Mütter & KinderIntelligenz: Mütter vererben sie an ihre Kinder

Mütter vererben Intelligenz an ihre Kinder
Die Intelligenz haben die Kinder von ihren Müttern
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Mütter vererben Intelligenz an ihre Kinder - jedenfalls grob gesagt. Wir erklären, was hinter der Intelligenz-Vererbung wirklich steckt.

Erst einmal die schlechte Nachricht: Es gibt kein "Mega-Gen", das Intelligenz vererbt.

Aaaaber: Es gibt eine Gruppe von Genen, welche die Entwicklung von Intelligenz beeinflussen. Und diese liegen vor allem auf dem X-Chromosom, also gerade dem Chromosom, von denen Frauen zwei haben (XX), Männer aber nur eins (XY). Das haben Forscher der Humangenetik an der Universität Ulm in ihrer Studie heraus gefunden.

Was heißt das konkret?

Da sich die "intelligenzfördernden" Gene auf dem X-Chromosom befinden, sind sie bei Frauen gleich doppelt vorhanden: Setzt ein intelligenzfördernde Gen auf einem ihrer X-Chromosomen aus, springt das auf dem zweiten X-Chromosom dafür ein - die Intelligenzförderung ist somit gerettet.

Das erklärt auch, warum es Studien zufolge (s. David G. Myers: "Psychology") häufig Männer sind, die entweder hochintelligent oder eben sehr wenig intelligent sind: Setzt das intelligenzfördernde Gen auf dem X-Chromosom aus, haben sie keinen "Ersatz" dafür.

Allerdings gibt es noch weitere Chromosomen, die "Intelligenz bestimmende Gene" haben - und über die sowohl Männer als auch Frauen verfügen, wie die Ulmer Forscher herausfanden. Bloß sitzen auf diesen Genen eben nicht so viele von ihnen, wie auf dem X-Chromosom.

Ist Intelligenz also vererbbar?

Ja und nein. Denn ebenfalls relevant für die Intelligenz sind die Erziehung, das soziale Umfeld, die Umgebung und die Ernährung des Menschen - sowohl des Kindes, als auch der Mutter in der Schwangerschaft.

Durch die verschiedenen Einflüsse, die Intelligenz entweder fördern oder verringern können, kann man festhalten: Wer nur über wenige intelligenzfördernde Gene verfügt, gleichzeitig aber von den Eltern gefördert wird, ein stabiles soziales Umfeld hat, sich nährstoffreich ernährt und mit möglichst wenigen Umweltgiften in Kontakt kommt, hat sehr gute Chancen, "trotzdem" einen hohen IQ (Intelligenzquotient) zu erreichen.

Zudem gibt es 8 verschiede Arten von Intelligenz - jedenfalls laut Howard Gardners' "Theorie der multiplen Intelligenzen" (Harvard University):

1. die sprachlich-linguistische Intelligenz

2. die logisch-mathematische Intelligenz

3. die musikalisch-rhythmische Intelligenz

4. die bildlich-räumliche Intelligenz

5. die körperlich-kinästhetische Intelligenz

6. die naturalistische Intelligenz

7. die interpersonale Intelligenz

8. die intrapersonale Intelligenz

Gardner definiert als "Intelligenz" somit verschiedene Fähigkeiten, die Menschen erwerben können - Gene spielen in dieser Theorie nur eine kleine Rolle.

Apropos Definition

Bis heute gibt es keine einheitliche Definition der Intelligenz. So sind viele Fragen noch ungeklärt, Forscher verschiedenster Gebiete können sich aus Mangel an Beweisen nicht auf klare Antworten eingien:

Wo verläuft die Grenze zwischen Intelligenz und Dummheit? Welche Eigenschaften machen Intelligenz aus? Wie lässt sich Intelligenz messen?

So lautet das Fazit: Intelligenz ist noch lange nicht gänzlich erforscht - aber auf das X-Chromosom können wir Frauen ja trotzdem anstoßen... :-)

 

 

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