Keinohrhasen

keinohrhasen

Film-Tipp

Ein Reporter muss tun, was er tun muss. In Ludos (Til Schweiger) Fall heißt das, dass er - stets in Begleitung von Paparazzo Moritz (Matthias Schweighöfer) - jeder noch so hanebüchenen Story für sein Sudelblatt hinterher jagt - ohne Rücksicht auf Verluste. Als er versucht, einem Schwergewichtsboxer und seiner Freundin (Wladimir Klitschko und Yvonne Catterfeld) ein schmutziges Geheimnis anzudichten, landet er aus Versehen in deren Verlobungstorte - und das Unglück nimmt seinen Lauf ...

"Ich dachte immer, du wärst eine totale Flasche im Bett." - "Komisch. Dasselbe hab ich von dir gedacht."

Vom letzten Sahnerest der Torte befreit, landet Ludo schnurstracks vor Gericht und bekommt 300 Stunden Sozialstunden aufgebrummt. In einer Kindertagesstätte - eine Katastrophe für den Berufszyniker. Doch er muss tun, was er tun muss. Nur dass das in diesem Fall bedeutet: Er muss plötzlich nett zu Kindern sein und so sinnlose Dinge tun wie ohrenlose Kuschelhasen zusammenflicken - und das alles unter Aufsicht von Kindergärtnerin Anna (Nora Tschirner). Dumm nur, dass Ludo für sie kein Unbekannter ist: In Kindertagen hat er die Zahnspangen tragende, großbebrillte Anna malträtiert und gehänselt. Die Spange ist sie heute los, an der Brille trägt sie immer noch schwer. Ein Grund mehr, die - auch wenn seitdem Jahre vergangen sind - ertragenen Gemeinheiten endlich einmal zurückzuzahlen. Anna stellt dem einstmals fiesen Ludo fast unlösbare Aufgaben - und der hat keine andere Wahl, als ihre Anweisungen zu befolgen. Denn spurt er nicht, wird Ludo den Rest der Sozialstunden im Gefängnis verbringen müssen.

"Was? Ich war mal Leistungsturnerin."

Es kommt, wie es kommen muss: Zwischen Anna und Ludo entbrennt ein heftiges Kräftemessen. Und wie so oft ist der Geschlechterkampf mit einigen Emotionen verbunden: Die zickige Anna verliebt sich in ihren Gegner. Und auch Ludo macht einige Veränderungen durch: Zwischen Sandkasten und Klatschspalten entdeckt er sich selbst - und seine Zuneigung für Brillenschlangen mit Helfersyndrom. Wenn da nur nicht seine anhaltende Vorliebe für Stars, Sternchen und alle möglichen Skandale wäre...

Nach "Barfuß" hat Til Schweiger im Doppeljob Hauptdarsteller/Regisseur den zweiten großen Coup gelandet: "Keinohrhasen" kann sich zu Recht als eine der lustigsten romantischen Komödien des Jahres bezeichnen. Das mag daran liegen, dass Mastermind Schweiger nichts dem Zufall überlässt. Sogar den Soundtrack suchte er höchstpersönlich aus (der ist mit dem grandiosen "Apologize"-Remix von Timbaland und One Republic sowie einigen unüberhörbar tollen neuen Songs unter anderem von Reamonn-Frontmann Rea Garvey übrigens mehr als gelungen!), und vom Cast wollen wir gar nicht erst reden: Neben Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer und Schweiger selbst glänzen als Neben(!)darsteller Größen wie Jürgen Vogel, Armin Rohde, Rick Kavanian und Christian Tramitz. Gepaart mit sehr charmanten Scherzen und einem tatsächlich sehr liebenswerten Plot die perfekte Rezeptur für einen mehr als nur amüsanten Kinoabend. Hier geht's zur offiziellen Film-Website

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