Kaiser Akihito dichtet Jahresrückblick

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Kaiser Akihito schreibt Waka-Gedichte.
Foto: Imago / AFLO

Bypass-OP & Thronjubiläum

Kunstvoller Jahresrückblick. Während im Westen Staatsmänner mit gewöhnlichen Ansprachen das neue Jahr einleiten, veröffentlicht der japanische Kaiser Akihito (79) traditionsgemäß ein ganz persönliches Jahresfazit: Er schreibt Gedichte.

Fünf von seinen "Waka-Gedichten 2012" hat der japanische Kaiserhof veröffentlicht. Die Gedichte wurden in klassischen chinesischen Zeichen abgefasst - eine der Grundkomponenten des japanischen Schriftsystems. Inhalt und Form sind besonders künstlerisch angelegt und schwer passend zu übersetzen.

Neben seiner Bypass-OP beschäftigten Kaiser Akihito der Gedenktag des großen Bebens von Fukushima , das Thronjubiläum von Queen Elizabeth (86), sowie Besuche auf Okinawa und des alten Meiji-Kaiserschreins.

Der Gesundheitszustand von Kaiser Akihito ist bekanntlich nicht der beste, daher bedankte sich der Kaiser mit seinem Gedicht gleich für die vielen Genesungswünsche:

'Besorgt um mich, meine Gesundheit, meine Operation, so viele Menschen, kamen, um sich einzutragen, im Genesungsbuch, dankbar bin ich für ihre Gedanken.'

In seinem Gedicht zu Fukushima zeigt Kaiser Akihito seine Empathie: 'Von Desaster getroffen, jetzt in einer temporären Unterkunft, leben Menschen, und ich denke, wie bitterkalt, der Winter sein wird'.

Liebevoll erinnert er sich auch zurück an die Krönung von Queen Elizabeth, bei der er anwesend war. Die Pandanusbäume auf Okinawa und der Schrein des verstorbenen Meiji-Kaisers erwecken ebenfalls historische Erinnerungen.

Zugegeben etwas durch die Blume sind diese persönlichen Erkenntnisse von Kaiser Akihito, aber die Japaner lieben die traditionellen Künste und so ein Gedicht ist manchmal atmosphärischer als mancher Roman...

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