„Ich muss einen Mann riechen können!"

ich muss einen mann riechen koennen
Rachel McAdams
Foto: Getty Images

Star-Interview: Rachel McAdams

Rachel Mcadams gilt als größte Romantikerin Hollywoods – trotzdem streitet sie sich besonders gerne mit ihrem Liebsten.

Sie betritt in einem rosa Seidendress von Collette Dinnigan die Suite des Bayerischen Hofs in München. Passender hätte sich Rachel McAdams kaum kleiden können, denn so verspielt romantisch wie ihr Outfit zeigt sich die Kanadierin auch im Gespräch. Ihre Haut ist von makelloser Blässe, in den Augen funkelt ein träumerisches Leuchten. So stellt man sich eine Märchenprinzessin vor.

Die Hauptrolle in „Für immer Liebe“, einem herzzerreißenden Liebesdrama mit Happy End (seit 9. Februar im Kino), scheint ihr wie auf den Leib geschrieben zu sein. Auch wenn die 33-Jährige in der Begegnung zart und fast zerbrechlich wirkt, outet sie sich bei Fragen zum Thema Umwelt als engagierte Aktivistin – allerdings nie verbissen, sondern handfest und mit Humor.

JOY : Seit Sie 2004 neben Ryan Gosling in dem Schmachtfetzen „Wie ein einziger Tag“ brillierten, gelten Sie als Hollywoods Romantik-Queen. Passt diese Rolle auch privat zu Ihnen?

Rachel McAdams: Absolut! Das liegt bestimmt an meinen Eltern, die ihre große Zuneigung füreinander immer sehr offen zeigten. Deshalb lebe ich genau nach deren Vorbild!

Was können wir uns darunter vorstellen?

Mein Vater kaufte meiner Mutter ständig Blumen – das macht er bis heute! Aber einmal machte er ihr ein ganz besonderes Geschenk. Meine beiden Geschwister und ich hatten unsere Mutter mal wieder zur Weißglut getrieben, doch dann kam mein Vater nach Hause, und obwohl er als LKW-Fahrer nicht viel Geld verdiente, schenkte er ihr einen Diamantring und meinte: „Du hattest einen schweren Tag, aber du bist eine ganz außergewöhnliche Mutter.“ Diese romantische Geste werde ich nie vergessen.

Das setzt natürlich hohe Maßstäbe an Ihren Freund Michael Sheen. Ist er davon nicht etwas eingeschüchtert?

Nein, wobei er sich gerne ein Beispiel an meinem Vater nehmen darf – besonders in puncto Diamantring (lacht).

Haben Sie jemals einen perfekten Mann getroffen?

Nein. Aber ich finde es auch nicht schlimm, wenn ein Mann Fehler hat. Im Gegenteil, das macht eine Beziehung sogar viel interessanter.

Gegen welche Fehler haben Sie nichts einzuwenden?

Ich mag es, wenn mein Freund bei Diskussionen nicht meiner Meinung ist, weil er die Welt aus einem anderen Blickwinkel sieht. Sich dann argumentativ darüber zu streiten, bringt einen weiter, denn du verlässt deine Denkschublade.

Was könnten Sie bei einem Mann nie akzeptieren?

Manchmal denkst du, dass bestimmte Eigenschaften Beziehungs -No-gos sind, doch dann begegnet dir jemand, bei dem du es wider Erwarten okay findest. Aber damit eine Partnerschaft für mich funktioniert, muss ich meinem Liebsten vertrauen und mit ihm über alles reden können. Er sollte mich zum Lachen bringen und mein bester Freund sein.

Das Paar in „Für immer Liebe“ trennt sich und wird trotz zahlreicher Stolpersteine vom Schicksal wieder zusammengeführt. Glauben Sie an so etwas?

Auf jeden Fall. Wenn dir eine Person begegnet, die einen starken positiven Eindruck hinterlässt, oder man direkt auf derselben Wellenlänge ist, besteht sofort eine Verbindung. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass man wieder zueinanderfindet.

Haben Sie schon einmal Liebe auf den ersten Blick erlebt?

Es muss nicht immer direkt Liebe sein, aber ich kenne es, wenn es zwischen mir und einer Person „Klick“ macht. Das kann aber auch ganz simple Gründe haben, bei mir spielen sogar Gerüche eine zentrale Rolle. Ein Mann roch mal genauso wie mein Vater, das ging natürlich gar nicht. Aber der Duft des anderen sollte einem auch nicht zu fremd sein. Bei so einer Begegnung spielen sich in unseren Körpern alle möglichen verrückten Reaktionen ab. Als Frau springst du auf Reize an, die andeuten, dass der Mann ein guter Vater wäre – das sind Urinstinkte (lacht).

Ihre Rollenfigur kann sich nach einem Unfall nicht mehr an ihren Ehemann erinnern. Würden Sie manche Erfahrungen auch gerne aus Ihrem Leben streichen?

Nein, denn alles, was ich erlebt habe – auch die unangenehmen Dinge – machen mich zu dem Menschen, der ich jetzt bin. Und ich liebe mein Leben über alles!

Was haben Sie denn je als unangenehm empfunden?

Den Mathematikunterricht. Wie viele Tränen habe ich über diesen Büchern vergossen. Offen gestanden ist das doch eine Erinnerung, die ich gerne vergessen würde (lacht).

Wie kamen Sie dann zur Schauspielerei?

Als Kind war ich aktive Eiskunstläuferin, aber mir wurde ständig schlecht vor Nervosität, meine Knie schlotterten buchstäblich. Deshalb wäre ich darin wohl nie Profi geworden! Also besuchte ich ein Theater-Camp, danach wollte ich Schauspielerin werden.

Leiden Sie heute noch unter dieser Nervosität?

Teilweise, aber als Schauspielerin kann ich die gut einsetzen. Um mich zu entspannen, pausiere ich nach jedem Projekt kurz. In diesen Ruhephasen meditiere ich und mache Yoga. Die perfekte Mischung aus Sport und Spiritualität!

Haben Sie einen Hang zu fernöstlichen Religionen?

Wenn ich religiös wäre, würde ich mich wohl dem Buddhismus zuordnen, aber ich bin es nicht. Ich brauche etwas Handfestes: Nur Mutter Erde verehre ich. Deshalb liebe ich auch die Gartenarbeit und bin ziemlich ökologisch veranlagt – ich denke schon mein ganzes Leben lang grün!

Worin zeigt sich das?

Ich fahre kein Auto und habe noch nie eins besessen! Mein Fahrrad reicht mir in Toronto völlig. Nur in Los Angeles nehme ich mir ab und zu einen Mietwagen. Am liebsten würde ich mal in der Zeit zurückreisen – zu dem Punkt, als es noch keine Industrie gab. Wie grandios wäre es, überall aus Flüssen und Bächen trinken zu können.

Würden Sie sich da wirklich wohlfühlen?

Ich weiß nicht, für wie lange, aber ich halte mich gerne in der Natur auf. Das ideale Feriendomizil ist für mich meine einsame Hütte, die irgendwo in einem Wald in Kanada liegt. Dort koche ich gern.

Was servieren Sie dann?

Meine Spezialität ist Brathähnchen. Wenn Sie das mögen, sind Sie herzlich eingeladen.

Wenn ich zum Essen kommen würde, wäre das dann eine schicksalhafte Begegnung?

Jede Person, die in mein Leben tritt, wird vom Schicksal zu mir geführt – auch Sie. Und das Beste ist, dass bei uns ein Wiedersehen sehr wahrscheinlich ist: Sie interviewen mich einfach wieder zu meinem nächsten Film (lacht)!

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