Armut in DeutschlandKinderarmut in Deutschland wächst

Die Kinderarmut in Deutschland wächst - das bestätigt eine aktuelle Statistik.
Die Kinderarmut in Deutschland wächst - das bestätigt eine aktuelle Statistik.
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Etwa zwei Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut. Und die Zahlen wachsen: Im Vergleich zu 2011 fallen heutzutage 52.000 Kinder mehr unter die Armutsgrenze.

Urlaub, Spielzeug, Freizeitkurse, ein eigenes Zimmer und ausgewogene Mahlzeiten - was für viele Menschen Alltag ist, bedeutet für andere Familien zeitgleich unerfüllbarer Luxus. Die erschreckenden Zahlen resultieren aus einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit und beziehen sich auf Kinder, deren Familien auf staatliche Hilfe - SGB-II - angewiesen sind. Das sind nicht wenige: Die Eltern von momentan knapp 15 Prozent der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren leben von Hartz IV. Auffällig ist hierbei, das die Hälfte dieser Familien alleinerziehend sind. Besonders betroffen sind zudem Familien mit drei oder mehr Kindern. 

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Dabei handelt es sich keinesfalls um eine kurzzeitige Situation: 57 Prozent der Kinder im Alter von sieben bis fünfzehn Jahren - beziehungsweise deren Eltern - beziehen bereits seit mindestens drei Jahren staatliche Hilfe. 

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Kinderarmut schwankt regional

Weiterhin auffällig ist, dass die Zahlen regional stark schwanken. So scheint die Kinderarmut im Osten Deutschlands zwar zu sinken, im Westen dafür stark anzusteigen. Insgesamt ist der Anteil der Kinder unter 18 Jahren in Familien, die SGB-II beziehen im Osten trotzdem noch höher. So sind die Prozentzahlen in Berlin beispielsweise von 33,7 auf 32,3 gesunken - was dennoch bedeutet, dass immer noch ein Drittel der in Berlin lebenden Kinder unter Armut leiden. Diese Vorstellung ist erschreckend - und derzeit Realität. 

Eine weitere Studie der Bertelsmann Stiftung, die in Kooperation mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. enstand, liefert bedenkliche Ergebnisse für die Auswirkungen der wachsenden Armut: Kinder aus armen Verhältnissen zeigen sich langfristig häufiger sozial isoliert, unterversorgt und auch gesundheitlich beeinträchtigt. Maßnahmen gegen die Kinderarmut sind somit zwingend nötig - trotzdem scheinen diese bisher kaum zu fruchten. Die Politik muss weiterhin neue Wege suchen, um die Kinderarmut in Deutschland langfristig bekämpfen zu können.

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(ww4)

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