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Nebenkostenabrechnung: jede zweite ist zu hoch


Wenn die Abrechnung vom Vermieter kommt, nehmen die meisten sie einfach hin. Dabei ist das Nachprüfen gar nicht schwer − und oft müssen Sie weniger zahlen als gefordert. Unser Experte, Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund, verrät, wie Sie das clever anstellen.
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Foto: Mark Bohmeier, fotolia

Wie können Mieter die Rechnung am schnellsten kontrollieren?

Der Tipp hört sich simpel an, ist aber sehr hilfreich: Die Abrechnung vom Vorjahr heraussuchen und die Angaben mit der neuen Abrechnung vergleichen. Gibt es Posten, die auffällig teurer geworden sind? Tauchen neue Kostenarten auf? Das kann ein Hinweis auf Fehler sein. Denn außer bei Heizkosten dürfte es im Normalfall keine großen Preissprünge geben.

Stichwort Heizung: Mit wie viel Mehrkosten muss man rechnen?

Für die kommende Abrechnung mit dem Winter 2008/09 werden viele Mieter wegen der hohen Ölpreise leider 20 bis 30 Prozent nachzahlen müssen.

Welche Posten darf der Vermieter überhaupt in Rechnung stellen?

Den größten Anteil neben den Heizkosten machen Ausgaben für das Warmwasser aus. Andere zulässige Betriebskosten sind: Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Fahrstuhl, Straßenreinigung, Müllabfuhr, Hausreinigung, Gartenpflege, Beleuchtung, Schornsteinreinigung, Gebäude- und Haftpflichtversicherung, Hauswart, Gemeinschaftsantenne/Kabelanschluss und Kosten für Gemeinschaftseinrichtungen wie Waschkeller.

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Was sind die häufigsten Fehler?

Unter Wartungskosten tauchen Reparaturkosten auf. Die dürfen aber nicht auf die Mieter umgelegt werden. Beispiel: Die Rechnung für eine Reparatur der Heizung muss der Vermieter allein zahlen. Die regelmäßige Überprüfung der Anlage darf er aber umlegen. Ein anderer Punkt sind Doppelabrechnungen. Treppenhausreinigung und Gartenpflege gehören zu den Hausmeisterarbeiten. Werden die Kosten statt dessen einzeln abgerechnet, unbedingt nachhaken. Vorsicht, wenn die Hausfläche niedriger angegeben wird als im Vorjahr. Dann will der Vermieter Betriebskosten für leer stehende Wohnungen auf andere Mieter umlegen. Das darf er nicht.

Wie schnell muss man reagieren?

Wer Unregelmäßigkeiten entdeckt, sollte sich innerhalb von vier Wochen an den Vermieter wenden. Rein rechtlich gesehen hat man dafür aber zwölf Monate Zeit.

Können Nebenkosten verjähren?

Ja, spätestens ein Jahr nach Abrechnungszeitraum muss die Rechnung beim Mieter sein. Danach muss er nicht mehr nachzahlen. Und ein Abrechnungszeitraum muss über zwölf Monate gehen. Egal ob von Januar bis Dezember oder von Oktober bis September. Umgekehrt gilt keine Frist. Guthaben aus Mieter-Vorauszahlungen muss der Vermieter auch später auszahlen.


Veröffentlicht in tina

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