Joachim Gauck: Sein unbekanntes Privatleben

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Mit Daniela Schadt verbringt Joachim Gauck gerne Tage an der Ostsee.
Foto: Getty Images

Was ein Jugendfreund über ihn verrät

Wo der Bundespräsident einfach Mensch ist – wir fanden den Ort.

Für mich war Heimat ein frühes Glück.“ Wenn Joachim Gauck (72) heute an seine Kindheit denkt, kommen ihm wunderschöne Bilder in den Sinn.

Der Bundespräsident wuchs in der 1.200-Seelen-Gemeinde Wustrow (Vorpommern) auf. Am Sandstrand ließ der kleine Joachim Steine auf dem Meer springen, sammelte Muscheln. Erinnerungen, die er lebendig halten will.

Wie wir erfuhren, verbrachte Joachim Gauck jetzt seinen Sommerurlaub in Wustrow, kehrte zu den Menschen zurück, die von jeher für ihn da waren. Zu ihnen gehört Jugendfreund Hanns-Jürgen Wunderlich (67).

Schon die Eltern der beiden waren eng miteinander befreundet. Uns verrät Hanns-Jürgen Wunderlich exklusiv, wie Joachim Gauck privat ist: bodenständig und heimattreu!

„Für uns hat sich der Joochen [Spitzname mit langem O] nicht verändert. Er ist ganz der Alte geblieben“, erzählt der ehemalige Bürgermeister vom Nachbarort Ahrenshoop.

Ja, das stimmt. So trifft sich der Bundespräsident jedes Jahr mit seinen alten Freunden in der Heimat, verbringt mit ihnen einen schönen Abend. „Wir sind fast 20 Personen. Jedes Mal sind wir bei einem anderen eingeladen. Vor zwei Jahren waren wir bei den Gaucks. Dieses Jahr bei mir“, so Wunderlich.

Dann wird gegessen, geredet, gelacht. Auch das Leibgericht von „Joochen“ Gauck steht ab und an auf dem Speiseplan: Bratkartoffeln mit Quark und Schwarzbrot. „Es ist für ihn und uns gut, dass wir diesen alten Freundeskreis haben. Hier kann jeder einfach Mensch sein“, erzählt der Vertraute.

Auch Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt (52) fühlt sich im Kreis der Freunde wohl. Denn es wird ein herzlicher, unverkrampfter Umgang gepflegt. Hanns-Jürgen Wunderlich: „Als Joochen meine Mutter, die bald 100 wird, begrüßt hat, war es, als ob er nie weg gewesen wäre. Er nennt sie Tante Renate. Die Verbindung ist noch sehr eng.“

Wie schön! Joachim Gauck war noch ein Kind, als seine Familie nach Rostock zog. Doch Wustrow blieb die Heimat. „Es blieb für mich ein Zufluchtsort, ein tröstlicher Bezugspunkt ein ganzes Leben lang. Auch wenn ich nur zu Besuch komme, fühle ich mich hier wie zu Hause“, sagte er einmal.

Er besitzt dort mit seinen Geschwistern ein reetgedecktes Haus, das man sogar mieten kann (Hauptsaison für 570 bis 910 Euro pro Woche). Ein Traum! „Dieses Familienhaus verwaltet seine Schwester Marianne“, erzählt uns der Jugendfreund. Wenn die Möwen kreischen und die Abendsonne über der Ostsee schimmert, wird klar, warum Joachim Gauck seine Heimat so liebt.

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