Immer noch Akne? Tipps von der Hautärztin

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Wer kennt es nicht: Wen wir ein Pickelchen im Gesicht entdecken, müssen wir einfach drücken.
Foto: Corbis
Inhalt
  1. Welche Störungen liegen bei Akne vor?
  2. Was sollten Frauen tun, die um die 30, 40 sind und noch Akne haben?
  3. Lässt sich Akne denn "herbeipflegen"?
  4. Welchen Einfluss hat die Ernährung?
  5. Was begünstigt die Entstehung von Hautunreinheiten noch?
  6. Welche Information braucht der Hautarzt, um eine Therapie zu finden?
  7. Für wen eignet sich welche Therapie?
  8. Haben die irgendwelche Nachteile?
  9. Was können Hormone leisten?
  10. Kann man die Therapie unterstützen?
  11. Ist man die Akne ein für allemal los, wenn man seine optimale Therapie gefunden hat?

Sie sind über 30 und leiden immer noch an Akne? Wir verraten, was Sie dagegen tun können

Akne gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen: Etwa 85 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Die Veranlagung dazu wird vererbt. Eigentlich klingen die Pickel um das 20. Lebensjahr ab, aber auch immer mehr Frauen um die 40 werden sie nicht los. Ute Siemann-Harms, Dermatologie-Professorin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, sagt, was hilft.

Welche Störungen liegen bei Akne vor?

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Hauptursachen sind eine vermehrte Talgproduktion, Verstopfung der Talgdrüsen durch Hautzellen sowie Entzündungsprozesse und Hautkeime. Allerdings ist Akne kein Zeichen von Unreinheit, sondern eben Veranlagung. Erkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten spielen nur selten eine Rolle.

Was sollten Frauen tun, die um die 30, 40 sind und noch Akne haben?

Wichtig ist, zum Hautarzt zu gehen, um zu prüfen, was genau vorliegt. Art und Verteilung der Pickel lassen Rückschlüsse über die Ursache zu. Oft hilft auch eine Beratung, um die optimale Hautpflege zu finden.

Lässt sich Akne denn "herbeipflegen"?

Ja. Viele Frauen kennen ihren Hauttyp nicht und verwenden ungünstige Produkte. Zu reichhaltige Rezepturen etwa fördern die Pickel.

Welchen Einfluss hat die Ernährung?

Die meisten Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen Ernährung und Akne nachweisen. Auch Schokolade hat keinen Einfluss auf die Haut - obwohl viele das denken.

Was begünstigt die Entstehung von Hautunreinheiten noch?

Frauen, die sich ständig ins Gesicht fassen, haben auch häufiger Pickel. Das geschieht oft unbewusst, etwa wenn man den Kopf auf der Hand aufstützt oder sich an der Nase reibt.

Welche Information braucht der Hautarzt, um eine Therapie zu finden?

Sie sollten alle Hautpflegeprodukte, Medikamente und Aknepräparate, die Sie benutzen, zum Termin mitbringen. Der Mediziner wird sich über die familiäre Vorbelastung erkundigen und wissen wollen, in welchem Alter die Akne erstmals auftauchte.

Für wen eignet sich welche Therapie?

Grob gesagt gilt: Sehr fettige Haut braucht fettfreie Gele. Bei Mischhaut und eher trockener Haut sind Cremes ideal. Es gibt für jede Akneform abgestimmte Therapierichtlinien. Bei leichten oder mittelschweren Formen reichen oft eine bis zwei Cremes aus. Bei schweren Formen ergänzen Tabletten die Lokaltherapie. Oft werden auch antibiotikahaltige Cremes verschrieben.

Haben die irgendwelche Nachteile?

Cremes mit Antibiotika sollten nur kurzfristig aufgetragen werden, weil sonst die Gefahr von Resistenzbildung besteht. Mittlerweile gibt es aber auch effektive Präparate ohne Antibiotika, zum Beispiel ein Gel mit Adapalen und Benzoylperoxid, das langfristig angewendet werden kann und nur einmal abends aufgetragen wird.

Was können Hormone leisten?

Wenn eine externe Therapie nicht ausreicht, kann der Arzt eine antiandrogene Pille verschreiben.

Kann man die Therapie unterstützen?

Eine gesunde Ernährung hilft, ebenso wie eine abgestimmte Hautpflege. Achten Sie bei Kosmetik auf den Schriftzug "nicht komedogen".

Ist man die Akne ein für allemal los, wenn man seine optimale Therapie gefunden hat?

Nicht unbedingt. Da sich die Haut mit der Jahreszeit oder neuen Medikamenten ändert, sind Pflege und Therapie immer mal wieder anzupassen.

 

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