Komm, schnell!

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Kolumne: Quickies
Foto: Thinkstock

Kolumne: Sex to go

Im Fahrstuhl, in der Riesenrad-Gondel oder spontan unter der Dusche – Quickies sind reines Adrenalin und die Pralinen der Erotik: nichts zum Ernähren, aber köstliche Häppchen für zwischendurch!

Quickies als Stimmungsaufheller

Beim Sex mit Stephan gab es die Zeit vor und nach dem Riesenrad. Vorher war der Akt immer sehr zärtlich mit viel Geschmuse, liebevollen Worten und allem, was Frauen so mögen. Dann kam der Abend auf der Kirmes.

Als Stephan auf das Riesenrad zusteuerte, hätte ich fast gemeutert, denn ich bin eher der Wildwasser-Typ. Aber dann waren wir allein in der Gondel ganz oben, und als das Rad anhielt, offenbarte mein kuscheliger Freund eine ganz andere Seite von sich. Wir nutzten die wenigen Minuten für wildes Gefummel und einen Höhepunkt hoch über dem Jahrmarkt.

Seitdem bin ich nicht nur ein Fan von Riesenrädern, sondern auch von Quickies. Eine schnelle Nummer ist ein super Stimmungsaufheller, sie macht uns wach, überflutet die Adern mit Adrenalin und zeigt uns den Partner in einem neuen Licht. Meinen netten, verlässlichen Stephan fand ich hinterher viel abgründiger und aufregender. Und genau darum geht es beim Quickie: sich mal ganz anders anzufassen, nicht vorsichtig und verspielt, sondern ruppig und zielgerichtet.

Französisches Vorspiel

Aufregend ist die schnelle Nummer, weil man sich dabei völlig auf den Sex konzentriert. Wenn man anderthalb Stunden lang tantrisch herummassiert, die Ohrläppchen anknabbert und sich die Kniekehlen leckt, schweift man eben auch ab, denkt an einen Film, den Abwasch in der Küche oder dass der Partner sich mal die Intimzone rasieren könnte. Beim Quickie aber hat das Gehirn keine Zeit, um herumzuspinnen, da geht es nur ums Vögeln.

Obwohl Planung ja eigentlich der Spontanität widerspricht, schadet es nicht, sich ein bisschen vorzubereiten, wie mit einem Kondom in der Handtasche und einem kleinen oder gar keinem Slip unterm Sommerkleid. Der ideale Einstieg ist, finde ich, das französische Vorspiel. Das macht Sie ratzfatz nass und ihn hart. Vor allem, wenn man sich dabei auch noch nette Saubeuteleien ins Ohr flüstert.

Spontaner Sex

Ob im Badesee, im Fahrstuhl, im Kino, auf der Toilette eines Clubs, im verlassenen Whirlpool in der Therme oder im Auto auf einem Parkplatz – spontaner Sex ist zwar nicht immer bequem, dafür aber immer scharf. Und dass man dabei erwischt werden könnte, gibt einen zusätzlichen Kick.

Trotzdem sollte man eigentlich aufpassen, dass genau das nicht passiert. Wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ können Freiluftvögler nämlich mit einer Geldbuße oder sogar mit Freiheitsentzug bis zu einem Jahr bestraft werden. Risikofrei ist der Instant-Sex nur zu Hause, doch auch da ist er bereichernd. Der genaue Ort ist mir egal, allerdings lehne ich den Küchentisch ab – wo ich Suppenhuhnfleisch vom Knochen schabe, komme ich nicht in Stimmung. Denn beim Quickie passiert alles im Kopf, Quickies sind wie eine Kirmes: schnell da, bunt, schrill, laut und schnell wieder weg.

Quickies - ein Thrill

Es muss einen dringenden Grund geben, damit es zack, zack gehen soll, zum Beispiel weil jederzeit die Gäste klingeln können, die unten nur noch einen Parkplatz suchen. Oder weil die Eltern im Wohnzimmer mit dem Kaffee warten, während man schnell mit dem Freund das alte Kinderzimmer ansehen wollte.

Dass in diesem Moment nichts mehr zählt als Sex, das ist der Thrill, der den Quickie erst zum Achterbahn-Looping macht. Hinterher fühlt man sich klebrig, man kichert und irgendwie schmeckt die Haut immer ein bisschen nach Zuckerwatte.

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