Kopfschmerzen? Vielleicht fehlt Ihnen Wasser

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Manche Auslöser für Kopfschmerzen liegen oft nicht direkt auf der Hand und werden häufig unterschätzt
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Wohlfühl-Welt

Oft gibt es Auslöser, an die man gar nicht denkt. Das Rezept von Deutschlands führendem Kopfschmerz-Experten Professor Hartmut Göbel: finden und vermeiden.

Experten nennen Kopfschmerzen die Volkskrankheit Nummer eins. 70 Prozent der Deutschen haben sie immer mal wieder. Es gibt 250 Arten. Die allerhäufigsten sind drückende, beidseitige Spannungskopfschmerzen mit 27 Millionen Betroffenen und die meist einseitige, pulsierende Migräne mit acht Millionen Betroffenen.

"Oft gibt es Auslöser, auf die man nicht gleich kommt", sagt Professor Hartmut Göbel. "Und die kann man durchaus vermeiden." Deutschlands führender Kopfschmerz-Experte erklärt die häufigsten unterschätzten "Trigger".

Zu wenig Wasser mag das Gehirn nicht. "Schon ein geringer Mangel kann Kopfschmerzen auslösen." Das Blut dickt etwas ein, weniger Sauerstoff gelangt ins Gehirn. Professor Göbel: "Man sollte täglich zwei bis drei Liter trinken. Mineralwasser und Fruchtschorlen sind gut." Akut-Hilfe: ein großes Glas Wasser trinken.

Nicht zu kalt trinken. Durch den Kältereiz ziehen sich Blutgefäße im Gehirn zusammen. Auch beim Eis-Essen kann das passieren. Eis sollte man langsam essen und möglichst nicht gegen den Gaumen drücken."

Wenn Magnesium fehlt, stört das den sensiblen Stoffwechsel im Gehirn. "Das ist oft auch eine Ursache für Migräne. Essen Sie magnesiumreich, etwa täglich Vollkornbrot, Bio-Müsli, öfter mal Nüsse und Spinat." Akut-Hilfe: eine Magnesium-Tablette (Apotheke) nehmen.

Die Kaffee-Falle unterschätzen auch viele Menschen. Koffein erhöht den Blutfluss. "Wenn man die gewohnte Kaffee-Dosis dann nicht nimmt, z. B. am Wochenende, kann das Gehirn auf diesen Entzug mit Schmerz reagieren." Akut hilft einer der Tipps rechts. Langzeit-Hilfe: Verringern Sie Ihren Kaffee-Konsum allmählich.

Hitze erhöht auch den Blutfluss im Gehirn. Forscher fanden heraus: Alle fünf Grad mehr Lufttemperatur steigt das Kopfschmerz-Risiko um 7,5 Prozent. "Die Adern weiten sich deutlich. Auch das kann Schmerznerven reizen. Halten Sie sich bei Hitze im Schatten auf, legen Sie sich ein feuchtes, nicht zu kaltes Tuch in den Nacken."

Haarspangen drücken manchmal unglücklich auf Schmerznerven im Bindegewebe am Kopf. "Auch ein enger Hut, ein Stirnband oder straff zurückgebundene Haare können Schmerzen verursachen. Tragen Sie keine enge Kopfbedeckung, frisieren Sie Ihr Haar locker."

Schwankt der Blutzucker deutlich, kann auch das eine Ursache sein, z. B. bei einer Diät oder wenn man eine Mahlzeit ausgelassen hat. Das beugt "Zucker-Kopfweh" vor. Dr. Göbel: "Regelmäßig essen, auf ein kräftiges, kohlenhydratreiches Frühstück mit Vollkorn achten, immer zur gleichen Zeit zu Mittag essen."

Auch Duftstoffe sollte man nicht unterschätzen. Vor allem bei Migräne-Patienten können sie Attacken auslösen. "Meiden Sie Raumerfrischer, Duftlampen, Parfüms oder stark duftende Reiniger. Lüften Sie öfter."

Schiefe Zähne verspannen die Kaumuskeln. "Das kann in den Hals und Nacken ausstrahlen und die körpereigene Schmerzabwehr erschöpfen", sagt Professor Göbel. "Es lohnt sich, beim Zahnarzt mal den Biss kontrollieren zu lassen. Oft kann er eine Fehlstellung schon durch minimales Abschleifen der entsprechenden Stelle korrigieren."

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INFO

Der Diplom-Psychologe Professor Dr. Hartmut Göbel (51, verheiratet, zwei Kinder) ist Facharzt für Neurologie, Spezielle Schmerz-Therapie und Psychotherapie. Er leitet die Schmerzklinik Kiel, die seit 1997 in der Schmerz-Behandlung, unter anderem bei Migräne und anderen Kopfschmerzen, neue Wege geht.

Hartmut Göbel, Mitglied in vielen medizinischen Fachgesellschaften, erforscht diese Krankheiten. Seine Arbeit wurde mit vielen internationalen und nationalen Preisen ausgezeichnet, z. B. mit dem Deutschen Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie. Er gilt als der führende Kopfschmerz-Experte in Deutschland.

Bekannt wurde er auch durch Patienten-Ratgeber wie " Erfolgreich gegen Kopfschmerz und Migräne ".

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