ErziehungKinder alleine lassen? Mama-Bloggerin Silke über die Aufsichtspflicht

Sein Baby alleine lassen? Nur ganz kurz? Geht gar nicht, findet unsere Mama-Bloggerin Silke.
Sein Baby alleine lassen? Nur ganz kurz? Geht gar nicht, findet unsere Mama-Bloggerin Silke.
Foto: iStock

Ja, es gibt diese Momente, in denen es wirklich einfacher wäre, das Kind „nur mal gaaanz kurz“ alleine zu lassen. Für Silke, Mama von einem Sohn und schwanger mit Kind Nummer 2, dennoch ein absolutes No-Go.

„Kleinkinder alleine lassen? Niemals!“

In den USA hat ein Paar seinen 2-Jährigen Sohn allein zuhause gelassen. Angeblich wollten Sie nur tanken fahren, während er schläft. (Zu zweit? Schon klar.) Wie sich herausstellte, waren sie Pokémon Go spielen. Anderthalb Stunden lang! Das Kind wurde vom Nachbarn im Garten entdeckt, wo es (nur mit Windel und Shirt bekleidet) herumirrte und dann heulend vor der Haustür stand. Es hatte sich ausgesperrt und kam allein nicht wieder rein.

Als ich den Artikel las, musste ich weinen.

Dazu muss ich fairerweise zugeben, dass ich im Moment recht schnell anfange zu heulen … sind wohl die Schwangerschaftshormone. Aber dennoch: WIE KANN MAN SEINEM KIND SO ETWAS ANTUN? Unser erster Sohn ist auch 2 Jahre alt. Und ich kann den Gedanken absolut nachvollziehen, dass viele Dinge (eigentlich die meisten) einfacher wären, wenn man das Kind „nur mal kurz“ alleine ließe. Aber das geht nun einmal nicht!

Wir wohnen im dritten Stock einer Altbauwohnung. Die Mülltonnen, die zu unserem Haus gehören, befinden sich in dem Treppenhaus nebenan. Das bedeutet: Ich muss 3 Treppen runter und durch 2 Türen, um den Müll wegzubringen. Eine Zeit lang habe ich das gemacht, während Tom seinen Mittagsschlaf hielt – und mir nicht viel dabei gedacht. Bis ich einmal glaubte, ich hätte mich ausgesperrt! Tausend Gedanken rasten durch meinen Kopf: Was könnte alles passieren, wenn er aufwacht, mich nicht findet, allein durch die Wohnung tappst?

Zum Glück hatte ich den Schlüssel nur in eine ungewohnte Jackentasche gepackt und war nach 2 Minuten wieder oben in der Wohnung. Der Schock saß trotzdem tief – und war mir eine Lektion. Wenn ich heute den Müll runterbringe, frage ich unsere Nachbarn, ob Tom für ein paar Minuten rüberkommen darf. Oder ich lasse den blöden Müll halt stehen – so wichtig ist er auch wieder nicht.

Und wenn das zweite Kind da ist …?

In der KiTa sehe ich immer häufiger „geparkte“ Babys vor der Tür: Während die Eltern das große Kind aus der Betreuung abholen, lassen sie das kleine Geschwisterchen „nur mal kurz“ im Kinderwagen vor der Tür stehen. (Ihre Handtasche nehmen sie aber mit hoch – das ist doch schizophren!) Vielleicht habe ich zu viele Folgen „CSI: Special Victims Unit“ gesehen und bin paranoid, was Kinderklau und andere Katastrophen anbelangt. Denn ich bin mir ziemlich sicher: Auch DAS würde ich kein einziges Mal tun!

Im Dezember ist es bei uns so weit: Dann ist Kind Nummer 2 auf der Welt. Ich berichte dann, ob ich wirklich Wort halte …

Eure Silke

 

Silke Schröckert bloggt für Wunderweib.de über das Leben mit Kindern.

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