Kindererziehung: Das könnte passieren, wenn Sie Ihr Kind anschreien

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Zusammenhang zwischen Erziehung und psychischen Störungen entdeckt

Eine aktuelle Studie zeigt: Ein sehr autoritärer Erziehungsstil kann bei Kindern Angststörungen hervorrufen und sie damit ihr Leben lang schädigen.

Schon in sehr jungen Jahren sind Kinder heutzutage einem teilweise unverhältnismäßig hohen Leistungsdruck ausgesetzt. Sie sollen gute Leistungen im Kindergarten erbringen, um dann erfolgreich in der Grundschule und in der Mittelstufe zu sein. In der Oberstufe soll dann die richtige Richtung für ein erfolgreiches Studium eingeschlagen werden.

Denn nur wer immer fleißig und erfolgreich ist, bringt es tatsächlich auch zu etwas in unserer Gesellschaft - so zumindest die weit verbreitete Meinung.

Welche Rolle die Eltern dabei spielen? Sie versuchen ihre Kinder immer wieder auf den rechten Pfad zu lenken. Doch wie soll das am besten funktionieren? Auf die nette und fürsorgliche Art und Weise oder durch regelmäßiges Druck ausüben und Meckern?

Sie ahnen es schon: Letzteres ist auf keinen Fall der richtige Weg. Denn wie eine aktuelle Studie aus Amerika mit insgesamt 4.000 Teilnehmern zeigt, besteht eine Verbindung zwischen einem Erziehungsstil, bei dem Strenge und Schelte stets auf der Tagesordnung stehen, und Angststörungen, die Kinder ein Leben lang begleiten können. Der Effekt des übermäßigen Meckerns: Im Erwachsenenalter können Fehler nur schwer verkraftet werden. Die Angst vor dem Versagen ist groß.

Eine Untersuchung des klinischen Psychologen Greg Hajcak Proudfit der Stony Brook Universität in New York soll nun eine genauere Erklärung für dieses Phänomen liefern. Proudfit untersuchte bei insgesamt 300 Kindern die sogenannte Error-Related-Negativity (ERN). Dieses Signal entsteht in unserem Gehirn, wenn wir einen Fehler machen. Die Ausprägung dieses Signals ist zu einem Teil genetisch bedingt. Proudfit hat jedoch herausgefunden, dass auch die Erziehungsmethoden der Eltern mit der ERN in Zusammenhang stehen können.

Im Rahmen der Studie wurde zunächst die Gehirnaktivität der 300 Kinder im Alter von 3 Jahren untersucht. Zusammen mit ihren Eltern sollten die Kinder ein Puzzle fertigstellen. Beobachtet wurden dabei gleichzeitig auch die jeweiligen Verhaltensweisen der Eltern. Drei Jahre später wurden dieselben Kinder noch einmal untersucht. Das Ergebnis: Die Kinder, deren Eltern sehr autoritär waren, hatten deutlich höhere ERN-Werte. Ebenfalls zeigten sich bei einigen Kindern schon Anzeichen für beginnende Angststörungen. Ein bedenkliches Ergebnis.

In puncto Kindererziehung gilt folglich: Übermäßige Bestrafung kann und darf nicht die ausgewählte Erziehungsmethode sein. Wer seine Kinder zu oft anschreit und zu viel Druck auf sie ausübt, könnte sie langfristig schädigen. Dies möchten mit Sicherheit alle Eltern vermeiden.

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