In sieben Schritten zur glücklichen Beziehung

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Damit man gemeinsam in die Zukunft blicken kann, müssen wir unsere Wünsche und seine Vorstellungen miteinander vereinen.
Foto: Oana Szekely/Corbis

Ich, er ... WIR!

Ist man verliebt, treffen nicht nur zwei unterschiedliche Menschen aufeinander, sondern manchmal auch ganz andere Vorstellungen. Wie man in sieben Schritten aus zwei Leben ein gemeinsames macht, ohne sich aufzugeben

Jemanden an seiner Seite zu haben, der über alles ganz genauso denkt wie wir, ist so unwahrscheinlich, wie gleich zweimal im Leben vom Blitz getroffen zu werden: also extrem. Macht aber gar nichts, schließlich muss man nicht jede Passion miteinander teilen oder alles miteinander unternehmen.

Doch für eine längere, dauerhafte Beziehung - ein Leben zu zweit - ist eine gemeinsame Basis schon die wichtigste Voraussetzung. Denn erwachen wir aus dem Bauchkribbel-Koma der ersten Wochen oder Monate, stellen wir fest, dass es (zum Glück) noch mehr gibt. Nämlich unser eigenes Leben. Und eben auch seines. Die Kunst ist, das richtige "Dazwischen" zu finden. Damit wir das Ich nicht irgendwo auf dem Weg zum Wir verlieren. Und trotzdem eine eingeschworene Einheit werden. Selbst wenn wir schon länger mit unserem Liebsten zusammen sind, müssen wir immer wieder eine Art Liebes-Update herunterladen und das Wir auf den neuesten Stand bringen. Mit diesen sieben Schritten zur glücklichen Beziehung sind wir auf dem besten Weg, dass es mit dem "aus zwei mach eins" auch klappt:

Gemeinsamen Humor finden

Manchmal reicht nur einer seiner ganz bestimmten Blicke und wir müssen laut losprusten - weil wir ganz genau wissen, was er damit sagen will. Es ist eine Art Geheimsprache. Dazu können auch Situationskomik, (peinliche) Spitznamen oder frei erfundene Code-Wörter zählen. "Solche Geheim-Codes stärken das Wir-Gefühl", sagt Nina Deißler, Autorin des Buches "Für immer verliebt". "Man schafft sich damit eine Art 'dritten Planeten'." Dort gibt es regelmäßig nur uns beide - und genug Raum für die Liebe. Übrigens ist gemeinsam lachen tatsächlich wichtiger als ständig über alles zu reden. Denn das Hormon Dopamin, dass wir dabei ausschütten, lässt uns auch äußerlich strahlen. Das bringt uns gegegenseitig Sympathiepunkte ein und verbindet.

Echtes Interesse zeigen

Wie ist er aufgewachsen und wofür brennt er? Bevor man zu einem Wir wird, muss man den Er-Faktor kennen - also das, was ihn ausmacht. Das braucht natürlich etwas Zeit. Und nur weil sein Herz für Haiku (japanische Gedichte) schlägt, müssen wir nicht gleich im Kimono neben ihm auf dem Sofa hocken. Sich für seinen Partner zu interessieren, heißt nicht, dass wir auch alles mitmachen müssen, was ihn begeistert. Wichtiger ist, überhaupt zu wissen, wofür sein Herz schlägt. "Das schafft eine Vertrautheit, die einen näher zusammenrücken lässt", sagt Beziehungscoach Deißler.

Kompromisse eingehen

Lieben heißt manchmal auch, selbstlos zu sein - nur um ihn strahlen zu sehen. Auch wenn uns Basketball bislang nur wenig interessiert hat, sollten wir ihn ab sofort auch mal von der Tribüne aus anfeuern. Fällt schließlich ohnehin nicht schwer, wenn er aufs Feld kommt - und wir am liebsten vor Stolz platzen würden, oder? "Man sollte sich fragen, in welchen Bereichen man bereit ist, dem Partner entgegenzukommen, um ihm eine kleine Freude zu machen", rät Nina Deißler. Trotzdem sollten wir deshalb keine "Das hab ich nur für dich gemacht"-Liste anlegen. Denn hält man es ihm nämlich später vor, schafft das eher Distanz.

Eine Leidenschaft entwickeln

Das Wir hat viel Potenzial, unseren Horizont zu erweitern. Dieses Geschenk sollten wir dankbar annehmen. "Findet man eine gemeinsame Leidenschaft, die man ohne den Partner nie entdeckt hätte, kann das ein Zeichen dafür sein, dass man in der Beziehung einen Schritt weiter gekommen ist", sagt die Expertin. Noch besser: Sich gemeinsam etwas zu suchen, das beide vorher noch nie gemacht haben. Blamieren wir uns nämlich gemeinsam beim Dart-Spiel oder entdecken den Spaß am Bouldern, können daraus echte Beziehungsrituale entstehen.

Ihn "Partner" sein lassen

Nein, wir müssen unserem Liebsten nicht alles erzählen. Wirklich nicht. Denn laden wir ständig den Stress von der Arbeit oder den Streit mit unserer Mutter bei ihm ab, verlangt das Ich eindeutig zuviel vom Er. Schließlich kann unser Liebster nicht Berater, Kumpel und Familie in einem sein. "Das ist eine viel zu große Verantwortung, an der die Liebe sogar zerbrechen kann", warnt Deißler.

Ihm seinen Spaß gönnen

"In der Formulierung 'Ich liebe dich' sollte 'Ich gönn dir deinen Spaß' enthalten sein", so der Beziehungscoach. Wer also jeden Mittwoch angesäuert ist, weil er zum Männerabend geht, stellt die bis dahin glückliche Beziehung dauerhaft auf eine harte Probe. Und macht vor allem sich selbst unglücklich. Laut einer aktuellen Studie brauchen immerhin 42 Prozent regelmäßig Zeit für sich. Schenken wir unserem Liebsten diesen Freiraum, kann man die gemeinsame Wir-Zeit viel bewusster genießen.

Momente ohne ihn schätzen

Damit man sich nicht zwischen seinem Sport und dem neuen Action-Streifen, den er so mag, verliert, sollte man sich immer mal wieder fragen, wer man selbst ist und was einen ausmacht. Die besten Helferinnen für ein stärkeres Ich in dem Wir sind unsere Freundinnen. Sie merken, wenn wir uns zu sehr verändern oder uns total aufgeben. Deshalb dürfen wir Freundschaften nicht vernachlässigen. Nicht mehr zu wissen, was im Leben der besten Freundin los ist, ist nämlich nur die ersten drei Wochen der "Ich bin frisch verliebt"-Phase in Ordnung. Okay, oder vier. Denn nur aus einem zufriedenen Er und einem selbstbewusstem Ich kann schließlich ein glückliches Wir entstehen.

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