#ImNoAngel: Jetzt wehren sich die Dünnen

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"Kurven sind schön": Das ist die Botschaft der #ImNoAngel-Kampagne. Verletzt diese Aussage dünne Frauen?
Foto: twitter.com/IMGmodels

Plus-Size-Debatte wird immer abstruser

Schluss mit dem Schlankheitswahn, fordert die #ImNoAngel-Kampagne des Plus-Size-Labels Lane Bryant. Echte Frauen statt Victoria's Secret-Engeln, heißt die Botschaft, die auch viele Kritiker hervorruft.

Letzte Woche veröffentlichte das amerikanische Plus-Size-Label Lane Bryant seine "I'm No Angel"-Kampagne und sorgte damit für jede Menge Wirbel im Netz: Kurvige Models in Dessous, die stolz verkünden: Wir sind keine Victoria's Secret-Engel - und haben (trotzdem oder gerade deshalb) einen Wahnsinnskörper. Die Botschaft kam an und wurde in den sozialen Netzwerken zuhauf geteilt. Doch jetzt wird Kritik laut, die Aktion sei diskriminierend.

Sexy Posen, Spitzen-Dessous, weibliche Rundungen: Mit "I'm No Angel" stichelt Lane Bryant gegen die magere Konkurrenz. Auch auf unserer Facebook-Seit kam die Werbung mit politischer Aussage an: "Genau das sind Frauen und keine Hungerhaken", schreibt eine Userin. "Hübsche Frauen und tolle Gesichter! Super Ausstrahlung - dass hat selbst manches Magermodel nicht!", postet eine andere. Doch darunter auch kritische Stimmen mit der Aussage: "Body Shaming" funktioniere in beide Richtungen. "Warum ist es besser, wenn moppelige Frauen dünne Frauen 'attackieren', als wenn es anders herum läuft?", wird in den Kommentaren gefragt. Und genau darum dreht sich die weltweite Kritik zur #ImNoAngel-Kampagne.

Offiziell soll die Werbung sich für kurvige Frauen stark machen. Alternativ lassen sich Fotos und Slogan aber auch anders interpretieren: Von "Skinny Bashing" und "Body Shaming" ist die Rede, also der Diskriminierung aufgrund des Körpers. Sind Kurven die neuen Knochen? Ist dünn jetzt schicker als dick - oder andersrum? Eine umfassende Kampagne rund ums Schönheitsideal sollte alle Körpersilhouetten umfassen. Und nicht ein Körperbild dem anderen vorziehen.

Wie das Label auf die Vorwürfe reagiert? Firmenchefin Linda Heasley erklärte schon vorab in einem offiziellen Statement: "Kein Körper muss perfekt sein, jede Frau soll sich in ihrer Haut wohlfühlen. Unsere 'I’m no Angel'-Kampagne wurde entworfen, um alle Frauen darin zu bestärken, jeden Teil von sich zu lieben." Und auch nach der Kritik meldete sich die Modemarke erneut auf Twitter: "Sexy ist sexy. Ganz egal, welche Größe." Eine Aussage, auf die sich hoffentlich Kritiker und Befürworter gleichermaßen einigen können.

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