Ja, nein - jein!?

ja nein jein

Entscheidungen

Das Leben ist eine Wahl-Qual. Von morgens bis abends stehen wir vor Alternativen: Kaffee oder Tee, Auto oder Bus, Studium oder Lehre, Peter oder Paul? Aber sollen wir für die richtige Entscheidung lieber dem Kopf oder dem Bauch folgen? Und wie kommen wir zu einem Entschluss? Wir helfen Ihnen weiter!

"Eins, zwei oder drei - du musst dich entscheiden ..." heißt es seit Jahrzehnten in einer Kindersendung. Die kleinen Kandidaten hopsen zwischen drei farbigen Feldern hin und her und suchen nach der richtigen Antwort auf die Fragen des Moderators. "Letzte Chance - vorbei! Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht", schallt dann eine Stimme aus dem Off. Wenn es doch im wahren Leben auch so wäre: Ein Licht blinkt, wenn wir uns für das Richtige entschieden haben! Nur leider geht bei uns in vielen Fällen erst viel später die Lampe an, die zeigt, ob eine Wahl gut war. Woran sollen wir uns also orientieren bei all den Entschlüssen, die wir täglich zu fällen haben - und die mal mehr, mal weniger bedeutend sind für unseren zukünftigen Weg?

Sicher, es gibt verschiedene Entscheider-Typen. Alex fackelt nicht lange, sondern packt den Koffer, weil er beruflich nach Australien gehen kann. Anna hingegen braucht manchmal eine halbe Stunde, nur um am Kühlregal den richtigen Joghurt zu wählen. Außerdem erfordern nicht alle Probleme das gleiche Entscheidungsmuster. Bei der Wahl zwischen Kaffee und Tee entscheiden wir aus Gewohnheit. Die Frage nach dem künftigen Wohnort oder Beruf verlangt dagegen schon mehr Überlegung.

Mit Methode zur Entscheidung

Wir können Pro- und Kontra-Listen aufstellen, eine "Guter Rat"-Umfrage bei Freunden starten oder eine Münze werfen - es gibt verschiedene Techniken, die bei einer Entweder-oder-Situation den Lösungsweg beleuchten. Nur wer sich gar nicht entscheidet, tut sich keinen Gefallen. Denn auch aus dem Aufschieben einer Zwangslage entstehen Konsequenzen, für die wir die Verantwortung tragen müssen. Gängige Entscheidungsmethoden sind etwa Checklisten wie die "Consider all Facts"-Methode des britischen Psychologen Edward de Bono, bei der Sie alle Informationen und Einflussfaktoren, die mit der Entscheidungs-Situation zu tun haben, auflisten und gewichten. Die einzelnen Punkte gleichen Sie mit den zur Wahl stehenden Optionen ab. Etwa: "Soll ich nach Berlin ziehen oder nicht?" Je mehr Rahmenbedingungen Sie bedenken, desto leichter entscheiden Sie. Ähnlich funktioniert die "Plus Minus Interessen"-Technik, kurz PMI, bei der Sie jeweils alle Plus- und Minuspunkte sowie offene Aspekte der Optionen gegenüberstellen. Ähnlich läuft es bei der "Entscheidungsmatrix". Für diese sehr rationale Maßnahme legen Sie eine Tabelle mit Kriterien für die Alternativen an und benoten diese. Punkte addieren - und schon sind die Würfel gefallen.

Zu rational für Ihren Geschmack? Wie Sie in welchem Fall der Fälle emotional reagieren, spüren Sie bei einem Los-Experiment. Schreiben Sie Ihre Alternativen auf Zettel und ziehen Sie Ihr Los. Beobachten Sie sich bei der ersten Reaktion: "Och nö, noch mal" oder Triumph? Denken Sie beide Möglichkeiten konkret zu Ende. Was ändert sich, wenn Sie Alternative A wählen? Wie sieht Ihr Leben - auch langfristig - mit allen Konsequenzen aus Option B aus? Stellen Sie sich bildlich vor, was in beiden Fällen schlimmstenfalls passieren würde, wenn die Wahl "falsch" war. Welche Möglichkeiten haben Sie, die Sache wieder geradezubiegen?

Bauch gegen Kopf

"Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt", schrieb Blaise Pascal, ein französischer Mathematiker und Philosoph bereits im 17. Jahrhundert. Angeblich beeinflusst unser Bauchgefühl uns wesentlich mehr als unser analytisches Denken. Bei rund 90 Prozent aller Entscheidungen fließt unsere Intuition mit ein, vermutet der amerikanische Neuropsychologe Antonio Damasio. Zu Recht, denn was nach esoterischer Energiefühligkeit klingt, ist nichts anderes als unser emotionales Gedächtnis, das unsere Lebenserfahrung abgespeichert hat. Wenn Sie trotz 100 zu 0 Punktestand nach der Matrix ein schlechtes Gefühl im Bauch haben, dürfen Sie es also durchaus einmal ernst nehmen. Vielleicht ist es die Warnlampe, die blinkt.

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