Weichmacher auf KassenbonsKassenbons: Wie giftig sind sie?

Kassenbons: Wie giftig sind sie?
Kassenbons sind auf giftigem Thermopapier gedruckt
Foto: iStock
Inhalt
  1. Was ist an Kassenbons so giftig?
  2. Was macht BPA mit uns?
  3. Wie kann man den Kontakt mit Kassenbons vermeiden?
  4. Wie entsorgt man Kassenbons richtig?

Mit Kassenbons kommen wir fast jeden Tag in Kontakt. Dabei ist das Papier, auf dem die Rechnungen gedruckt sind, mit dem Weichmacher Bisphenol A (kurz BPA) beschichtet. Der ist schon in geringen Mengen für Menschen schädlich.

Kassenzettel werden in der Regel auf sogenanntem Thermopapier gedruckt. Wird es erwärmt, färbt es sich ein: die Summen und Wörter auf der Quittung werden sichtbar.

Was ist an Kassenbons so giftig?

Die meisten Thermopapiere enthalten bis zu 3,2 Prozent des Weichmachers (Phthalat) BPA. Das BPA dient als Farbbildner: durch Oxidation wird es zu einem Farbstoff.

Allerdings ist dieser Weichmacher nicht in das Papier eingearbeitet. Das Papier wird lediglich damit beschichtet - sodass wir schon beim Anfassend einer Quittung damit in Kontakt kommen. So nehmen wir das Gift über die Haut auf.

Der BUND gibt an, dass Bisphenol A im menschlichen Blut mittlerweile im Durchschnitt höher ist, als die Menge, die bei Mäusen zu einer Beeinträchtigung der Sexualentwicklung führt. So plädiert der BUND sogar für ein Verbot des Schadstoffes.

Was macht BPA mit uns?

Das Umweltbundesamt bezeichnet Bisphenol A als "Massenchemikalie mit unerwünschten Nebenwirkungen." BPA kann demnach das Hormonsystem verändern, die Entwicklung von Embryos stören oder die Fortpflanzung beeinträchtigen. Somit gilt BPA als Umwelthormon, dass z.B. auch weibliche Sexualhormone (Östrogene) verstärkt und die Schiddrüsenhormone hemmt.

Zusätzlich soll BPA Studien zufolge allergenes Potential haben und bei hoher BPA-Belastung sogar das Risiko erhöhen, an Diabetes, Endometriose und Herz-Kreislauferkrankungen zu leiden.

Weiter heißt es beim Umweltbundesamt: " Mehr als 100 Untersuchungen mit Ratten und Mäusen weisen darauf hin, dass niedrige Konzentrationen von Bisphenol A Verhalten, Lernvermögen und bestimmte Hirnstrukturen, insbesondere bei den Nachkommen der exponierten Tiere, verändern. Auch Vergrößerungen der Prostata, verringerte Spermienkonzentrationen oder ein verfrühter Eintritt der Pubertät wurden bei den Versuchstieren beobachtet. Diese Studien stützen die Hypothese, dass Bisphenol A die geschlechtsspezifische Gehirn- und Organentwicklung beim Menschen beeinflussen könnte."

Wie kann man den Kontakt mit Kassenbons vermeiden?

Seit 2010 bitetn Hersteller von Thermopapier auch BPA-freie Produkte an. Allerdings: Zum einen ist dieses Papier teurer - und somit bei Unternehmen nicht sonderlich beliebt. Zum anderen lautet die Alternativ-Beschichtung oft Bisphenol S (BPS) - was wohl kaum unschädlicher sein dürfte, als das schon besser erforschte BPA.

Deshalb gilt: So oft es geht auf Kassenbons verzichten. Wer sie aufbewahren möchte oder muss, sollte sie kopieren und diese Kopie aufbewahren. Das ist sogar doppelt praktisch, da die Schrift auf Kassenbons nach relativ kurzer Zeit eh verblasst.

Wie entsorgt man Kassenbons richtig?

Im Papierrcontainer jedenfalls nicht! Kassenzettel gehören in den Restmüll.

 

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