Ist Ihr Mann gastrosexuell? Höhepunkt am Herd!

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Küchenschürze statt Fußballtrikot und Sous Vide Garer statt Dolby Surround Anlage. Ist auch ihr Mann gastrosexuell? Finden Sie es heraus.

Der Mann von heute ist gastrosexuell. Gastro-was? Gastrosexuell - einen Begriff, den die "Welt"-Kollegin Brenda Strohmaier 2010 erfunden hat. Der gastrosexuelle Mann ist also überhaupt nicht neu. Was ihn ausmacht? Er denkt immer nur an das eine - an das Kochen natürlich. Und er investiert in ausgefallene Kochgeräte, verbannt die Frau vom Herd und serviert als Amuse-Gueule warme Geleekugeln und essbare Schäume. Da kommt es gelegentlich mal vor, dass Einladungen verschoben und Termine verpasst werden. Nicht etwa, weil das Spiel der Lieblingsmannschaft in die Verlängerung ging, sondern weil er an Form und Farbe seiner Crème brûlée experimentieren musste.

Küche statt Bolzplatz

Die Küche ist der neue Hobbykeller - ausgestattet mit allem, was das gastrosexuelle Herz begehrt. Ein Vakuumiergerät? Langweilig! Ein Thermomix? Von gestern! Heute braucht es größere Geschütze, um mithalten zu können. Eine Karkassenpresse zum Beispiel. Und einen Sous Vide Garer. Einen Sous-was? Einen Garer, der das Dämpfen von Lebensmitteln, eingeschweißt in einer Vakuumverpackung, ermöglicht.

Neu im Trend: Räucheröfen. Von Fisch über Fleisch bis hin zu Gemüse und Obst - das traditionelle Räuchern erlebt eine Renaissance. Eine tausend Jahre alte Tradition - ist klar. Aber, wo bitteschön liegt der Unterschied, ob etwas kalt, warm oder heiß geräuchert - mit Gewürzen oder Kräutern verfeinert wird? Von der Art der Pökeltechnik mal abgesehen. Vielleicht ist auch das der Grund, warum auf dem Speiseplan des Gastrosexuellen weder Cordon bleu noch Spaghetti Bolognese, sondern Rauchmandel-Makrelen und Ultraschall-Pommes zu finden sind.

Vom Hobbykoch zum Männeridol

Und weil Männer keine halbe Sachen machen, misst sich der gastrosexuelle Vertreter gerne in weitreichenden Wettbewerben und Clubs - wie in dem 1960 in der Pfalz gegründeten CC-Club kochender Männer. Merke - das Phänomen des Gastrosexuellen ist nicht neu. Neu ist allerdings, dass Hobbyköche plötzlich als Rockstars der Küche betitelt werden. Und genau darin liegt das Problem.

Zugegeben - wir können uns Schöneres vorstellen, als unseren Mann an eine Horde toter Fische und Ziegen zu verlieren. Aber es gibt auch Schlimmeres. Wenn er sich mal wieder stundenlang in der Garage verschanzt zum Beispiel. Oder seinem Lieblingsverein mehr Ausmerksamkeit schenkt als uns. Dann sehnen wir uns doch lieber nach dem Mann, der in der ersten Liga kocht. Und wer weiß, vielleicht springt ja auch für uns die eine oder andere kulinarische Köstlichkeit dabei heraus.

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