Kann Demenz natürlich behandelt werden?

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Neurologie

Demenz ist das Endstadium von Alzheimer, einer chronischen Erkrankung des Gehirns. Bis heute kann die Krankheit nicht geheilt werden, sondern nur die Symptome behandelt werden. Aber auch eine Reihe von alternativen Therapien und Heilpflanzen sollen dabei helfen, Demenz zu behandeln.

Ginkgo soll bei Demenz helfen

Ginkgo genießt den Ruf, angeblich bei beginnender Demenz zu wirken. Das Extrakt der Pflanze soll die Fließfähigkeit des Blutes und damit auch die Sauerstoffversorgung sowie den Energiestoffwechsel des Gehirns verbessern. Gleichzeitig soll Ginkgo die Nerven schützen und die Neurotransmitter positiv beeinflussen, sprich vor freien Radikalen schützen. Insgesamt soll das Pflanzenextrakt so für mehr Lernvermögen, Leistungsfähigkeit und Konzentration sorgen. Bereits seit den 1960er Jahren wird Ginkgo in Form von Tabletten angeboten, unter anderem auch als höher dosiertes Arzneimittel frei verkäuflich in der Apotheke.

Studie belegt keine Wirksamkeit

Ein aktuelles Studienergebnis belegt jedoch, dass Ginkgo nicht geeignet ist, um Demenz wirksam zu behandeln. 1400 Patienten jenseits der 70 mit Gedächtnisstörungen erhielten Ginkgo-Extrakt, während weitere 1400 Betroffenen ein Scheinpräparat verschrieben bekamen. Nach fünf Jahren hatte sich in beiden Gruppen gleich häufig eine Frühform von Alzheimer entwickelt. Demnach kann Ginkgo weder vor Demenz schützen, noch verbessert es das geistige Allgemeinbefinden.

Zitronenmelisse und Rosenwurz

Zitronenmelisse war schon im 17. Jahrhundert als sogenannter Geistesbeschleuniger beliebt. Heute kommt die Pflanze aufgrund ihrer positiven Wirkung bei Demenz zum Einsatz. Sie soll im Gehirn Neurotransmitter aktivieren, die unter anderem für das Gedächtnis verantwortlich sind. Auch Rosenwurz soll angeblich die Ausschüttung von Botenstoffen im Gehirn anregen und für eine richtige Balance der Neurotransmitter sorgen, die bei Alzheimer bekanntlich gestört sind. Zu beiden Pflanzen gibt es jedoch keine Studien, die eine tatsächliche Wirksamkeit der beiden Pflanzen belegen.

Weitere alternative Behandlungsmöglichkeiten

Eine fortgeschrittene Demenz kann auch zu Veränderungen der Persönlichkeit führen, die sich unter anderem durch persönlichkeitsfremde Handlungen und Erregungszustände äußern kann. Da dies in einem Zustand gipfeln kann, in dem der Betroffene nicht mehr allein überlebensfähig und damit pflegebedürftig ist, kann eine zusätzliche Psychotherapie durchaus sinnvoll sein. Im Fokus dieser Therapie steht beispielsweise Gedächtnistraining oder auch Mnemotechniken, um sich Dinge besser merken zu können. In Kombination mit einer Verhaltenstherapie können auch die fernöstlichen Entspannungstechniken Tai-Chi und Qigong eingesetzt werden, um Demenz zu behandeln. Sie können das Selbstbewusstsein von Patienten verbessern und depressive Tendenzen aufhalten.

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