„Ja, ich will!“: 6 Frauen über den Heiratsantrag

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Heiratsantrag
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Report Heiratsantrag

Bereit für einen Heiratsantrag? Wir haben ein halbes Dutzend davon! Sechs JOY-Leserinnen berichten über den schönsten Moment ihres Lebens – und liefern ganz nebenbei den besten Beweis, dass Heiraten wieder voll im Trend liegt.

Willst Du mich heiraten? Das ist wohl die schönste Frage, die ein Mann einer Frau stellen kann! Kein Wunder also, dass Popstars wie Bruno Mars oder Jason Derulo diesen Moment zum Thema ihrer Songs machten. Mit „Marry You“ und „Marry Me“ treffen sie genau den Nerv der Zeit – und mitten in unser Herz, denn Heiraten ist gerade wieder total angesagt. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts haben sich 2012 rund 10.000 Verliebte mehr das Ja-wort gegeben als im Vorjahr.

Heiratsanträge sind Männersache

Der Trendforscher Professor Peter Wippermann aus Hamburg hat dafür auch eine Erklärung parat: „In der heutigen Zeit ändert sich vieles unglaublich rasant, vor allem in der Berufswelt“, sagt er. „Daher haben junge Menschen wieder verstärkt die Sehnsucht, etwas Beständiges zu schaffen.“ Der erste Schritt liegt dabei nach wie vor bei den Kerlen. Denn: Heiratsanträge sind immer noch Männersache! Das sehen mehr als drei Viertel aller Frauen so, was eine ElitePartner-Studie kürzlich belegte. Wie genau er um ihre Hand anhält, ist den meisten hingegen gar nicht so wichtig – Hauptsache, seine Worte kommen von Herzen.

Auf den nächsten Seiten erzählen uns sechs JOY-Leserinnen von ihrem ganz persönlichen „Ja, ich will“-Moment! Mal wurden die Frauen zu Hause im Bett überrascht, mal im Urlaub und mal mitten auf dem Kölner Karneval. Sie haben danach noch Tränenreserven? Dann sehen Sie sich mal den Youtube-Clip von Isaac Lamb aus Portland an. Der Amerikaner ließ seine Freundin Amy zu „Marry Me“ durch die Gegend kutschieren und inszenierte ein gigantisches Livemusikvideo mit über 60 Leuten. Am Ende teilt sich die Menge, Isaac taucht auf, fällt auf die Knie und stellt die Frage aller Fragen. In diesem Sinne: Holen Sie schon mal die Taschentücher raus!

„Mein Herz klopfte so stark, dass es schon fast wehtat“

Christina (29) und Thees (36), HamburgEin Paar seit 2 Jahren und 3 Monaten, verheiratet seit 1 Jahr und 6 Monaten

Tag des Antrags: 20. Februar 2012Ort des Geschehens: in Köln, beim KarnevalBesonderheit: Thees fragte ganz spontan ohne Ring und Kniefall – aber mit Erfolg!

Als die Party für Christina langsam zu Ende ging, wusste sie nicht, dass der Höhepunkt noch vor ihr lag. Vier Tage hatten die beiden Juristen auf dem Kölner Karneval verbracht, am Rosenmontag musste Christina wieder nach Hamburg. Thees blieb einen Tag länger, aber begleitete sie noch zum Bahnhof. Unverkleidet und mit einem großen Koffer im Schlepptau schlurften die beiden durch die schunkelnde Menschenmenge. Vorbei an Piraten und Krankenschwestern, an Frauen mit roten Perücken und Männern in Mönchskutten.

Dann nahm Thees Christinas Hand und lotste sie zu einer Bierbude. Direkt daneben stand eine kleine Holzbühne, auf der eine Band gerade ihre Instrumente abbaute. Von hier aus hatten Christina und Thees einen perfekten Blick auf den Rosenmontagszug. Die Wagen ruckelten vorbei – und plötzlich standen die beiden mitten in einem bunten Bonbon-Regen. Thees wandte sich zu Christina herüber und sah ihr schweigend in die blauen Augen.

„Ich war einfach nur überglücklich“

Spontan griff er ihr unter die Achseln und hob ihren zierlichen Körper ganz langsam auf die Bühne. „Was wird das denn, wenn’s fertig ist?“, fragte Christina und lachte. Doch Thees antwortete nicht. Stattdessen legte er seine Hände um ihre Hüften, blickte zu ihr hoch und stellte auf einmal die Frage, mit der Christina am wenigsten gerechnet hatte. Vor allem, weil sie erst drei Monate zusammen waren. „Willst du meine Frau werden?“

Der Juristin sackten beinahe die Beine weg, ihr Herzklopfen wurde so stark, dass es fast wehtat. Trotzdem schrie sie sofort „JA!“ und schlang ihre Arme um seinen Hals. Er hob sie strahlend wieder nach unten und küsste sie. Während dann Eisbären mit schwarzen Sonnenbrillen, lebende Vogelscheuchen und andere schräge Gestalten vorbeiwankten, hielten sich die beiden still aneinander fest. „An der Ernsthaftigkeit seiner Frage habe ich überhaupt nicht gezweifelt“, erinnert sich Christina heute zurück. „Ich war einfach nur überglücklich.“

„Irgendwie hatte ich auf einmal so eine Vorahnung“

Nadja (28) und Felix (32), ReutlingenEin Paar seit 3 Jahren, verheiratet seit 1 Jahr und 2 Monaten

Tag des Antrags: 6. Dezember 2012Ort des Geschehens: in Reutlingen, in Nadjas LieblingsrestaurantBesonderheit: Felix schenkte Nadja zum Nikolaus drei Gutscheine, die es in sich hatten ...

Nicht dein Ernst! Als Nadja am Morgen des 6. Dezembers in die Küche kam, erwartete sie dort eine farbenfrohe Überraschung – eine bunt bedruckte Papptüte mit Dutzenden von Mini Weihnachtsmännern und drei Umschlägen in Weiß, Rot und Gold. Felix war an diesem Tag schon früh aus dem Haus gegangen und hatte ihr das geheimnisvolle Geschenk demonstrativ auf den Küchentisch gestellt. Vorsichtig öffnete sie die Umschläge. Zum Vorschein kamen drei Karten.

Auf der ersten stand „Freundschaft“, auf der zweiten „Liebe“, auf der dritten „Treue“. Und unter der letzten der Hinweis: „Das sind Gutscheine, die du heute Abend einlösen darfst.“ Die Lehrerin schluckte. Sie ahnte, dass mehr hinter diesen unscheinbaren Karten stecken könnte, als Felix verriet ... „Insgeheim habe ich mir schon lange gewünscht, dass Felix mir einen Heiratsantrag macht“, erzählt sie heute. „Er war allerdings schon einmal verheiratet gewesen und ich dachte, er will kein zweites Mal.“ Aber er wollte.

Ewige Liebe, Treue und Freundschaft

Zwölf Stunden später saßen die beiden in Nadjas Lieblingsrestaurant. Ein schickes Lokal mit weiß eingedeckten Tischen und schwäbisch-italienischer Crossover-Küche. Felix orderte zwei Gläser Champagner, Nadjas Puls wurde schneller. Tut er es wirklich? Die beiden stießen an. Sie spürte, dass sich ihre Wangen röteten. „Na dann gib mir mal die Gutscheine“, sagte Felix. Nervös kramte Nadja die Karten heraus und reichte sie über den Tisch. Felix schmunzelte.

Er griff in seine Hosentasche, holte eine kleine rote Schachtel hervor und gab sie ihr. Nadja sah ihm für einen Moment in die Augen, dann wandte sie sich der Schachtel zu und öffnete sie. Da war er: der Ring! Genauer gesagt: Drei miteinander verbundene Ringe in Rot-, Gelb- und Weißgold. „Das ist das Symbol für ewige Liebe, Treue und Freundschaft“, sagte Felix leise. „Du bist der wertvollste Mensch in meinem Leben und ich liebe dich von ganzem Herzen.“ Als sie zu weinen begann, holte er tief Luft. Dann sprach er es aus: „Willst du meine Frau werden?“ Unter dicken Tränen bekam Nadja nur noch ein einziges Wort heraus: „Ja.“

„Plötzlich war er eine Stunde weg!“

Agnieszka (36) und Ingo (43), OldenburgEin Paar seit 7 Jahren, verheiratet seit 3 Jahren

Tag des Antrags: 23. März 2010Ort des Geschehens: in Italien, in der Nähe von GallipoliBesonderheit: Ingo bestellte einen Blumenverkäufer an den Strand

Alles begann damit, dass die Luft raus war – und zwar die aus Agnieszkas Mountainbike. Die beiden waren in Süditalien unterwegs, auf dem Weg zu einem Strand, den Ingo ausgesucht hatte. „Hier ist es doch auch schön“, sagte die gebürtige Polin, doch Ingo pumpte gehetzt ihren Reifen auf. Nach 15 Minuten zeigte er strahlend auf eine fast menschenleere Bucht. „Da wollte ich hin!“

Heiratsantrag auf Polnisch

Sie legten sich in die Sonne, Ingo hielt es aber nicht lange auf der Decke aus. „Ich geh mal spazieren“, sagte der Physiotherapeut. Erst nach über einer Stunde stand er auf einmal wieder vor ihr, die Hände hinterm Rücken. Er presste die Lippen zusammen, kniete sich in den Sand und hielt ihr einen Strauß lachsfarbener Rosen hin. In der anderen Hand hatte er einen zerknüllten Zettel, von dem er mit zittriger Stimme ablas: „Czy chcesz zostać mojÄ… żonÄ…?“ Ein Heiratsantrag in ihrer Muttersprache!

Die Kulturwissenschaftlerin lachte, wurde dann aber schlagartig ernst und sagte: „Ja, Ingo, ja!“ Erleichtert zog er einen Holzring aus der Tasche, den sie einen Tag zuvor in der nächstgelegenen Hafenstadt bewundert hatte. Ingo war froh, dass er passte. Zwei Dinge waren nämlich schon schiefgelaufen, wie Agnieszka später erfuhr: Der Blumenhändler hatte sich um mehr als eine Stunde verspätet – und er hätte eigentlich rote Rosen bringen sollen...

„Es fühlte sich an wie in einem Hollywood-Film!“

Sabrina (33) und Frank (41), HamburgEin Paar seit 2 Jahren und 5 Monaten, verheiratet seit 1 Jahr und 4 Monaten

Tag des Antrags: 2. September 2012Ort des Geschehens: in Paris, auf einer Parkbank im Garten von Sacré-CœurBesonderheit: Frank legte Sabrina die Stadt der Liebe zu Füßen

Als Frank Sabrina im Juni 2012 mit einer Reise nach Paris überraschte, ahnte sie nichts von seinem eigentlichen Vorhaben. Sie freute sich einfach tierisch, denn Frankreichs Hauptstadt hatte sie noch nie gesehen. Monate später flogen sie hin. Händchenhaltend schlenderten die zwei bei strahlendem Sonnenschein an der Seine entlang, blickten auf den Eiffelturm und tranken Café au Lait.

Dann stand das Highlight ihrer Tour an: die Wallfahrtskirche Sacré-Cœur. Der strahlend-weiße Prachtbau liegt auf dem höchsten Hügel der Stadt, dem Montmartre. „Komm mit, ich zeig dir was“, sagte Frank und führte Sabrina über mehr als 500 Stufen hinauf, vorbei an Straßenmalern, Jongleuren und Musikern. Oben angekommen blieb Sabrina fast die Luft weg – nicht, weil sie aus der Puste war, sondern wegen des atemberaubenden Blicks auf die Stadt. Frank hingegen wirkte nervös und konnte sich nicht entscheiden, wo er sitzen wollte.

Plötzlich machte alles Sinn

Schließlich lotste Frank Sabrina auf eine einsame Bank, die von Ahornbäumen umgeben war. Er rückte neben sie, dann ging alles ganz schnell. Frank griff in seine Jacke, holte eine Schachtel heraus, öffnete sie und präsentierte einen Diamantring. Schließlich sagte er: „Ich liebe dich. Willst du meine Frau werden?“ In dem Moment fühlte sich Sabrina wie in einem Hollywood-Film – und alles machte plötzlich Sinn: die Reise nach Paris, der steile Aufstieg, die einsame Bank. Und mit pochendem Herzen sagte sie: „Ja, ich möchte dich heiraten.“ Dann nahm er ihr Gesicht in beide Hände und küsste sie.

„War ich schon wach – oder träumte ich noch?“

Theresa (28) und Dirk (34), SchwerinEin Paar seit 2 Jahren, verlobt seit 1 Jahr

Tag des Antrags: 13. März 2013Ort des Geschehens: im Bett, mitten in der NachtBesonderheit: Dirk ließ einen ganz speziellen Ring anfertigen

Theresa war bereits im Bett, als Dirk um kurz vor Mitternacht nach Hause kam. „Hallo Schatz“, flüsterte die Journalistin im Halbschlaf, als er sich zu ihr legte. „Ich schlaf mal weiter ...“ Aber Dirk wollte nicht schlafen – sondern reden. „Weißt du, das Leben ist so toll mit dir“, fing der Tischler an. „Schatz, lass mich in Ruhe“, grummelte Theresa. „Jetzt hör mir doch bitte mal zu“, machte Dirk weiter und drehte ihr Gesicht zu sich herüber. „Theresa, willst du meine Frau werden?“ Stille. Einundzwanig, zweiundzwanzig ...

Theresa riss die Augen auf, als würde ihre Wohnung in Flammen stehen. „Was hast du da gerade gesagt?“ Sie starrte ihn verwirrt an. Dirk wurde für einen Moment unsicher. Dann sagte sie: „Meinst du das wirklich ernst?“ Und ohne seine Antwort abzuwarten: „Ja, na klar!“ Er hob sein Kopfkissen hoch und da war er: ein Ring in Form eines Ankers. In so einen hatte sie sich vor ein paar Wochen verliebt – und er hatte es sich gemerkt! Sie umarmte ihn schreiend und dann ließen sich die beiden in die Kissen fallen...

„Er war wahnsinnig still, so kannte ich ihn überhaupt nicht“

Tina (29) und Volker (38), CloppenburgEin Paar seit 11 Jahren, verheiratet seit 4 Jahren

Tag des Antrags: 15. August 2009Ort des Geschehens: Insel der Jugend, an der Berliner SpreeBesonderheit: Volker hatte keinen Ring, dafür aber Tinas gesamte Familie mit an Bord

Ein romantisches Picknick zu zweit – und das auch noch auf einer Insel in der Spree. So wollte Volker mit Tina 2009 den Tag feiern, an dem sie sich kennengelernt hatten. Damals wohnten die Redakteurin und der Versicherungskaufmann noch in Berlin. Sie packten einen riesigen Korb mit Brötchen, Schinken, Käse, Obst und kalten Getränken und fuhren mit der S-Bahn zur Insel der Jugend am Treptower Park. Während der Fahrt schien Volkers Laune umzuschlagen.

„Er war auf einmal wahnsinnig ruhig, so kannte ich ihn gar nicht“, erinnert sich Tina zurück. „Hey, was ist denn los mit dir?“, fragte sie. „Nichts, hab nicht besonders geschlafen, alles gut“, murmelte er. Direkt am Ufer breiteten sie ihre Decke aus. Tina blätterte in einer Zeitschrift, Volker tat so, als würde er in einem Buch lesen. In Wahrheit blickte er ständig auf seine Uhr. Mit einem Mal sprang er auf. Tina guckte ihn verwirrt an. Was soll das denn jetzt? Volker tippte hektisch auf dem Handy herum, bis „Komm mit mir der Sonne entgegen ...“ ein wenig blechern aus den Lautsprechern ertönte.

Den besonderen Moment mit den wichtigsten Menschen teilen

„Äh, Volker, kannst du das bitte leiser machen?“ Doch er drehte noch weiter auf. „Hab keine Angst, mit mir zu fliegen, ich fang dich auf, wenn du vom Himmel fällst ...“ Dann erkannte Tina die Melodie. Die 3. Generation! Ihr gemeinsames Lied! Von einer Sekunde auf die nächste schlug ihr Herz im Takt eines Presslufthammers. Sie ahnte, was kommt. Sprachlos blickte sie zu Volker hoch, dann ging er vor ihr auf die Knie und nahm zitternd ihre Hand. „Tina, ich möchte, dass du meine Frau wirst“, sagte er. „Mein Schatz, das ist aber keine Frage“, antwortete sie lächelnd.

Irritiert schob er sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und rang kurz nach Worten. „Tina, möchtest du mich heiraten? “ – „Ja, natürlich will ich!“ Während beide in Tränen ausbrachen, sich umarmten und küssten, knallten Sektkorken hinter ihnen. Tina drehte sich erschrocken um und sah, wie ihre Eltern, ihre Oma, ihre Geschwister und ihre zwei besten Freundinnen hinter einer Hecke hervorsprangen. Sie waren extra aus Cloppenburg angereist – denn Volker wusste, dass es Tinas größter Wunsch war, diesen besonderen Moment mit ihren wichtigsten Menschen teilen zu können. Und er hatte Recht.

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