HautmilbenKrätze: Diese Hautkrankheit ist wieder auf dem Vormarsch

Krätze: Hautmilben siedeln unter der Haut
Krätze: Hautmilben siedeln unter der Haut
Foto: Istock

Krätze ist wieder auf dem Vormarsch. In Deutschland gibt es immer mehr Krätzefälle. Im Raum Aachen gibt es einen besonders hohen Anstieg von Krätze.

Krätze schien lange Zeit nur ein Problem von Menschen ohne festen Wohnsitz oder anderen Randgruppen der Gesellschaft zu sein. Doch jetzt ist die Hautkrankheit, die auch Skabies genannt wird, wieder mitten unter uns. Der Berufsverband der deutschen Dermatologen warnt vor der Ansteckung.

Wie steckt man sich mit Krätze an?

Ausgelöst wird Krätze durch eine Hautmilbe. Diese gehören zu den Spinnentieren. Sie sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Oft wird Krätze mit Verwahrlosung und mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Das stimmt so aber nicht. Denn ähnlich wie bei Läusen breiten sich Krätzmilben da aus, wo viele Menschen eng zusammen sind. Kitas sind zum Beispiel eine ideale Brutstätte für die Milben. Hier übertragen sich die Milben über Hautkontakt. Aber auch über Kleidung kann sich Krätze verbreiten.

Ein Grund zum Aufatmen: Bei guten Hygienebedingungen und einem intakten Immunsystem breiten sich die Milben unter Haut nur gering aus. Bei immunschwachen Menschen haben es die Milben recht leicht sich explosionsartig auszubreiten.

Symptome: Wie bemerke ich, dass ich Krätze habe

Die weibliche Krätzmilbe legt Bohrkanäle in die Hornhaut. Diese sind als kleine Tunnel unter der Haut sichtbar. Oft treten diese an Händen und Füßen auf. Die Milbe sucht sich ihren Weg durch die weichere Haut. Zum Beispiel zwischen den Fingern. In diesen Gängen unter der Haut deponieren die weiblichen Krätzmilben ihre Eier und ihren Kot. Ein weißlicher Tunnel wird sichtbar.

Männliche Krätzmilben befinden sich hauptsächlich auf der Hautoberfläche. Unter der Hautoberfläche können weibliche Krätzmilben bis zu 60 Tage alt werden. Ohne passenden Wirt überleben die Milben an der Hautoberfläche nur 48 Stunden.

So sieht ein Gang einer weiblichen Krätzmilbe aus
So sieht ein Gang einer weiblichen Krätzmilbe aus 
Foto: frei/Wikipedia

Wenn sich die Milbe einen Weg in den Körper gesucht hat, bleibt die Infektion meist bis zu zwei Wochen unentdeckt. Dann reagiert der Körper mit einer Hautreaktion. Es beginnt zu jucken. Das ist das Hauptsymptom für Krätze. Eine juckende Hautreaktion macht auf die Krätze aufmerksam. Oft entstehen diese an Händen, Füßen, Genitalien, Ellbogen, Achseln, Bauchnabel, Gürtelgegend oder den Knien.

Es kann aber auch an nicht befallenen Stellen zu einer Hautreaktion kommen. Ein Jucken im Gesicht kann ebenso auf eine Infektion mit Krätzmilben hindeuten. Bei leichtem Milbenbefall tritt der Juckreiz verstärkt nachts auf. Das liegt an der Wärme im Bett, die die Juckreizschwelle senkt.

Solltest du einen starken unklaren Juckreiz haben und dich häufiger in engem Körperkontakt mit Risikogruppen befinden, lass diesen Juckreiz beim Arzt abklären. Die Kanäle der Krätzmilbe sind für den Laien nicht immer zu erkennen. Ein Dermatologe kann da helfen.

Wie wird Krätze behandelt?

Wenn Krätze festgestellt wird, wird die befallene Stelle mit einer Salbe behandelt. Diese geht gezielt gegen Insekten vor. Es ist ein Insektizid, das aber für den Menschen weniger giftig ist. In den letzten Jahren wird zusätzlich auch noch eine orale Therapie verordnet. Die Behandlung ist einmalig, aber sollte nach ein bis zwei Wochen noch einmal wiederholt werden.

Wichtig ist, dass während der Behandlung alle Gegenstände, die die Betroffenen berühren regelmäßig desinfiziert werden. Bettwäsche, Handtücher, Schlafanzüge sollten heiß und regelmäßig gewaschen werden. Außerdem sollte alle Menschen im nähren Umfeld untersucht werden, ob sie ebenfalls infiziert sind.

Ist Krätze meldepflichtig?

Krätzefälle in Schulen, Kitas, Heimen oder Ferienlagern sollten den Befund öffentlich machen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Sollten Personen von Krätze betroffen sein, dürfen sie auf keinen Fall in die Einrichtung gebracht werden oder dort arbeiten und die Erkrankung sofort mitteilen.

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