Impfungen - das sollten Sie wissen!

spritze injektion sxc unbegrenzt
Die Impfung gegen die Humanen Papillomviren (HPV) in jedem Alter sinnvoll
Foto: stock.xchng

Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist in aller Munde. Vorsorge ist nicht nur in diesem Falle sehr wichtig. Experten warnen: Sowohl Kinder als auch Erwachsene sind zu schlecht gegen gefährliche Infektionen geschützt.

Gebärmutterhalskrebs: Impfung auch für erwachsene Frauen grundsätzlich sinnvoll

An Gebärmutterhalskrebs erkranken in Deutschland jedes Jahr 6.200 Frauen. Verursacht wird er durch die Humanen Papillomviren (HPV), der durch Sexualkontakt übertragen wird. Der Forscher Harald zur Hausen, der das Virus entdeckt und die Impfung möglich gemacht hatte, wurde 2008 mit dem Nobelpreis geehrt. 70 Prozent aller Erwachsenen tragen das Virus in sich. Für junge Mädchen wird die dreimalige Impfung empfohlen. Doch auch Frauen im besten Alter können davon profitieren. Ein Tumor kann sich noch Jahre nach der Ansteckung entwickeln. Die HPV-Impfung ist deshalb in jedem Alter sinnvoll. Bei erwachsenen Frauen zahlen die Kassen die Impfung in Einzelfällen.

Allerdings liegen noch keine Langzeitstudien vor, die genau Auskunft darüber geben, wie lange der Schutz nach der Impfung besteht. Bisher liegen Untersuchungen vor, die den Impfschutz über viereinhalb Jahre zusichern. Nach heutigen Erkenntnissen soll eine Impf-Auffrischung nach zehn Jahren notwendig sein.

Aber nicht nur im Fall von Gebärmutterhalskrebs ist Vorsorge sehr wichtig. Viele Eltern glauben: Klassische Kinderkrankheiten wie Mumps, Masern oder Keuchhusten sind nicht gefährlich, Kinder müssen diese Infektionen durchmachen. Aber das stimmt nicht, warnt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert-Koch-Institut . Denn zum Beispiel Mumps kann bei Jungen zu Unfruchtbarkeit führen, bei Keuchhusten kann sich die Lunge entzünden, bei Masern kann zum Beispiel eine gefährliche Hirnhaut-Entzündung entstehen.

Gefahr für Erwachsene

Nur nach wenigen "Kinderkrankheiten" hat man einen natürlichen Schutz (zum Beispiel Masern, Mumps). Für ungeschützte Erwachsene sind die meisten Infektionskrankheiten weiter gefährlich. Bei Kinderlähmung, Diphterie, Masern (jeder 500. Erwachsene kriegt eine Hirnhautentzündung), Röteln (in der Schwangerschaft sind Organschäden beim Ungeborenen möglich) Mumps oder Keuchhusten kann es schwere Komplikationen geben - je älter man ist, desto heftiger. Dagegen ist das Risiko von ernsten Impf-Komplikationen verschwindend gering, liegt nur bei 1 zu 1 Million.

Das Impf-Programm

Nach den STIKO-Empfehlungen können Eltern ihre Kinder gegen die 12 wichtigsten Infektionskrankheiten impfen lassen:

  • Diphterie
  • Wundstarrkrampf (Tetanus)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Bakterien-Infektion Haemophilus influenzae Typ b (kann zum Beispiel Blutvergiftung auslösen)
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Hepatitis B (Leber-Entzündung)
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Windpocken
  • Meningokokken (Hirnhaut-Entzündung)
  • Pneumokokken (Lungen-Entzündung, aber z. B. auch Hirnhaut-Entzündung, Blutvergiftung)

Tetanus, Diphterie und Keuchhusten müssen im 5. oder 6. Lebensjahr aufgefrischt werden. Zweite Auffrischung: Zwischen 9 und 17 Jahren (in diesem Alter muss auch die Polio-Impfung aufgefrischt werden!).

Impfpass checken

Bei vielen Erwachsenen fehlen vor allem die Auffrischungen in der Jugend. Oder bei Diphterie und Tetanus die Auffrischung alle 10 Jahre im Erwachsenen-Alter. Deshalb sollten zum Beispiel Frauen ab 50 ihren Tetanus-Schutz checken lassen, denn diese Gruppe ist am schlechtesten gegen Wundstarrkrampf geimpft.

Die STIKO rät: Gehen Sie zum Hausarzt und lassen Sie Ihren Impfpass kontrollieren. Von der STIKO empfohlene Impfungen zahlt die Kasse, der Arzt kann sie sofort oder nach Bestellung des Impfstoffes nachholen. Es kann sein, dass er für ein Beratungsgespräch 10 Euro Praxisgebühr nehmen muss. Für Kinder fällt bei Schutzimpfungen keine Praxisgebühr an.

Grundsätzlich steht es Eltern frei, ihre Kinder impfen zu lassen oder nicht, da in Deutschland keine Impf-Pflicht besteht.

Bei allen Impfungen handelt es sich um Empfehlungen. Es gibt auch kontroverse Ansichten von Impf-Kritikern zu diesem Thema, die Sie beispielsweise hier nachlesen können. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liefert unabhängige Informationen zum Thema Impfen.

Kategorien: