Inspirierend: Offener Brief einer selbstbewussten Frau

inspirierend offener brief einer selbstbewussten frau
Bikini-Heldin
Foto: Tanis Jex-Blake/ Facebook

Fünffache Mutter steht zu ihrem Körper

Wie grausam und verletztend Menschen sein können, erlebte die Kanadierin Tanis Jex-Blake, als sie im Bikini am See lag. Anwesende machten sich über ihren Körper lustig. Mit einem beeindruckenden offenen Brief konterte die 33-Jährige. Hier lesen!

Jetzt mal ehrlich: So perfekt wie auf Werbeplakaten und in Magazinen sehen die wenigsten Menschen aus. Oft nicht mal die abgebildeten Models selbst. Denn da hilft gerne Photoshop nach. Wie sehr wir trotzdem an den Anblick makelloser Körper gewöhnt sind - und wie sehr uns vermeintliche Makel wie Speckröllchen oder Narben stören oder gar schockieren - zeigt ein Beispiel aus Kanada.

Dort legte sich die 33-jährige Tanis Jex-Blake im Bikini an den See - und wurde so sehr für ihr Aussehen gehänselt, dass sie später im Auto in Tränen ausbrach. Nur, weil ihr Bauch nach fünf Geburten nicht mehr so aussieht, wie ihn die Gesellschaft gerne hätte. Anstatt sich zu Hause zu verkriechen, entschied sich Tanis Jex-Blake allerdings dafür, ihrem Frust - und ihrem Stolz - in Form eines offenen Briefs Luft zu machen. Ihr Statement postete sie am 30. Juli 2014 zusammen mit einem Bikini-Bild auf ihrem privaten Facebook-Profil.

Der offene Brief von Tanis Jex-Blake

Es tut mir leid, wenn euch mein erster Anlauf, nach 13 Jahren in der Sonne zu baden, angewidert hat. Es tut mir leid, dass mein Bauch nicht flach und straff ist. Es tut mir leid, dass mein Bauch übersäht ist von Dehnungsstreifen. Es tut mir nicht (!) leid, dass mein Körper fünf (!) fabelhafte, gesunde, intelligente, wunderbare Menschen beherbergt hat, die darin wuchsen, dass er sie beschützt und genährt hat. Es tut mir leid, dass euch mein 33 Jahre alter, 57 Kilo schwerer Körper so sehr empört hat, dass ihr auf mich gezeigt und gelacht habt und so getan habt, als würdet ihr mich treten.

Aber ihr solltet wissen, während ich eure ,perfekten‘ jungen Körper gesehen habe, habe ich mich nur gefragt: Welche großartige und wunderbare Meisterleistung hat euer Körper vollbracht? Ihr solltet auch wissen, dass ich mit erhobenem Haupt nicht zusammen gezuckt bin, als ihr euch über mich lustig gemacht habt. Ich habe so getan, als hätte das, was ihr gesagt und getan habt, keinen Effekt auf mich; aber auf dem Weg nach Hause habe ich im Auto geweint. Vielen Dank dafür, dass ihr mir meinen Tag versaut habt. Leute wie ihr machen diese Welt zu einem hässlichen Ort voller Hass.

Ich kann gar nicht anders, als Mitleid für die Frauen zu empfinden, die eines Tages eure Kinder austragen und dann in euren Augen widerlich erscheinen werden, wenn sich ihre Körper während diesem wundersamen Prozess der Schwangerschaft verändern werden. Ich kann nur hoffen, dass ihr eines Tages verstehen werdet, dass die Narben meines Kampfes etwas sind, worauf ich stolz sein kann und nicht beschämt sein muss.

Kampf dem Schönheitswahn: Eine inspirierende Kampagne hier ansehen >>

Kategorien: