Knieschmerzen: Die 10 häufigsten Irrtümer

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Über die richtige Behandlung bei Knieschmerzen kursiert viel Falsches im Umlauf.
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Richtig behandeln

Zu wenig Bewegung oder die falsche - Knieschmerzen tun nicht nur weh, sie schaden auch der Gesundheit. Wie behandelt man das Knie richtig? Wir klären auf.

1. Wenn das Knie wehtut, einfach eine Schmerzcreme auftragen

Ganz so einfach ist es nicht. Treten Knieschmerzen nach einer Belastung (z. B. Sport, Stoß) auf, können Sie zur Schmerzcreme greifen. Sie enthält abschwellende und entzündungshemmende Wirkstoffe. Bei länger anhaltenden Schmerzen oder wenn keine Ursache erkennbar ist, sollte ein Arzt zurate gezogen werden.

2. Kniebeugen sind gefährlich

Diese Sportmuffel-Ausrede funktioniert nicht. Auch tiefe Kniebeugen, vor denen gern gewarnt wird, schaden nicht. Im Gegenteil: Sie sind eine hervorragende Stärkung für die Beinmuskeln und helfen bei Cellulite. Es ist nur wichtig, sie korrekt auszuführen: Füße hüftbreit stellen, Hüfte nach hinten schieben und absenken, bis sie unter den Knien ist. Die Knie zeigen leicht nach außen.

3. Ein künstliches Gelenk ist kein Problem mehr

Tatsächlich hat sich hier viel getan. Aber: Ein künstliches Gelenk sollte nach wie vor die letzte Wahl sein, wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind. Und damit der Gelenkersatz lange hält und gut einheilt, sind sorgfältige Reha, Gewichtskontrolle und gelenkfreundlicher Sport wie Schwimmen und Wandern nötig.

4. Dehnen vorm Sport ist überflüssig

Beim Dehnen scheiden sich die Geister. Fakt ist aber: Dehnungsübungen erhöhen die Elastizität der Muskeln, verringern so die Gefahr von Überlastungsschäden und Knieschmerzen. Ganz wichtig ist allerdings, vorsichtig vorzugehen. Dehnen ersetzt nicht das allgemeine Aufwärmen, ergänzt es aber.

5. Eine Arthroskopie bringt keinen Nutzen

Die Kniespiegelung galt lange als Allheilmittel. Doch neue Studien zeigen: Sie routinemäßig bei Arthrose einzusetzen, ist nicht sinnvoll. Verursachen jedoch freie Gelenkteile Schmerzen oder Blockaden (z. B. Knorpelsplitter), kann deren arthroskopische Entfernung Beschwerden lindern.

6. Arthrose ist eine Alterserscheinung

Orthopäden beobachten, dass Arthrose-Patienten immer jünger werden. Grund: Neben altersbedingter Abnutzung führen auch Verletzungen zu Gelenkverschleiß. Und weil immer mehr junge Menschen actionreichen Sport treiben, passiert mehr. Andersherum ist Bewegungsmangel auch eine Gefahr. Die Lösung: moderater Sport.

7. Nach einer OP muss man sich schonen

Viele Patienten sind überrascht, wie fix nach einer Knie-OP mit Physiotherapie gestartet wird. Doch genau das ist ganz wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Aber Achtung: nicht auf eigene Faust trainieren, sondern nur geeignete, schmerzfreie Übungen durchführen! Treten die Knieschmerzen wieder auf - das Training reduzieren.

8. Ein gerissenes Kreuzband muss operiert werden

Je nach Alter und Sport-Ambition kann auf eine OP verzichtet werden. Joggen oder Rad fahren - das geht auch mit kaputtem Kreuzband. Aber: Das Knie ist dadurch instabil, Folgeschäden sind kaum zu vermeiden. Für Jüngere und sehr Aktive ist eine Kreuzbandplastik daher ratsam.

9. Beim Joggen sticht es - das ist normal

Es stimmt zwar, dass es bei vielen im Knie zwickt, wenn sie nach längerer Zeit wieder Sport treiben. Doch das sollte sich bei langsamer Trainingssteigerung geben. Ansonsten ist Stechen immer ein Grund dafür zu pausieren. Sticht es regelmäßig, sollte das Knie untersucht werden.

10. Sport belastet die Knie - das ist nun mal so

Nein, es kommt auf die Art der Bewegung an. Während abrupte Richtungswechsel oder stoßartige Belastungen wie beim Tennis oder Skifahren auf die Knie gehen, sind Radfahren oder Walking gut. Sie stärken die Oberschenkelmuskeln, die wiederum die Knie stützen.

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