Judith Williams & Alexander-Klaus Stecher: Besuch im SOS-Kinderdorf

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„Es ist so wichtig, sein Glück zu teilen!“

"Dürfen wir mit den Kindern basteln?“, fragten Sophia (5) und ihre Schwester Angelina (3) ihre Eltern. Die HSE24-Moderatorin Judith Williams (40) und TV-Star Alexander-Klaus Stecher (44) besuchten mit ihnen das SOS-Mütter- und Kindertageszentrum in München. Wir begleiteten die Familie und sprachen mit dem Paar …

Warum unterstützen Sie das SOS Kinderdorf und nicht eine andere Organisation?

Judith Williams: Ich habe in meinem Leben selbst Grenzerfahrungen gemacht. Als ich schwanger wurde, wurde mir schnell klar, dass ich mein Kind alleine aufziehen muss. Ich war gerade im Begriff, mir eine Karriere aufzubauen. Damals konnte ich erstmals nachvollziehen, was es für eine Belastung für Mütter und Väter ist, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Ich habe mich gefragt, wie das Menschen machen, deren Kinderwunsch nicht so stark ist wie meiner. Denn für mich wäre es nie infrage gekommen, mein Kind wegzugeben. Aber wenn es notwendig ist, dass Kinder von ihren eigenen Eltern getrennt aufwachsen – aus welchen Gründen auch immer –, dann ist das SOS Kinderdorf eine wunderbare Institution, Kindern eine Familie in geordneten Verhältnissen zu geben.

Alexander-Klaus Stecher: Judith und ich leben in einer klassischen Familie zusammen. Wir lieben unsere Kinder abgöttisch. Daher ist uns das Engagement bei SOS eine Herzenssache, hinter der wir ganz klar stehen. Kinder sind das wichtigste Glied unserer Gesellschaft und wo immer benachteiligte Kinder sinnvoll und mit Liebe integriert werden können, sollte man seine Unterstützung anbieten. Vor allem, wenn man wie wir so sehr auf der Sonnenseite des Lebens stehen darf!

Haben Sie schon Erfahrungen mit Armut, Benachteiligung machen müssen?

Alexander-Klaus Stecher: Ich erinnere mich noch gut daran, dass meine Mutter einen Bettelmönch, der regelmäßig in unserem kleinen Dorf vor der Haustür stand, zu uns zum Mittagessen einlud. Als dieser Mann, der so weit gelaufen war, sich so herzzerreißend bei uns allen bedankte, hatte ich als Kind sogar ein schlechtes Gewissen, weil es mir so gut ging. So beschlossen wir, ihn auch einmal Heilig Abend einzuladen. Er kam tatsächlich und feierte mit. Zum ersten Mal eröffnete sich mir der wahre Sinn dieses Festes - ein bleibendes Erlebnis.

Judith Williams: Genau so war das bei uns: Meine Eltern luden sehr oft an Heilig Abend aus der Gemeinde Menschen ein, die sonst alleine waren. Sie brachten uns dadurch bei, die Freude am Fest immer zu teilen. Wir hatten viele bleibende und positiv prägende Erinnerungen.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie Kinder sehen, denen es nicht so gut geht wie Ihren?

Alexander-Klaus Stecher: Grundsätzlich sind wir beide bei Kindern, denen es schlecht geht sehr nah am Wasser gebaut. Egal, ob es nur ein Film ist, eine berührende Geschichte, die in der Zeitung steht oder ein Schicksal, das wir hautnah miterleben. Durch unsere vielen Reisen haben wir oft arme und vernachlässigte Kinder gesehen. Es ist ganz schwer für uns, damit um zu gehen.

Judith Williams: Am liebsten würde ich für solche Kinder ein eigenes Kinderhaus eröffnen. Ich bin jedoch sicher, dass ich in meinem Leben noch viel Gutes für Kinder und benachteiligte Menschen tun kann. Ich denke viel darüber nach, wie ich meine und unsere exponierte Position dazu nutzen kann, Gutes zu tun.

Was kann man in Deutschland besser machen?

Alexander-Klaus Stecher: Mir fällt da zuerst das Schlagwort "Service-Wüste Deutschland" ein. Und so sehr ich meine Heimat und den damit verbundenen guten Lebensstil liebe: Deutschland hat kaum Menschen, die andere gerne "bedienen". Der "Service am Nächsten" bleibt auf der Strecke. Service in Sachen Kindern ist hier im Gegensatz zu anderen Ländern noch sehr entwicklungsfähig!

Judith Williams: Als Amerikanerin und weil wir beide sehr oft im Ausland in USA, England u.s.w. sind, muss ich sagen: Kinder sind in den USA die "Stars", während man bei uns oft peinlich berührt den Kopf wegdreht, wenn man - wie in unserem Falle - mal mit vier Kids in ein Restaurant kommt und einen Platz sucht. Kinder sind die Zukunft und kein lästiges Anhängsel. Das muss noch mehr in die Köpfe der Menschen.

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