Impfpflicht in Frankreich beschlossen

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In Frankreich und Italien ist das Impfen bereits seit mehreren Jahren Pflicht.
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Impfpflicht

In Frankreich ist die Impfpflicht beschlossene Sache. Anders als in Deutschland müssen Eltern hier ihre Kinder gegen Tetanus, Diphterie und Kinderlähmung impfen lassen. Andernfalls drohen ihnen Bußgelder und Haftstrafen.

Auch in Deutschland ist die Debatte über eine mögliche Impfpflicht aufgekommen. Angesichts der Masernwelle in Berlin fordert Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eine deutschlandweite Impfpflicht: "Wer seinem Kind den Impfschutz verweigert, gefährdet nicht nur das eigene Kind, sondern auch andere - das kann zu schweren Gesundheitsschäden führen." In Frankreich ist es schon lange Pflicht, seine Kinder impfen zu lassen. Ohne eine Impfung gegen Tetanus, Diphterie und Kinderlähmung werden Kinder nicht in Schulen oder Kindergärten aufgenommen. Mehr noch: Die Eltern, die sich weigern, ihre Kinder impfen zu lassen, müssen mit einer Geldstrafe in Höhe von bis zu 30.000 € oder einer 2-jährigen Haftstrafe rechnen.

Anfang des Jahres hatte ein Ehepaar aus Auxerre gegen die Impfpflicht in Frankreich geklagt. Der Grund: Marc und Samia Larère haben ihre drei und zwei Jahre alten Kinder nicht impfen lassen und sind daraufhin angeklagt worden. Sie wollen sich nicht ihr 'Recht auf Gesundheit' nehmen lassen, heißt es Medienberichten zufolge. Der Antrag: abgelehnt.

Der Verfassungsrat in Paris entschied am vergangenen Freitag, dass das 'Recht auf Gesundheit' den Schutz der Bürger vor schweren und ansteckenden Krankheiten wie Diphterie, Tetanus und Kinderlähmung umfasse. Der Strafprozess gegen das Ehepaar Larère wird wieder aufgenommen. Ob auch sie mit einer Haft- oder Geldstrafe bestraft werden bleibt abzuwarten. Und wie es mit der Impfpflicht in Deutschland weitergeht auch.

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