Immer wieder sonntags

Psychologie

Kaffee und Kuchen bei Tante Sigrid und Onkel Ernst, endlose Familienspaziergänge übers Land und abends das lästige Ranzenpacken für den nächsten Morgen. Wie haben wir den Sonntag gehasst, als wir zwölf waren. Doch jetzt sind wir erwachsen und genießen den freien Tag in vollen Zügen.

Oder eben nicht. Beschleicht Sie auch manchmal am Sonntagabend ein unangenehmes Gefühl? Hat der nahende Montag Sie schon in seinen Klauen? Eigentlich ist das Wochenende noch nicht vorbei, doch Ihnen fällt alles ein, was Sie letzte Woche nicht mehr geschafft haben? Und dann dieses lästige Meeting, das morgen ansteht... Der Sonntagsfrust hat Sie am Wickel. Doch Sie können etwas dagegen tun. SHAPE.DE zeigt Ihnen vier Strategien gegen den Blues.

Strategie 1 - Rituale erfinden

Denken Sie sich für jeden Montag etwas besonders Schönes aus, worauf Sie sich am Sonntagabend freuen können. Das kann ein klassisches Ritual sein, zum Beispiel der "Mittags-Stammtisch” mit Ihren Lieblingskollegen in Ihrem Lieblingsbistro und der Lieblingspasta. Oder Sie versüßen sich den Wochenanfang jedes Mal mit einem anderen "Psycho-Zuckerl”.

Ob Sie morgens vor der Arbeit in einem schönen Café frühstücken gehen, sich auf dem Weg ins Büro einen großen Strauß frischer Blumen kaufen oder die am Samstag gekaufte CD noch nicht am Wochenende hören, sondern sie mit in die Arbeit nehmen, bleibt Ihnen überlassen.

Strategie 2 - Den Job wegsperren

Freitag nachmittag. Noch fünf Minuten, dann ist endlich Wochenende! Hurra.Sie haben diese Woche nicht alles geschafft, was Sie sich vorgenommen haben? Macht nichts, das ist normal. Der Trick, mit dem der Job das Wochenende über im Büro bleibt: Schreiben Sie alle Dinge, die liegen geblieben sind, auf Zettel. Dazu notieren Sie jeweils, warum Sie diese Aufgaben nur im Büro und ausschließlich wochentags erledigen können. ("Weil ich dazu Frau A. anrufen muss”, "Der Chef muss den Brief unterschreiben” etc.) Die Zettel kommen in eine Schachtel oder kleine Truhe mit Schloss. Absperren und den Schlüssel an einen sicheren Ort legen.

Wenn am Sonntagabend die Jobgedanken hochkommen, denken Sie einfach an den Schlüssel, die Schachtel und daran, dass Sie vor Montag früh sowieso nichts erledigen könnten. Das Ritual des Wegsperrens ist wichtig, weil es der Psyche signalisiert: Der Job hat bis Montag in der Kiste zu bleiben!

Strategie 3 - Freiräume schaffen

Viele sind, ohne es zu realisieren, gar nicht von der nahenden Arbeitswoche überfordert, sondern von ihrem Wochenende selbst. Stichwort Freizeitstress. Sicher, es ist toll, dass Sie eine aktive Frau sind und was Sie so alles schaffen an zwei freien Tagen: Joggen, Biken, Schwimmen, Mami besuchen, die Steuererklärung für 2001 durchackern, Yogakurse leiten, die lang geplante Bergtour angreifen, ausgehen, Freunde treffen und nebenbei die Wohnung auf Hochglanz bringen. Kein Wunder, dass am Sonntag abend nicht nur die Woche total am Ende ist, sondern auch Sie. Also, fahren Sie ruhig einen Gang runter. Sehen Sie es als Luxus an, auch mal einen ganzen Tag lang nichts, aber auch gar nichts vorzuhaben.

Strategie 4 - Durchblick schaffen

Dass es Ihnen sonntags vor Montag graust, ist normal. Arbeiten ist nun mal eine Pflicht und nicht immer lustig. Dennoch sollten Sie in sich gehen, wenn der Sonntagsblues zur ernsthaften seelischen Belastung wird, vielleicht sogar Schlafstörungen hinzukommen. Dann ist es an der Zeit, über einen Jobwechsel nachzudenken.

Ist es bei Ihnen nur der "ganz normale Montagsfrust”, der Sie allwöchentlich packt, hilft vielleicht diese Überlegung: Jeder Job hat mindestens zwei Seiten. Da sind zum einen die unangenehmen Dinge, die aber getan werden müssen. Auf der anderen Seite gibt es die lohnenden Aufgaben, die Spaß machen oder Sie sogar euphorisch stimmen. Erinnern Sie sich bevorzugt an solche Highlights, bei denen Sie das Gefühl hatten: "Die Arbeit lohnt sich. Ich tue das Richtige.” Dann klappt's auch mit dem Sonntag.