Interview mit Paula Lambert - Teil 2

paula h

Liebe & Sex

Ganz viel Sex und noch mehr Liebe. Paula Lambert hat eine Mission: Unser Liebesleben und damit die Welt retten. Darum redet die Autorin des Buches „Keine Angst, der will nur spielen - Der Männerreport“ über ihre Herzensthemen, wo immer sie kann, und erklärt uns so schöne Dinge wie den perfekten Blowjob. Im ersten Teil des Interviews berichtet Paula, wie man die große Liebe finden und behalten kann. Im zweiten Teil hier geht es um die lustvollen Details der Liebe.

Paula, was mache ich denn, wenn ich mit dem Penis meines Mannes nicht zufrieden bin?

Bei One-Night-Stands würde ich gnadenlos gehen, wenn mir nicht gefällt, was ich da sehe. Man muss nicht jeden Mist mitnehmen. Das bezieht sich allerdings nicht nur auf den Penis, versteht sich. Aber wenn mir wahrhaft etwas an dem Mann liegt, sollte ich versuchen, mit körperlichen, sagen wir: Besonderheiten zu leben. Weder Mann noch Frau kann schließlich etwas dafür, wie er gebaut ist. Ich hatte mal einen, der hatte so einen kleinen Penis, dass ich mich wirklich gefragt habe, wie der damit pinkeln kann. Da habe ich mich höflich verabschiedet. Ich habe es aber nicht direkt gesagt. Und sonst hilft ja immer noch: Licht ausmachen. Aber man sollte schon mit seinem Aussehen leben können und ihn appetitlich finden. Es hilft ja nichts, wenn man jedes Mal brechen muss, wenn er sich auszieht.

Beziehung ohne Sex – kann das funktionieren?

Kann passieren, die haben dann mehr ein geschwisterliche Beziehung, das kann aber eine schöne Lebensgemeinschaft sein. Wäre aber nichts, was mich auch nur im Entferntesten interessieren würde. Ich kenne schrecklich viele Frauen, die sagen, Sex interessiert sie nicht so. Ich glaube, die haben das für sich selbst irgendwann abgeschrieben und das finde ich echt schade.

Sieht man es Frauen an, wenn sie zu wenig oder schlechten Sex haben?

Ja, natürlich. Die Mundwinkel hängen, die ganze Haltung verändert sich, das Gesicht wirkt verkniffen. Und das ist gemein, weil es natürlich ganz viele Menschen gibt, für die ist Sex einfach nicht drin, weil sie irgendwie merkwürdig sind. Das ist keine Frage der Attraktivität, sondern des Wesens. Aber was sollen die machen? Mit Angela Merkel würde ich als Mann auch nicht ins Bett wollen. Einfach weil die so knallhart ist, da ist nichts Warmes an ihr.

Wobei sie in letzter Zeit viel abgenommen hat. Sie strahlt so vor sich hin.

Wer weiß, vielleicht hat Frau Merkel einen jungen Liebhaber? Als Mann würde ich immer stutzig werden, wenn die Frau ab einem gewissen Alter plötzlich so einen Rundumschlag macht und sich verjüngt. Also man sieht es den Leuten wirklich an, weil Berührung, es muss ja nicht mal Sex sein, so elementar ist. Wenn man sich überlegt, wie viele Menschen niemals berührt werden, das ist schon erschütternd. Es geht nicht um Orgasmen, sondern etwas viel Größeres. Und darum ist eine Beziehung ohne Sex … also, nicht für mich.

Viele Frauen schmeißen ihre Ehen komplett über den Haufen, wenn der Sex nach ein paar Jahren eingeschlafen ist und plötzlich ein junger Liebhaber auftaucht.

Ich habe in einer Studie gelesen, dass verheiratete Paare sich im Schnitt ein Mal die Woche küssen. Ein Mal die Woche! Ich würde zu Staub zerfallen! Ich kenne so viele Frauen, die sagen, sie brauchen keinen Sex, sie haben so ein freundschaftliches Verhältnis mit ihrem Partner – und dann rasten sie mit Mitte 40 völlig aus und vögeln mit ihrem Tennislehrer. Oder sie vertrocknen. Das sind diese verblühten Frauen, die man überall sieht, weil die niemand begehrt. Und die sich selber auch nicht. Das ist so traurig. Ich könnte mich da schon wieder in Rage reden. Diese Selbstverleugnung ist echt ein Problem.

Wie schaffe ich das denn, mit meinem Partner unverkrampft über Sex zu sprechen?

Wenn er irgendeinen Blödsinn macht, sollte man nicht sagen „Du machst das falsch, mach mal lieber so“. Männer sind unglaublich sensibel, wenn man sie da kritisiert. Lieber sagen „Ich mag das sehr, wenn du mich so berührst“ oder „Weißt du, was mich total wild macht? Wenn du mich so anfasst …“ Suggestiv arbeiten. Sonst: Einfach fragen, was er möchte. Und wenn man bei seinem Mann ein leichtes Unwohlsein spürt, einfach probieren, etwas anders zu machen. Zähne weglassen. Fingernägel weglassen. Das kann helfen.

Sollten Pärchen zusammen Pornos schauen?

Wenn’s Spaß macht, klar. Aber man sollte nicht meinen, dass bizarre Sex-Unternehmungen helfen, wenn es im Bett nicht mehr läuft. Wenn es da ein Problem gibt, wird es auch nichts retten, in den Swinger-Club zu gehen. Da werden erstens beide wahnsinnig beschämt wieder rausgehen und zweitens hat eine missglückte oder nicht existente Sexualität nichts damit zu tun, dass denen nichts einfällt, sondern nur damit, dass die zwei überhaupt nicht mehr miteinander schwingen. Um da wieder hin zu kommen, kann es helfen, sich sonntags zu einer Rede-Stunde zu verabreden. Erst rede ich, dann redest du, nur damit man weiß, was in dem anderen vorgeht. Es ist wichtig, den Kontakt zum Partner zu halten. Ich finde es auch überhaupt nicht schlimm, sich von einem Paartherapeuten in eine Beziehung begleiten zu lassen, immer, aber besonders, wenn man weiß, dass man aus einem konfliktbeladenen Elternhaus kommt. Damit würde ich nun auch nicht in den ersten drei Monaten anfangen, aber so nach sechs Monaten schon. Wenn es ein vernünftiger Mann ist, wird er das mitmachen!

Und wann ist es Zeit, eine Beziehung zu beenden?

Wenn es keinen Entwicklungsspielraum mehr gibt, wenn der andere total mauert, das gibt es ja leider oft, dass der andere sagt „Ich will mich nicht verändern, friss oder stirb“. Und wenn man ständig unglücklich damit ist. Wir leben nur ein Mal. Ich lehne es ab, sofort abzuhauen, wenn es schwierig wird, aber wenn die Verbindung für mehr Unglück als Glück sorgt, ist es Zeit, sich zu verkrümeln.

Könnte es den Frauen helfen, wenn sie weniger Liebesfilme schauen würden?

Oh ja, aber die sind so schön, die romantischen Filme. Ich hab‘ neulich „Crazy, Stupid, Love“ gekauft. Der ist so super. Aber illusorisch. Daher haben wir so perfekte Bilder im Kopf, die völlig absurd sind. Aber es ist manchmal schön, darauf zu hoffen.

Wenn Sie sich für die Zukunft für die Menschen und ihre Beziehungen etwas wünschen könnten, was wäre das?

Dass sie es schaffen, einander so zu akzeptieren, wie sie sind und nicht ständig versuchen, sich durch emotionale Bombenwürfe gegenseitig zu zerstören, nur um die eigene Eitelkeit zu nähren. Mehr Liebe für alle!

Zurück zum ersten Teil des Interviews

Kategorien: