Kann man zu gesund essen?

kann man zu gesund essen

Gesundheit

Die aktuellen Lebensmittelskandale, zunehmendes Interesse für die Art der aufgenommenen Nahrungsmittel und ein allgemein gestiegenes Körperbewusstsein haben zu einer neuen Art der Essstörung geführt: der Orthorexie.

Bei dieser Essstörung steht nicht die Menge des Essens im Vordergrund, sondern seine Qualität. Betroffene sind komplett fixiert auf gesunde Ernährung, sie überprüfen oft stundenlang, wie viele Vitamine, Mineralstoffe und andere Nährwerte ein Lebensmittel enthält. Viele leben vegan und kaufen ihre Lebensmittel ausschließlich in Bioläden oder über entsprechende Anbieter im Internet. Manche geben 500 Euro und mehr pro Monat für ihr "gesundes" Essen aus.

So kann natürlich kein Genuss mehr beim Essen entstehen. Außerdem treten Mangelerscheinungen auf. Orthorexie führt zu Untergewicht und als Folge zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit.Die soziale Komponente darf natürlich nicht außer Acht gelassen werden: Essen mit Freunden, auf Feiern oder Veranstaltungen wird schwierig bis unmöglich, der Betroffene wird zum Außenseiter. Dass viele dann auch noch versuchen, ihre Umwelt zu bekehren und von ihrer Einstellung zu überzeugen, tut sein übriges.

Die Orthorexia nervosa wird von Medizinern nicht als eigenständiges Krankheitsbild gesehen, sie wird als Zwangsstörung oder Symptom einer anderen bestehenden Essstörung eingestuft.Eine mögliche Ursache ist das Bedürfnis nach Kontrolle. Ängste und ein geringes Selbstwertgefühl werden so kompensiert. Betroffene sind vor allem junge, gebildete Frauen zwischen 20 und 40 Jahren, die bereits eine Diät gemacht haben.

Die orthorektischen Frauen müssen den Genuss am Essen wieder lernen, sie müssen lernen, sich wieder etwas zu gönnen, das ihnen schmeckt, ohne auf die Nährwerte zu achten. Weitere Infos zum Buch "Besessen Essen" und Bestellen bei Amazon.de