Kommt jetzt die Einheits-Zigarettenschachtel nach Deutschland?

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Zigarrettenschachteln sollen nicht mehr attraktiv aussehen
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Raucher aufgepasst: Folgendes könnte sich für euch ändern

Eine neue Richtlinie soll dafür sorgen, dass vor allem Jugendliche erst gar nicht mit dem Rauchen beginnen. Damit die Tabakprodukte für Jugendliche uninteressant werden, wird es auch Änderungen an der Zigarettenschachtel geben.

Bis zu Mai 2016 soll die neue Richtlinie für Deutschland stehen. Bisher wurde die neue Tabakprodukt-Richtlinie im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und soll nun ins nationale Recht umgesetzt werden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) arbeitet intensiv an der Richtlinie für Deutschland. Erstmals werden auch die Raucher der elektronischen Zigaretten von dem Gesetz nicht ausgenommen sein!

Ganz besonders fürchten sich die Zigarettenhersteller vor der Einheitspackung, dem "Plain Packaging", wie es schon in Irland und Großbritannien Gesetz ist. Also Zigarettenschachteln ohne Logo oder Farben, die die Marken auf den ersten Blick erkennbar machen.

Diese Regelungen enthält die Tabakprodukt-Richtlinie (Auszüge):

  • Die Warnhinweise auf den Tabakprodukten bestehen aus einer Kombination von Bild und Text und sollen 65 % der Vorder- und Rückseite der Packung bedecken.
  • Zusatzstoffe in Tabakprodukten werden EU-weit einheitlich geregelt.
  • Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen werden verboten, wenn sie ein charakteristisches Aroma haben oder der Filter, Papier und Kapseln Nikotin enthalten.
  • Oder wenn sie Aromastoffe in ihren Bestandteilen haben oder andere Merkmale vorweisen, die Geruch oder Geschmack verändern.
  • Es werden Tabakerzeugnisse verboten, die bestimmte Zusatzstoffe enthalten.
  • Die Aufmachung und der Inhalt der Packung werden vorgegeben. So muss eine Schachtel quaderförmig sein und mindestens 20 Zigaretten enthalten.

Tabak in der Werbung

Tabakwerbung ist seit einigen Jahren in gedruckten Veröffentlichungen in Deutschland bereits verboten, auch im Hörfunk, Fernsehen und Internet dürfen Zigaretten nicht beworben werden. Daran wird sich auch nach Inkrafttreten der neuen Richtlinie im nächsten Jahr nichts ändern. Und Zigarettenunternehmen dürfen auch weiterhin keine Veranstaltungen sponsern, um ihre Marke bekannt zu machen.

Änderungen für Raucher

Wenn die neue Richtlinie beschlossen ist und in Kraft tritt, wird sich für die überzeugten Raucher sicher nicht viel ändern. Raucher wissen bereits, dass Rauchen ungesund ist und sie krank machen kann, da werden Schockbilder, die mehr als die Hälfte der Packung bedecken, auch nicht viel daran ändern.

Dennoch finde ich, dass die neue Richtlinie sinnvoll ist, denn sie könnte tatsächlich dafür sorgen, dass weniger Jugendliche mit dem Rauchen anfangen. Wenn es keine kleinen Packungen mehr gibt, ist die Hemmschwelle für die Jugendlichen größer, ihr Taschengeld für eine große, teurere Packung auszugeben.

Der Einstieg in die Raucherkarriere wird unattraktiver, da die Packungen nicht besonders schön aussehen werden, wenn die Schockbilder auf die Packung gedruckt werden. Einem langjährigen Raucher mag das egal sein, aber vielleicht schreckt es ja den einen oder anderen jungen Menschen ab, mit dem Rauchen zu beginnen.

Die Bundesregierung hat sich inzwischen entschieden, dass es die Einheitsschachtel bei uns NICHT geben wird. Über die anderen Punkte wird weiterhin noch abgestimmt. Ihr könnt euch über die Internetseite des Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung über den aktuellen Stand informieren.

(ww3)

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