WHO warnt Kinderwunsch: Darum solltest du aufgrund des Zika-Virus 6 Monate keinen Sex haben

Wer mit Zika Virus schwanger wird, riskiert eine Behinderung des Kindes
Der Zika Virus hat sich weltweit verbreitet: Schwangere Frauen sind in Gefahr
Foto: Istock

Der Zika Virus hat sich inzwischen fast weltweit verbreitet. Nachdem sich Zika zunächst hauptsächlich in Südamerika ausgebreitet hat, sind nun auch Asien, Afrika und Europa betroffen. Eine besondere Gefahr für Frauen, die schwanger sind oder Kinderwunsch haben. Es drohen im Falle einer Infektion schwere Fehlbildungen und geistige Behinderung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät jetzt zu sechs Monaten Safer Sex nach der Rückkehr aus Zika-Gebieten. Und das gilt für beide Partner, denn die Krankheit kann auch durch Geschlechtsverkehr übertragen werden.

In diesen Gebieten hat sich der ZIka Virus bislang verbreitet. Brasilien und nördliche Länder in Südamerika sind am schlimmsten betroffen.

Wieso darf ich nur Safer Sex haben, nachdem ich in einem Zika-Gebiet war?

Die Symptome des Zika-Virus unterscheiden sich nicht wirklich von denen einer Erkältung. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie erkrankt sind. Bei manchen macht sich Zika durch leichtes Fieber (unter 38,5 Grad), Gelenkschmerzen, Hautausschlag oder ein leichtes Drücken hinter den Augen bemerkbar. Symptome wie bei einer leichten Grippe oder Erkältung.

Wenn dein Partner viel geschäftlich in Zika Gebieten unterwegs ist oder ihr gerade eine Reise gemacht habt, dann kann es sein, dass einer von euch den Virus bereits in sich trägt oder gerade erkrankt ist.

Gerade bei Paaren, die Kinderwunsch haben, ist das gefährlich. Denn eine Zikaerkrankung im ersten Trimester der Schwangerschaft kann schwere Folgen für das Baby haben. Genau aus diesem Grund rät die WHO davon ab, ungeschützten Sex zu haben, wenn man sich in Zika-Gebieten aufgehalten hat. Sechs Monate zu warten wird angeraten. Eine ganz schön lange Zeit, wenn ein Kinderwunsch besteht.

Was passiert mit meinem Kind, wenn ich am Zika Virus erkranke?

Der Virus kann gerade in der frühen Schwangerschaft (1. Trimester) aber auch noch danach für eine bestimmte Fehlbildung bei Kindern sorgen. Mikrozephalie und andere Hirnbildungen werden laut Robert Koch Institut dem Zika Virus zugeordnet.

Vor allem neuere Studien aus den stark betroffenen Gebieten in Südamerika bestätigen den Zusammenhang zwischen Zika und Fehlbildungen. Laut Robert Koch Instituts heißt es: "Zikaviren sind in der Lage, die neuronalen Vorläuferzellen im Gehirn der Föten zu infizieren und zu schädigen." Safer Sex wird dringend empfohlen, nachdem ein Partner in einem Zika Gebiet war.

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So sieht ein Kind aus, dass eine Fehlbildung durch den Zika Virus hat.
Foto: Getty Images

Wie wird Zika übertragen?

Zika wird über die Mückenart Aedes aegypti übertragen. Diese Mücke wird auch Gelbfieber-Mücke genannt, weil sie auch das Gelbfieber übertragen kann. Sie liebt schmutzige Gewässer und ist perfekt auf das Leben in Großstädten angepasst. Ein Grund dafür, warum sich der Virus so gut verbreiten kann.

Zika ist auch über ungeschützten Sex übertragbar. Auch Blutkonserven können den Erreger weitergeben. Wer die Krankheit durchgestanden hat, ist danach immun gegen den Erreger. Die Krankheit galt vor ihrer starken Ausbreitung Anfang 2015 eher als harmlos. Laut der brasilianischen Regierung wurden im Zeitraum von Oktober 2015 bis Mai 2016 rund 7000 Fehlbildungen, die mit Zika in Verbindung gebracht werden können, registriert.

Wie können sich Frauen mit Kinderwunsch vor Zika schützen?

Das Robert-Koch-Institut und das Auswärtige Amt raten Frauen, die Kinderwunsch haben ab in Zika-Gebiete zu reisen. Sollte diese Reise nicht vermeidbar sein, hilft ein konsequenter Mückenschutz. Wer sich Tag und Nacht mit einem Mittel, dass den effektiven Wirkstoff Deet enthält, einsprüht, wirkt vor überhaupt gestochen zu werden und sich mit Zika zu infizieren.

Schwangere, die sich in Zika Gebieten aufgehalten haben, sollten ihren Gynäkologen auf jeden Fall informieren. So kann während der weiteren Schwangerschaft ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung des Babys gelegt werden. Frauen, die bereits schwanger sind und deren Partner in Zika-Gebieten waren, sollten den Rest der Schwangerschaft über Safer Sex praktizieren.

Alles nur Panikmache beim Zika Virus?

Selbst renommierte Medien werfen der WHO vor Panik mit zu hohen Zahlen an Fehlbildungen im Zusammenhang mit Zika zu schüren. Dennoch: Eine proportionale Zunahme von Fehlbildungen in Gebieten mit vielen Zikaerkrankungen ist durch Studien bewiesen und durch Institutionen wie das Robert Koch Insitut bestätigt.

Wer Risikofaktoren ausschließen kann, der sollte bemüht sein das zu tun. Sich angemessen über das Reisegebiet zu infomieren und den richtigen Mückenschutz zu nutzen, hilft sich sicher zu fühlen und die Schwangerschaft genießen zu können.

Diese Video erklärt die wichtigsten Zika-Fakten

 

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