Idealgewicht: So berechnen Sie es richtig!

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Idealgewicht: So berechnen Sie es richtig!
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Idealgewicht: Tipps vom Ernährungsexperten

Body Mass Index, Hip-to-Waist-Ratio oder Broca-Index? Welcher Richtwert sinnvoll ist und wie wir unser Idealgewicht berechnen können, verrät unsere Ernährungsexpertin. Außerdem: Fünf einfache Ernährungstipps!

Eine 1,70 Meter große Frau hat ein Idealgewicht von 65 Kilo. Kann man das so pauschal sagen? Nein, meint Ernährungsexpertin Katrin Kleinesper. Denn Muskelmasse, Gene, schwere Knochen und jede Menge andere Faktoren beeinflussen unser Gewicht, sagen jedoch nichts über unsere Fitness und Gesundheit aus. Wie wir unser individuelles Idealgewicht am besten berechnen und wieso der Body Mass Index (BMI) ein sinnvoller Richtwert ist, hat uns die Oecotrophologin verraten.

Mit der richtigen Ernährung zum Idealgewicht: Die Galerie zeigt fünf einfache Tipps >>

Ihr individuelles Idealgewicht können Sie am besten zu Hause mit dem und der Waist-to-Hip-Methode bestimmen, rät Katrin Kleinesper. Oder Sie machen einen Cardioscan im Fitnessstudio. Wie das geht, erklären wir hier:

Idealgewicht zu Hause bestimmen

Um unser Idealgewicht zu Hause zu bestimmen, empfiehlt die Ernährungsberaterin den Body Mass Index (BMI) in Kombination mit der Waist-to-Hip-Ration (WHR) – zu Deutsch: Taille-Hüft-Verhältnis. Auf diese Weise werden sowohl unsere Größe und unser aktuelles Gewicht (beim BMI) als auch unser Körperumfang (beim WHR) bei der Bestimmung des Idealgewichts berücksichtigt.

Body Mass Index (BMI)

Der BMI teilt unser Gewicht (in Kilogramm) durch unsere Körpergröße (in Metern) im Quadrat. Die Ergebnisskala deklariert den Bereich 19 bis 24 als Normalgewicht und 25 bis 29 als Übergewicht. Ab einem BMI von 30 sprechen wir von Adipositas, also Fettleibigkeit. Werte unter 19 liegen im ebenfalls kritischen Bereich „Untergewicht“. Neuere Studien legen jedoch nahe, dass die Bereiche neu definiert werden müssen. 2012 belegten US-Forscher, dass Menschen mit einem BMI von 25 bis 30 durchschnittlich am ältesten werden.

Der Nachteil am BMI-Check: Der BMI-Rechner berücksichtigt nicht alle notwendigen Faktoren. Da er nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheidet, kann ein gesunder Leistungssportler schnell in der Kategorie „Übergewicht“ landen.

Der Vorteil am BMI-Rechner : Wer zu kritisch mit sich selbst und unzufrieden mit seinem Gewicht ist, stellt eventuell fest, dass er im absolut unbedenklichen Normalbereich liegt.

Waist-to-Hip-Ratio (WHR)

Die Waist-to-Hip-Ratio bezieht das entscheidende Bauch- und Pofett mit ein und ist somit zur Bestimmung des Idealgewichts eine wichtige Ergänzung zum BMI. Die WHR-Methode teilt unseren Taillen-Umfang durch unseren Hüftumfang. Gemessen wird an der Taille in Bauchnabelhöhe sowie an der breitesten Stelle der Hüfte. Der Quotient sollte bei Frauen unter 0,85 liegen.

Das Maßband macht WHR zu einer relativ zuverlässigen Methode, erklärt die Ernährungsexpertin. Denn ein Maßband ist genauer als eine Waage. Während die Maßband-Ergebnisse kaum beeinflusst werden können, kann unser Gewicht tatsächlich von schweren Knochen oder Muskelmasse abhängen. Außerdem: Wer beispielsweise ein Glas Wasser getrunken hat, wiegt sofort 100 Gramm mehr.

Idealgewicht professionell bestimmen

Ein Test mit einem Cardioscan, der unsere Körperzusammensetzung misst, ist mittlerweile sowohl beim Arzt als auch in vielen Fitnessstudios möglich. Unter anderem durch Infrarotlicht, eine Atemgas-Analyse sowie eine Blutdruckmessung kann der Cardioscan unsere Muskel- und Fettmasse sowie unsere Stoffwechselrate messen. Der Ergebnisbericht teilt verschiedene Aspekte unseres Körpers in die Kategorien „rot“, „gelb“ und „grün“ für „schlecht“, „kritisch“ und „gut“ ein.

Liegt der BMI der Testperson beispielsweise im roten und somit kritischen Bereich, die Muskelmasse dagegen im grünen Bereich, könnte sie ihr Idealgewicht mithilfe einer Ernährungsumstellung und Ausdauertraining erreichen. In der Regel beinhaltet das Ergebnis des Cardioscans bereits spezielle Trainingsempfehlungen. Ernährungstipps gibt’s dann beim Ernährungsberater. Dieser kann aufgrund der Testergebnisse einen individuellen Ernährungsplan erstellen.

Ihr individuelles Idealgewicht

Lassen Sie sich nicht zu sehr von allgemeinen Richtwerten und dem „modisch ästhetischen Idealgewicht“ in den Medien beeinflussen, rät Katrin Kleinesper. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihren eigenen Körper und fühlen Sie sich wohl darin!

Expertin

Katrin Kleinesper ist Diplom-Oecotrophologin. Sie arbeitet seit 17 Jahren als selbstständige Ernährungsberaterin und leitet die Firma Sportandfood.de.