Klick - ich hab Dich wieder!

klick ich hab dich wieder

Report: Urlaubsliebe wiederfinden

Der schönste Urlaub ist der, in dem man sich verliebt. Aber was, wenn seine Telefonnummer auf einmal verschwunden ist? Oder Sie in der Hektik vergessen haben, ihn danach zu fragen? Junge Paare erzählen, wie sie dank neuer Internet-Portale doch wieder zusammenfanden.

„Peter meldete sich nicht – ich wusste, da musste etwas passiert sein!“Sandra (35) und Peter (38)

Dieses verdammte Telefon ! Drei Tage hat sie es angestarrt. Gewartet. Gehofft.

„Ich konnte nicht glauben, dass Peter nicht anruft“, erzählt Sandra. „Ich wusste, er wollte! Er konnte bloß nicht. Vielleicht hatte ich ihm ja meine Nummer falsch aufgeschrieben …“

Kennengelernt hatte sie ihn in ihrer Heimat Landshut, als sie bepackt mit Tüten voller neuer Jeans und Sommerklamotten ein Café ansteuerte – und als Erstes die Hälfte ihrer Neuerwerbungen auf den Boden purzelte.

„Hey, kann ich helfen?“, hörte sie plötzlich seine Stimme vom Nebentisch. Und dann waren sie im Gespräch – über Peters Kurzurlaub hier, über Orte, die sie sehen wollten, Inseln, von denen sie träumten.

„Vier Stunden später, als das Café schloss, berührten sich unsere Knie“, erzählt Sandra, „und Peter sagte: ,Magst du morgen Abend mit mir essen gehen? Wir können doch so nicht aufhören.‘“

Sie schrieb ihm ihre Nummer auf, er wollte sich am nächsten Vormittag melden. Und dann: nichts! Nach drei Nächten hielt Sandra es nicht mehr aus. Sie googelte Peters Vornamen mit Wohnort: Augsburg. Fehlanzeige. Sie suchte bei Facebook. Aussichtslos.

Dann stieß sie auf eine Reihe Suchseiten: verlorener-flirt.de, will-dich-wiedersehen.de, nichtangesprochen.de. Sie klickte rein – und plötzlich verschwamm der Screen vor ihren Augen.

„Hab deine Nummer mit der Jeans mitgewaschen“, las sie unter Freudentränen. „Sandra, ich konnte dich leider nicht anrufen. Ich hoffe, dich auf diesem Weg zu finden.“

Seit einem Jahr sind sie nun ein Paar – und wollen jetzt ihre erste große, gemeinsame Reise machen – auf die Seychellen.

„Nach der Nummer fragen? Hab ich mich nicht getraut!“

Marie (19) und Marcel (20)

Es ist eigentlich nicht Maries Art, einem Mann nachzulaufen. Nur: Bei Marcel war das ihre einzige Chance. „Wir hätten uns sonst wohl nie wiedergetroffen“, erzählt die Münchner Schülerin.

Es begann in den Faschingsferien. Marie war mit Freundin Lissi beim Skifahren in Kitzbühel, die beiden Mädchen standen am Lift, als Lissi einen Jungen aus ihrer alten Clique sah, der mit Freunden ebenfalls Ski fahren wollte.

Einer von denen, Marcel, saß dann in der Gondel Marie gegenüber, lächelte sie an, dahinter ein Bergpanorama zum Träumen.

Ich hatte weiche Knie, als wir oben ankamen“, erzählt Marie. „Immer wieder tauschten wir Blicke, neckten uns beim Abfahren, witzelten herum.“ Zum Abschied schoss Marie ein Handyfoto. Aber Marcel nach seinem Nachnamen fragen? Seiner Nummer? „Hab ich mich einfach nicht getraut!“

Nach den Ferien ging ihr der Pistenflirt nicht mehr aus dem Kopf. Bei Facebook fand sie Lissis Cliquen-Freund, mit dem Marcel unterwegs gewesen war. 122 Facebook-Freunde hatte der aufgelistet – nur keinen Marcel. Marie stöberte weiter. Reihenweise filzte sie die Freundeskreise der Freunde.

Dann endlich: Sein Foto. „Hallo Skifahrer“, schrieb sie ihm, und: „Ich mag dein Lachen. Kann ich dich wiedersehen?“

„Ich dachte erst, das gibt’s doch gar nicht“, erinnert sich Marcel. Und dann? „Haben wir uns zwei Tage später getroffen – und es war um mich geschehen! Gar nicht so schlecht, wenn Frauen mal hartnäckig sind.“

„Es war wie im Film: Prinz rettet armes Mädchen aus den Fluten.“

Jade (20) und Simon (23)

Himmel, war mir elend. Drinnen im Festzelt war die Luft zum Schneiden stickig. Draußen nieselte ein grauer Sommerregen“, erinnert sich Jade.

„Und mein Ex, der Blödmann, flirtete auf der Tanzfläche mit einer Blondine.“ Jade wollte bloß noch allein sein. Sie stapfte aufs Bachufer zu, da glitten ihr die Sandalen weg. Mit einem Aufschrei rutschte sie ins Wasser. „Ich war klatschnass und wollte heulen.“

Dann hörte sie jemanden rufen: „Hey, Badenixe, ich hol dich da mal raus, ja?“ Jade starrte in zwei dunkle Augen, zwei Arme zogen sie aus dem Wasser. „Es war wie im Film“, erzählt die Erzieherin aus Weilheim. „Fremder Prinz rettet armes Mädchen aus den Fluten – ich hatte ganz weiche Knie.“

Er brachte sie zurück zum Zelt, wo ihre Freunde saßen. Dann war er weg. Und Jade elektrisiert. Wer war dieser Lockenkopf? Warum hatte sie ihn nicht nach dem Namen gefragt?

Tage später erreichte sie eine Nachricht auf lokalisten.de: „Hallo Badenixe, muss immer an dich denken. Gehst du mit mir zusammen schwimmen? LG Simon.“

Der Kfz-Mechatroniker hatte nicht mehr ruhig schlafen können, seit er dem durchnässten Mädchen begegnet war. „Ich kannte eine ihrer Freundinnen“, erzählt Simon, „und fand in deren Freundesliste Jades Foto. War ich froh, als sie antwortete!“

Zwei Jahre sind sie ein Paar , und wo sie am liebsten zusammen sind, ist klar: „Am Wasser!“

„Plötzlich war er einfach verschwunden!“

Melanie (26) und Chris (23)

Aus einem Urlaubsflirt wird selten große Liebe? Darüber kann Melanie nur lächeln! „Chris ist mein absoluter Traummann“, schwärmt die Fotografin aus Freising, „das spürte ich schon, als ich ihn das erste Mal sah.“

Melanie, die damals noch in Österreich lebte, verbrachte den Sommerurlaub bei Freunden in Niederbayern. Im Eggenfeldener „Club Platinum“ wummerte der Beat, Lichter pulsierten, als sie Chris sah, der sie sofort antanzte.

„Sie war die süßeste Frau von allen“, erzählt der Gartenbaustudent. Die halbe Nacht flirteten sie, „mehr Knistern geht kaum“, sagt Melanie. Doch als sie von der Toilette kam, war er wie vom Erdboden verschluckt.

Seine Clique hatte zur Abfahrt getrommelt, er musste mit und fand sie nicht, um sie nach ihrer Nummer zu fragen. Melanie war todunglücklich. Daheim in Österreich riet ihr ihre beste Freundin, im Internet zu suchen, auf den Seiten für verlorene Flirts . Und Melanie suchte.

Bei wildeseite.de wurde sie fündig: „Hallo Melanie!“, las sie da, „süßeste Tanzfee auf diesem Globus, muss dich dringend wiederfinden. Bittebittebitte melde dich! Chris“.

Ein Wiedersehen später waren sie verliebt. Jetzt leben sie seit drei Jahren zusammen in Deutschland. Heimweh? „Nein“, sagt Melanie und lacht, „lieber pendle ich ab und zu nach Österreich als umgekehrt.“

„Beinahe hätte es unsere Liebe nie gegeben“

Roxana (23) und Florian (27)

Schicksal, Schutzengel oder Eingebung? Egal, ich bin einfach nur glücklich, dass ich Florian wiedergefunden habe“, sagt Roxana. Denn beinahe hätte es ihre Liebe nie gegeben.

Der Einzelhandelskaufmann entdeckte die quirlige Blondine, als er gerade vom Münchner Club „Backstage“ nach Hause fahren wollte. „Sie stand draußen in einer Gruppe. Ich hörte sie lachen und sie sah bezaubernd aus“, erzählt Florian. Immer wieder warfen sie sich Blicke zu.

Florian hörte noch, wie jemand sie „Roxi“ nannte, dann kam sein Taxi. Das geheimnisvolle Mädchen ließ ihm keine Ruhe. Wie sollte er sie finden? Übers Radio? Zettel aufhängen?

Dann die Eingebung: Im Netzwerk lokalisten.de gab er als Suchbegriffe ihren Vornamen und den Lieblingsclub „Backstage“ ein.

Seitenweise Bilder ploppten auf und endlich: Roxana. „Na, blonder Engel, kennst du mich noch?“, las sie kurz darauf.

Zwei Jahre später, in diesem Frühling, machte Florian ihr den Heiratsantrag, im August war die Hochzeit .

„Ich hatte solche Sehnsucht – und konnte ihn nicht mal anrufen“

Ria (32) und Niko (33)

Der Liebe zu einer Insel verdankt Ria ihr Liebesglück!

In den Osterferien machte die Archäologin mit einer Freundin Urlaub auf ihrem Lieblings-Eiland: Kythira. Niko, ein junger Ingenieur, der auf der griechischen Insel lebt, lud die beiden auf sein Motorboot ein.

„Sein Macho-Charme, die Art, wie er sich bewegte, wie er mich flüchtig berührte – ich musste ihn dauernd anschauen“, erzählt Ria. Drei Tage blieben, bevor sie zurückfliegen musste.

Am letzten Abend küsste Niko die Münchnerin und steckte ihr seine Telefonnummer zu. Dann der Albtraum, als nach der Landung ihr Täschchen mit dem Zettel verschwunden war.

„Ich war aufgelöst“, erinnert sich Ria, „ich hatte so Sehnsucht und konnte ihn nicht anrufen.“ Und Niko? Der kannte nicht mal ihren Nachnamen.

Zwei Tage später blinkte auf ihrer Facebook-Seite eine Nachricht: „Schneewittchen, Kythira ist leer ohne dich, du fehlst mir.“

Niko hatte es nicht ausgehalten. Er wusste, sie liebt die Insel, und klickte sich durch die Mitgliederliste der Gruppe „I love Kythira“. Unter den 71 Fotos: Ria – samt Kontakt! Die Sommerferien 2010 haben sie gemeinsam verbracht, jetzt arrangieren sie sich mit einer Fernbeziehung .

„Ich konnte seine tollen blauen Augen nicht vergessen!“ Anna (21) und Timmey (20)

Es waren diese Augen: tiefblau, wach, sexy!

„Als ich Timmey da auf den Steinen sitzen sah, ist mir die Luft weggeblieben“, sagt Anna. Das geschah in Kroatien. Die Augsburgerin machte dort Sommerurlaub mit ihren Eltern. Am selben Strand mietete sich wenig später eine andere Familie ein – mit Timmey.

Drei Tage lang sammelte die Einzelhandelskauffrau ihren Mut, um den Jungen mit diesem Wahnsinnsblick anzusprechen. Er lud sie auf einen Cocktail ein, es knisterte. Doch bis der Maler-Lehrling sich traute, Anna zu küssen , war schon ihr letzter Abend da.

„Ich war rasend traurig“, erzählt sie, „keiner von uns traute sich, den anderen um eine Adresse zu bitten.“ Doch zu Hause dachten beide nur noch aneinander. Fast zeitgleich schauten sie in die Flirt-Suchseiten im Netz.

Und noch ehe Timmey losschreiben konnte, sah er Annas Text: „Timmey, wo bist du? Kann deine hammerblauen Augen nicht vergessen, bitte melde dich doch!“ „Hab ich gemacht“, sagt er grinsend und drückt Anna an sich, „hab ich gut gemacht!“

Gesucht? Gefunden!

www.will-dich-wiedersehen.de

Ein kostenloses Forum (rund 2.800 registrierte Mitglieder), in dem man verloren geglaubte Flirts wiederfinden kann. Über 1.700 Suchanzeigen, gegliedert nach Kennenlern-Orten, die meisten beziehen sich auf Urlaubs-Lieben . Einfache Löschfunktion per Button.

www.wildeseite.de

Knapp 1.000 Suchanzeigen, einfache Bedienung: reinklicken ohne Anmeldung und Passwort, Beiträge lesen und dem Absender (dessen Mailadresse sichtbar ist) direkt antworten. Eintrag löscht man via Mail an den Webmaster.

www.verlorener-flirt.de

Kostenlose Suchmaschine für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit über 2.000 Einträgen. Über die Registrierung bleiben die Mailadressen anonym. Suchanzeigen lassen sich nach Bundesländern, Namen, Orten, Datum und Aussehen sortieren.www.nichtangesprochen.de

Sehr modernes Portal (mit Google Map) und einigen Hundert Einträgen. Wer die Anzeige einstellt, schreibt kostenlos, wer antworten will, ruft Telefon und Mailadresse via SMS ab (49 Cent). Einfache Löschfunktion per Button.www.bvg.de

Unter „Meine Augenblicke“ gibt’s einen kostenlosen lokalen Service der Berliner Verkehrsbetriebe mit über 8.000 Suchanzeigen für flüchtige Flirts. Einfach registrieren und stöbern. Ähnlich auch in anderen Großstädten, etwa bei der Münchner MVG.www.brizzl.de

Portal zum Wiederfinden flüchtiger Flirts innerhalb Deutschlands (Suchmaschine sortiert nach Städten). Wer eine Anzeige geschrieben hat, bleibt anonym, bis er entscheidet, seine Kontaktdaten freizugeben.

Beauty: Tolle Lockenfrisurenauf SHAPE Online >>

Kategorien: