Kapverden: Die Inseln über dem Wind

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Perlen im Atlantik

Schon ihr Name ist Poesie: „die Inseln über dem Wind“. Gemeint sind jene kapverdischen Inseln, die den beständigen Passat-Winden zugewandt sind. Dazu zählt auch die beliebteste Insel Sal. Die Brise macht selbst die ganz heiße Zeit gut erträglich. Wir wollten die vielen Gesichter der Kapverden erkunden und entschieden uns deshalb für Sals Strände , um zu baden, Santo Antãos grüne Berge, um zu wandern, und für São Vicentes Hauptstadt Mindelo, um den Kolonial-Charme zu genießen.

Insel Sal

Unter der Sonne des Badeparadieses Santa Maria gewöhnt man sich ganz schnell an den kapverdischen Lebensstil: Bloß keine Hektik, alles hat seine Zeit. Was den deutschen Pünktlichkeits- Liebhaber zunächst auf die Palme bringt, ist schon bald purer Genuss .

Wir liegen auf einer Sanddüne, die an die Sahara erinnert. Es fehlt nur noch eine Kamelkarawane. Wir blinzeln in die Sonne und denken: Sie haben ja Recht – eine Stunde mehr oder weniger, was macht das schon. Das ist der Punkt, an dem sich pures Glück breitmacht und das Schmuddelwetter zu Hause ganz weit weg ist.

Insel São Vicente

Quirlig geht es an unserem nächsten Zielort Mindelo zu. Rund 75.000 der gerade einmal 78.000 Inselbewohner leben in dieser Stadt. Hier schlägt eindeutig der Puls São Vicentes. Auf dem Markt können wir uns nicht satt sehen: Der silberne Schimmer all der vielen frischen Fische blendet geradezu. Kunterbunt liegen daneben Obst und Gemüse, Bonbons und Tabak. Der war sicher schon bei den Piraten begehrtes Gut, die diese Insel lange in ihrer Hand hatten.

Händlerinnen mit bunten Kopftüchern schwatzen gut gelaunt durcheinander. Nicht auf portugiesisch, der Sprache der einstigen Herrscher, sondern in der Umgangssprache Crioulo mit seinem weichen, singenden Klang. Der schmucke Turm gleich neben dem Markt kommt uns vertraut vor. Kein Wunder, es ist ein exakter, wenn auch verkleinerter Nachbau des Turms von Belém, der in Lissabon in der Mündung des Tejo steht.

Insel Santo Antão

Nach all dem Trubel darf wieder Stille einkehren, um eine atemberaubende Landschaft zu bewundern: Ribeira do Paul auf Santo Antão ist der grünste Ort der Kapverden, von überbordender Fruchtbarkeit. Riesige Brotfrucht- und Mangobäume, Palmen und Zuckerrohr so weit das Auge reicht. Bis hinab zum Ozean windet sich das Tal.

Wir folgen ihm auf einem ausgetretenen Maultierpfad. Die tiefgrünen Farne sind fast so hoch wie wir. Schnell sind unsere Gesichter nass auf dem Weg durch den feuchten Nebelwald. Aber die Luft riecht erfrischend. Das liegt an den Eukalyptusbäumen und den Zypressen. Rote Blumen und trockene, von bunten Flechten überzogene Steine wechseln sich ab. Wir machen auf einem riesigen Findling Rast, um die Eindrücke ganz in Ruhe aufzusaugen.

Kapverden-Infos

Lage

Die insgesamt 15 Inseln liegen im Atlantik auf der Höhe vom Senegal. Während auf den östlichen Inseln wie Sal trockene Wüstenlandschaften und weiße Sandstrände vorherrschen, gibt es im Westen (z.B. Santo Antão und São Vicente) grüne Berge und Vulkane.

Klima

Mit Temperaturen zwischen 21 und 29 Grad von Januar bis Dezember sind die Kapverden das perfekte Ganzjahresziel. Ebenso warm ist das Wasser. Achtung: Von August bis September gibt es heftige tropische Regenfälle.

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