Kontaktlinsen: Studentin hat Parasiten im Auge

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Die Studentin hat den Parasiten im Auge ohne Schäden überstanden.
Foto: Facebook Jessica Greaney

Kontaktlinsen: Mangelnde Hygiene lockt Parasiten an

Gefahr Kontaktlinsen: Eine 18-jährige Studentin geht mit einem schmerzenden Auge zum Arzt. Der entdeckt einen Parasiten, der sich durch ihre Hornhaut fraß!

Erst brannte es, dann wurde ihr Auge rot. Als ihr Professor ihr Blinzeln als einen Flirtversuchfehldeutet, beschließt die 18-jährige Jessica Greaney einen Arzt aufzusuchen. Sie geht davon aus, eine einfache Augeninfektion zu haben. Im Krankenhaus wird die Studentin aus England beruhigt. Es handle sich lediglich um ein kleines Geschwür im Auge, das leicht entfernt werden könne.

Eine Woche später erinnert Jessicas Auge an einen roten Golfball. Den Ärzten ist ein Fehler unterlaufen, denn im Auge der Studentin befindet sich weder ein Geschwür, noch ein später vermuteter Herpes, sondern ein Parasit, der sich durch die Hornhaut frisst.

Es klingt wie eine Geschichte aus dem Horrorfilm, doch ein durch ihr Auge fressendes Lebewesen ist für Jessica eine Woche lang Realität. Das Mädchen schwebt tatsächlich in Lebensgefahr, im Krankenhaus wird sofort eine intensive Behandlung eingeleitet. Von diesem Moment an muss die Studentin alle zehn Minuten Augentropfen nehmen, um den Parasiten abzutöten. An Schlaf ist daher nicht zu denken. Jessica bleibt fast eine Woche lang wach, bis die Therapie endlich Wirkung erzielt.

Bei dem Parasiten handelte es sich um Akanthamöben. Die wurden über die Kontaktlinsen der Studentin in ihr Auge transportiert. Doch wie gelangten die Akanthamöben auf die Linsen? Schuld war ein einziger Tropfen Leitungswasser.

Jessica bewahrte ihre Kontaktlinsen stets in einer Lösung auf dem Waschbecken auf. Leitungswasser enthält häufig eine Vielzahl von Keimen, einige Spritzer genügten, um diese auf die Kontaktlinsen zu übertragen. So nistete sich die Akanthamöbe schließlich zwischen Kontaktlinse und Auge ein.

Eine Infektion mit Parasiten kann schlimmstenfalls tödlich ausgehen, wenn diese bis ins Rückenmark vordringen. Jessica Greany hatte Glück, sie trägt keine bleibenden Schäden davon. Ihre Kontaktlinsen wird sie in Zukunft jedoch weit weg von jeglichen Keimquellen aufbewahren.

Doch wie wahrscheinlich ist es, sich tatsächlich über Kontaktlinsen mit Parasiten zu infizieren?

Generell kommt eine sogenannte Acanthamoeba-Keratitis nur selten vor, auf eine MillioenenKontaktlinsenträger kommen etwa 30 Erkrankte. Gefährdet sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder einer Hornhautverletzung, über die die Keime schneller ins Innere des Auges gelangen können. Tatsächlich sind jedoch insbesondere Kontaktlinsenträger betroffen, denn eine mangelnde Hygiene kann schneller als gedacht eine Parasiteninfektion im Auge hervorrufen.

Die richtige Hygiene: Wie vermeidet man Infektionen?

  • Grundsätzlich ist darauf zu achten, den Kontakt von Linsen mit Leitungswasser zu vermeiden. Auch im Urlaub ist aufzupassen, denn Keime befinden sich ebenfalls im Meerwasser.
  • Kontaktlinsen, Behälter und Lösungsflasche bieten einen Nährboden für Amöben, die beim Einsetzen ins Auge geraten. Daher sollten nicht nur Linsen, sondern auch das Zubehör stets penibel gereinigt werden.
  • Der Behälter sollte kein restliches Leitungswasser enthalten und spätestens nach drei Monaten ausgewechselt werden.
  • Wichtig ist zudem, Monatslinsen nicht länger als vorgesehen zu tragen.
  • Die richtige Reihenfolge: Erst Hände waschen, dann Kontaktlinsen einsetzen, dann schminken. Achtung bei der Auswahl der Kosmetikprodukte, sie sollten für Linsenträger geeignet sein, mit Cremes sollten die Linsen keinesfalls in Berührung kommen.

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