Ist es schädlich, den Harndrang zu unterdrücken?

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Den Harndrang lange zu unterdrücken ist definitiv kein angenehmes Gefühl
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Wer den Harndrang unterdrückt, tut sich auf jeden Fall weh

Ob in einem wichtigen Vortrag, während eines spannenden Kinofilms oder auf der Autobahn: Manchmal kann oder muss man den Harndrang unterdrücken.

Dabei kennen wir doch die Mythen, die uns in der Kindheit erzählt wurden: Unterdrückt man den Harndrang, platzt die Blase! Den Harndrang unterdrücken ist quasi lebensgefährlich!

Doch was steckt wirklich dahinter?

Die Harnblase ist genau dafür da, um Urin anzusammeln, ihn ‚zwischen zu speichern‘. Er wird nämlich kontinuierlich in der Niere nachgebildet – und muss ja irgendwo hinfließen. Damit der Harn nicht im Höschen landet, wird er durch Schließmuskeln am Blasenboden zurückgehalten. Die Größe der Harnblase hängt natürlich von der Körpergröße des Menschen ab, umfasst aber etwa zwischen 900 und 1500 Millilitern – und sie ist ziemlich dehnbar. „Normalerweise platzt die Harnblase nicht“, bestätigt Dr. Wolfgang Bühmann vom Verband der Deutschen Urologen. Doch was passiert dann mit dem Urin, wenn die Blase voll ist? „Sie läuft über“, sagt Bühmann. „Ein Teil fließt zunächst zurück in die Nieren.“ Und wenn man dann immer noch den Harndrang unterdrückt? „“Unterdrückt man den Harndrang längere Zeit, öffnet sich irgendwann das untere Ventil der Blase , man verliert die Kontrolle über den Schließmuskel“ – und ‚macht in die Hose‘ .

So weit kommt es allerdings in den seltensten Fällen – schließlich ist enormer Harndrang ein sehr unangenehmes Gefühl. Dieses Gefühl zu ‚explodieren‘ und den darauffolgenden Schmerzen in der Bauch- und Rückenregion sorgen auf natürliche Weise dafür, dass man zeitig eine Toilette aufsucht – oder zur Not hinter einem Busch verschwindet.

Schädlich ist die Unterdrückung des Harndrangs nur wenn man es übertreibt: zu oft, zu lang. Denn Urin ist nun Mal ein Ausscheidungsprodukt, ein Abfallstoff des Körpers. Wer immer brav auf’s Klo geht, wenn er muss, reinigt also seinen Körper von innen. Mit dem Urin spült man schließlich auch eventuelle Bakterien heraus, die sich sonst in der Blase vermehren und im schlimmsten Fall Entzündungen hervorrufen könnten. Beim Austritt enthält Urin übrigens rund 10.000 Keime - pro Milliliter.

Übrigens: Ja, Frauen müssen tatsächlich öfter Pinkeln als Männer! Das liegt daran, dass starker Harndrang bei Männern im Durchschnitt später eintritt (bei ca. 350 – 750 ml) als bei Frauen (250 – 550 ml). Hinzu kommen äußere Reize; wie z.B. die Temperatur. Da Frauen ein sensibleres Kälteempfinden haben, ist ihnen schneller kalt - ihr Harndrang wird auch dadurch verstärkt.

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