Jessica Alba: „Ich wurde wie ein Junge erzogen“

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Interview Jessica Alba
Foto: Getty Images

Star-Interview mit Jessica Alba

Kaum zu glauben, wenn man die sexy Schauspielerin (33) so ansieht. Genauso überrascht hat uns, wie offen Jessica Alba über Ex-Freunde und ihre Ehe spricht.

„Gerade habe ich meine Schuhe ausgezogen, ist das okay?“ Barfuß sitzt Jessica Alba auf der Couch des „Four Seasons“-Hotels in Los Angeles und erzählt, dass ihre Freundinnen sie überreden wollten, später noch auszugehen: „Ich würde ja gerne, aber ich habe so viel um die Ohren. Morgen will ich auf ein Konzert, da kriege ich sowieso schon nicht genug Schlaf.“

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Dass Zeit bei der Schauspielerin, Unternehmerin und zweifachen Mutter Mangelware ist, merkt man nicht nur an der straffen Freizeitplanung, sondern auch daran, dass ihre Filmauftritte seltener geworden sind. Aber wenn sie dreht, dann sind ihre Rollen spektakulär, so wie jetzt in der Comic-Thriller-Fortsetzung „Sin City: A Dame To Kill For“ (Start: 18.9.). Doch Termindruck hin oder her: Kommt die 33-Jährige erst mal ins Plaudern, ist sie nicht zu stoppen – und erzählt von den Männern, die ihr Leben prägten, ihrem großen Vorbild und Barbie-Puppen.

JOY: Ihre Rolle als Stripperin in „Sin City 2“ ist sehr intensiv. Sie tanzen lasziv, flippen total aus, greifen zur Flasche und zur Waffe. Wie fühlt man sich nach solchen Szenen?

Jessica Alba: Erschöpft! Aber im positiven Sinne. Privat bin ich ja eher zurückhaltend, aber in so einer Rolle schalte ich meinen Kopf aus – ein extrem befreiendes Gefühl. Mein Job ist die einzige Gelegenheit, bei der ich mir erlaube, die Kontrolle mal komplett abzugeben.

Was hält Ihr Mann davon, wenn Sie sich auf der Leinwand als Sexsymbol oder taffe Waffenbraut zeigen?

Dass ich ein Sexsymbol bin, sagen ja nur die Medien. Das kriegen wir zu Hause gar nicht so mit. Aber Cash weiß, wie viel Spaß mir solche Actionrollen machen, und findet es cool – er ist ganz für „Girl Power“ (lacht).

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Interessiert er sich für Ihren Job?

Er ist glücklich, dass ich etwas tue, was ich liebe. Zu Hause will er aber die „echte Jessica“ erleben und nicht die Schauspielerin. Wir halten daher Arbeit und Privatleben immer getrennt und leben in unserer eigenen kleinen Welt – ganz ohne Hollywood-Glamour.

2012 gründeten Sie die „Honest Company“, eine Firma für schadstofffreie Haushaltsartikel. Dazu brachten Sie 2013 das Buch „The Honest Life“ über ökologische Lebensweisen raus. Finden Cash und Sie noch genug Zeit füreinander?

Das ist wirklich eine Herausforderung. Ich habe ja schon kaum eine ruhige Minute für mich. Und Cash ist mit seiner Sportmedien-Firma ja auch sehr erfolgreich. Aber irgendwie kriegen wir es hin, indem wir uns zum Beispiel zu „Date Nights“ verabreden.

Apropos Dates, wussten Sie bei Ihrem ersten gleich, dass er der Richtige ist?

Das habe ich tatsächlich schon bei unserer ersten Unterhaltung gemerkt! Irgendeine unkontrollierbare chemische Reaktion passierte in diesem Moment. Ich weiß noch, dass ich die ganze Zeit lächeln musste und dachte: Mit diesem Mann will ich den Rest meines Lebens verbringen. Durch ihn bin ich ein besserer Mensch und das ist für mich das entscheidende Kriterium für eine Beziehung: Wenn du so jemandem begegnest, ist es der ideale Partner für dich!

Passé: 2003 löste sie die Verlobung mit dem „Navy CIS“-Star Michael Weatherly

Aber er war nicht Ihre erste große Liebe?

Nein! Mit 16 datete ich einen bisexuellern Balletttänzer, mit dem ich nächtelang durch die Clubs gezogen bin. In dieser Zeit war ich recht christlich und in meiner Kirche tuschelten alle über uns. Aber das Gerede der Leute interessierte mich nicht. Gehalten hat unsere Beziehung trotzdem nicht.

Mit Ihrem Kollegen Michael Weatherly (46), mit dem Sie danach drei Jahre verlobt waren, hat es auch nicht geklappt ...

Tja, so was passiert (lacht). Gott sei Dank heilt die Zeit tatsächlich alle Wunden. Manche Menschen sind einfach nicht füreinander bestimmt. Am schwierigsten ist der Übergang von der „Schmetterlinge im Bauch“-Phase in den Alltag.

Cash und Sie haben das geschafft. Wie?

Uns hat gestärkt, dass wir zusammen auch schwierige Phasen durchgestanden haben. Dadurch weiß man die guten Zeiten noch mehr zu schätzen.

Hätte es eigentlich einen Grund gegeben, Ihren Mann nicht zu heiraten?

Wenn er keine Familie gewollt hätte! Ich komme aus einem richtig großen Clan und bin die Älteste von 15 Cousins. Bei unseren Familientreffen kommen da schon mal 40 Leute zusammen. In dieser Familie bekam ich so viel Liebe mit, das wollte ich unbedingt selbst fortsetzen.

Wären Sie denn auch als reine Hausfrau und Mutter zufrieden gewesen?

Na ja, in unserer Familie sitzen die Frauen nicht einfach nur zu Hause, sie halten die Zügel in der Hand. Meine Mutter zum Beispiel ist eine richtige Kämpfernatur, ein richtig zäher Brocken. Ich wollte immer so stark sein wie sie.

Happy Family: Mit Ehemann Cash (35) und ihren Töchtern Honor (6) und Haven (3) lebt sie in L.A.

Haben Sie das geschafft?

Das denke ich schon und eigentlich habe ich es auch meinem Vater zu verdanken. Ich war sein erstes Kind und er wollte eigentlich einen Jungen. Also hat er mich wie einen erzogen. Ich war ein echter Wildfang, bin auf Bäume geklettert und spielte mit meinen Barbie-Puppen immer Actionszenen nach.

Geraten Ihre Töchter jetzt nach Ihnen?

Jede hat andere Züge von mir: Haven ist wie ich ziemlich taff. Dafür ist Honor ein richtiges Mädchen. Gerade hat sie Gymnastik für sich entdeckt – auch ich war in dem Alter sehr sportlich.

Das klingt, als liefe bei Ihnen gerade alles perfekt: Mann, Kinder, Karriere ... Kommen da bei Ihren Mädelsabenden überhaupt mal Probleme auf den Tisch?

Klar, solche Diskussionen sind total wichtig für mich. Ich liebe es, mit Freundinnen abzuhängen, denen ich voll und ganz vertrauen kann. Da lasse ich mich dann über alles aus, was mich nervt. Wir beklagen uns über unsere Kinder, die nicht zuhören, über unsere Eltern, die manchmal etwas nerven, oder unsere Partner, die zu viel Sportsendungen angucken (lacht).

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