorurteile revidieren.

Andi macht „Natural Bodybuilding“

Andi macht „Natural Bodybuilding“, da wird nichts geschluckt, um die Muskeln schwellen zu lassen. Zum Glück, denn die Mittel können nicht nur impotent machen, sondern auch krank. Ich könnte nie akzeptieren, dass der Mann, den ich liebe, seine Gesundheit ruiniert. Nur drei Monate im Jahr macht Andi Wettkämpfe, für die er streng Diät hält und jeden Abend drei Stunden trainiert.

Die übrige Zeit führen wir ein ganz normales Leben. Auch meine Familie und Freunde haben ihn ins Herz geschlossen: Ständig wollen sie Trainingstipps von ihm. Seit Ende 2009 wohnen wir zusammen, bald wollen wir heiraten – und ein Baby!

„Für mich ist er der Größte“

Carolin (22), Sportstudentin und Sebastian (24), Lehramtsstudent

Mit einer Größe von 1,80 Meter hatte ich seit Teenietagen eine feste Vorstellung: Mein Mann fürs Leben muss mindestens 1,90 Meter sein! Letzten Sommer jobbte ich als Betreuerin für Jugendreisen und lernte auf Korfu Sebastian kennen, der auch dort arbeitete.

„Ich merkte, dass ich mich schwer verliebt hatte“

Er war mir gleich sympathisch, selbst wenn ich ihn zuerst fast übersehen hätte ... Wir verbrachten sechs Wochen jeden Tag miteinander – und vier Wochen auch die Nächte. Am Ende merkte ich, dass ich mich schwer in ihn verliebt hatte. „Oh nein“, dachte ich‚ „alle werden über uns lachen!“

Andererseits fände ich es bescheuert, den nettesten Mann der Welt nur wegen seiner Größe von 1,66 Metern nicht zu nehmen. Nach dem ersten Kuss sagte ich zu ihm: „Irgendwie siehst du nicht aus wie mein Traummann!“ Er konterte: „Macht nichts, du siehst ja auch nicht aus wie meine Traumfrau.“ Sebastians Schlagfertigkeit ist entwaffnend!

Familie und Bekannte sind nicht begeistert

Außerdem ist er sehr fürsorglich im Bett. Vielleicht strengen sich da ja kleine Männer mehr an, weil sie sich dauernd anhören müssen, dass Frauen große Männer bevorzugen. Meine Eltern sind nicht gerade begeistert von unserem Größenunterschied und eine Bekannte meinte sogar: „Das hält nicht lang, an den kannst du dich nicht anlehnen.“

Das kann ich sehr wohl, Basti ist nämlich selbstbewusst ohne Ende – das strahlt er aus und es färbt auf mich ab: Immer, wenn wir ausgehen, trage ich extra High Heels!

„Sein Äußeres täuscht!“

Katja (25), Fotodesign-Studentin und Andi (29), Lehrer und Musiker

Für Andi schwärmte ich schon mit 11 Jahren, als ich noch zur Klosterschule ging. Aber er war vier Klassen über mir – und interessierte sich nie für mich. Immerhin haben wir vor sechs Jahren mal die Handynummern getauscht, als wir uns beim Ausgehen trafen. Dann verlor ich ihn aus den Augen.

Bis ich 2009 während eines Asienaufenthalts eine SMS von ihm bekam, die er ursprünglich jemand anderes schicken wollte. Von da an schrieben wir uns täglich, bis ich aus Asien zurückkam. Dadurch waren wir uns unheimlich vertraut und eigentlich schon verliebt. Als wir uns im Herbst 2009 dann endlich bei ihm trafen, erkannte ich ihn erst kaum wieder: Aus dem coolen Schulschwarm war ein Freak mit Dreadlocks und Lippenpiercing geworden!

„Die beste Idee meines Lebens“

Neben seinem Job als Lehrer spielte er Schlagzeug in der Alternative-Metal-Band Apron. Doch hinter der Rockerfassade war er höflich, kultiviert und offensichtlich interessiert an mir! Er hatte Käse und Wein gekauft und erzählte mir, dass er in seiner Freizeit alten Damen Englischunterricht gebe, die ihn den „Omaflüsterer“ nennen. Das fand ich supersüß!

Andi wird wegen seines Looks oft blöd angemacht. Neulich im Flugzeug zog ein Mann an seinen Haaren und motzte über seine „ungewaschenen Zotteln“. Frechheit! Inzwischen wohne ich mit meinem wilden zahmen Rockmusiker glücklich zusammen in München – das war die beste Idee meines Lebens!

„Er findet mein Leben spießig!“

Stefanie (25), angehende Lehrerin und Benny (25), Studienabbrecher

Unterschiedlicher als wir kann eigentlich kein Paar sein: Benny war auf der Waldorfschule, ist Aussteiger und ein Öko, wie er im Buche steht. Er weiß nicht, was er mit seinem Leben will – außer die Welt verbessern. Ich dagegen schließe gerade mein Lehramtsstudium ab und führe ein geregeltes Leben.

Vor fast zwei Jahren lernten wir uns auf dem Weihnachtsmarkt kennen. Er stand – klar – an einem Dritte-Welt-Stand und verkaufte Produkte aus Afrika. Trotz aller Unterschiede stimmte die Chemie zwischen uns sofort und wir haben uns verliebt. Meine Freunde haben sich zwar etwas über Benny gewundert, aber mit seiner netten Art hat er sie schnell gewonnen.

„Unsere Beziehung ist nicht einfach“

Trotzdem ist unsere Beziehung nicht ganz einfach, es kostet uns immer wieder viele Gespräche, die nötige Akzeptanz für den Lebensstil des anderen aufzubringen: Er wohnt in einer chaotischen Komune, ich alleine in einer schicken Drei-Zimmer-Wohnung. Dafür bewundere ich Bennys Engagement für Afrika und die Umwelt.

Nach meinem Abschluss planen wir ein gemeinsames Aussteigerjahr in Norwegen – in einem Häuschen ohne Strom und mit Selbstversorger-Garten! Benny hat mich davon überzeugt, auch mal ein Abenteuer zu wagen, solange ich noch jung bin! Er meinte, „spießig“ leben könne ich später als Lehrerin immer noch. Recht hat er!

„Unsere Liebe überragt alles!“

Nina (25), Fremdsprachenkorrespondentin und Moussa (27), Kommunikationswissenschaftler

Die weißen Amerikaner, die sich in Farbige verlieben, sagen: „Once you go black, you never go back.“ Das heißt so viel wie „Wenn du einmal in einen Schwarzen verliebt warst, willst du nie mehr einen Weißen haben.“ Bei mir stimmt das voll und ganz. Früher war ich nur mit hellhäutigen Männern zusammen bis auf meinen letzten Freund, der kaffeebraun und Südamerikaner war.

„Er ist meine große Liebe“

Moussa, meine große Liebe, ist aber noch mehr. Und zwar von allem! Südamerikaner wie mein Ex sind eher klein, fallen oft wegen ihrer großen Klappe und Macho-Allüren auf. Moussa ist dagegen 2,04 Meter groß, ein Berg von einem Mann, aber dabei so schüchtern wie ein kleiner Junge. Wenn er mich mit seinen Samtaugen ansieht, schmelze ich völlig dahin.

Ich kann mit meinen 1,78 Meter die höchsten High Heels anziehen und muss mich beim Küssen immer noch recken, das liebe ich! Moussa kam 2000 aus dem Senegal in die USA, weil er dort studieren und als Profi Basketball spielen konnte. Nach seinem Abschluss dort wurde er 2007 in Deutschland verpflichtet – vom Bundesligaverein Telekom Baskets Bonn. Wir lernten uns vor zwei Jahren über Freunde kennen, inzwischen leben wir auch zusammen.

Zusammen nach Mallorca auswandern

Und es klappt super: Moussa hat Köpfchen, ist groß, stark und sportlich. Er hat es nicht nötig, den Macho raushängen zu lassen. Leider werden wir oft von Leuten angeglotzt, dabei hasst er es, im Mittelpunkt zu stehen. Durch seine afrikanische Herkunft weiß Moussa einfache Dinge zu schätzen und er sieht immer nur das Gute. Als er zum Beispiel wegen einer Knieverletzung seine aktive Karriere beenden musste, sagte er nur: „Dann mach ich den Trainerschein, auch gut!“

Und er hat mich ermutigt, meinen lang gehegten Traum zu verwirklichen: 2012 wandern wir nach Mallorca aus!

„Alte Freunde wandten sich von mir ab“

Jacqueline (23), Studentin und Gerald (22), selbständig

Gerald besitzt keinen Schulabschluss und keine Ausbildung. Ich dagegen studiere, um später Jugendpsychologin zu werden. Als ich ihn im März 2009 in einem Münchener Club kennenlernte, fühlte ich mich von ihm zuerst nur körperlich angezogen: Wir tanzten, küssten uns und ich fand seine dunkle Haut supersexy!

Dem Klischee, dass Farbige besser beim Tanzen, besser ausgestattet und toller im Bett sind, kann ich nur zustimmen. Geralds Geschichte hat mich sogar dazu inspiriert, später Jugendlichen als Psychologin zu helfen: Sein Vater war GI, seine Mutter ist Deutsche, in der Schule wurde er rassistisch beschimpft. Das machte ihn immer aggressiver, die Lehrer schrieben ihn ab. Am Ende schmiss er die Schule – ohne Abschluss!

„Eifersucht ist ein Fremdwort für ihn“

Aber ich bin absolut sicher, dass er seinen Weg machen wird. Momentan plant er, sich mit einer Firma für Veranstaltungstechnik selbstständig zu machen. Außerdem hat er sein aggressives Verhalten abgelegt und Eifersucht ist für ihn ein Fremdwort. Auch wenn wir blöd angequatscht werden, zum Beispiel mit „Hey, schwarzer Zwerg! Was willst du mit der schönen Blonden ?“, bleibt Gerald gelassen.

Seit wir damals zusammenkamen, haben sich leider viele Freunde und sogar meine Großeltern von mir abgewendet. Das traf mich sehr! Aber letztlich stärkt es unsere Beziehung nur. Meine Mutter steht zu uns und seine ebenfalls – das ist das Wichtigste!

Was Männer lieben: Die große Umfrage auf COSMOPOLITAN Online >>

Sport und Gesundheit: Mehr dazu auf SHAPE Online >>

Kategorien: