Ist das das Ende von WhatsApp? ICQ ist wieder da!

whatsapp icq

Foto: iStock

Der Kult-Messenger ICQ feiert sein großes Comeback

Ah-Oh! Da wird man bei WhatsApp aber gar nicht froh sein! Denn der Messenger-Riese bekommt unerwartete, fast vergessene, Konkurrenz: ICQ ist wieder da!

Ich denke an ICQ und schon fühle ich mich etwa 10-12 Jahre zurück versetzt. Ich sehe die kleine grüne Blume mit nur einem roten Blütenblatt auf meinem Monitor leuchten. Höre das laute "Ah-Oh!" wenn eine Nachricht ankommt. Ich bin wieder Anfang 20 und verbringe ganze Abende am Rechner und chatte mit meinen Freunden, die überall auf der Welt verstreut sind. Selbst mit meinem Mitbewohner chatte ich: "2 Meter Luftlinie sind kein Grund auf ICQ zu verzichten" hieß eine beliebte Gruppe im StudiVZ...

Ach ja, damals. Und das kann jetzt wieder kommen.

Der russische Betreiber von ICQ, der WebAnbieter Mail.ru, hat ordentlich investiert und die mobile Version von ICQ in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut.

Inzwischen (mit der neuen Version 10) steht die ICQ-App dem Marktführer WhatsApp in nichts mehr nach. Man kann Nachrichten verschicken, diese mit Emojis (sogar noch mehr als bei WhatsApp) auflockern, es gibt Gruppenchats, Video-Chats, man kann sogar Dateien von bis zu 4GB-Größe verschicken (letzteres geht bei WhatsApp noch nicht). Die ICQ-App gibt es für Android, iOS und auch Windows Phones und selbstverständlich auch weiterhin als Desktop-Version für den Computer. Wem das Tippen auf dem Handy - gerade von längeren Nachrichten - irgendwann zu doof ist (so ein Mensch bin ich), und Telefonieren geht gerade nicht, der kann also einfach am Rechner an der gewohnten Tastatur auf lange Nachrichten mit langen Nachrichten antworten.

ICQ fehlt nur eines: Die Nutzer! Die sind in den vergangenen Jahren zwar wieder angestiegen, vor allem im Raum Südamerika erlebt ICQ große Erfolge. Doch an WhatsApp mit seinen über eine Milliarden Nutzern reicht ICQ noch lange nicht ran. Und ohne Kontakte, mit denen man bei ICQ-Kommunizieren kann, bringt einem ICQ logischerweise auch nichts.

Um die Sicherheit der Daten sieht es bei ICQ auch nicht wirklich anders aus als bei WhatsApp und Facebook (die ja zusammen gehören). Man hätte mit ICQ nur die Genugtuung, dass man Facebook seine Daten nicht überlässt, was ja für viele der Grund ist, sich nach WhatsApp-Alternativen umzusehen.

Ob ICQ den Marktführer WhatsApp also tatsächlich ausstechen wird, bleibt abzuwarten. Bisher steht ICQ WhatsApp zwar technisch in nichts mehr nach, doch den ultimativen Killer-Grund, jetzt wirklich zu wechseln, liefert die App noch nicht. Bisher reizt am Umzug nur die Nostalgie.

ww5

Kategorien: