Folgenschwerer FehlerKrankenschwester vertauscht Babys - Verwechslung wird erst nach zehn Jahren aufgedeckt

Krankenschwester vertauscht Babys
Sophie Serrano konnte es kaum fassen, als sie erfuhr, dass ihre Tochter Manon nicht ihr leibliches Kind ist.
Foto: TLC

Weil sie betrunken war vertauschte eine Krankenschwester zwei Babys und übergab sie nicht an die biologischen Eltern. Zehn Jahre lang blieb die Verwechslung unentdeckt.

Sophie Serrano war selbst gerade einmal 18 Jahre alt, als sie ihre Tochter in einer Klinik im französischen Cannes zur Welt brachte. Da das kleine Mädchen wenige Tage nach seiner Geburt an Gelbsucht erkrankte, musste es einige der ersten Tage seines Lebens mit UV-Strahlung behandelt werden. Direkt neben ihr im Krankenbettchen lag ein ebenfalls gerade geborenes Mädchen, das auch an Gelbsucht litt. 

Was zu diesem Zeitpunkt niemand wusste: Die Krankenschwester, die sich um die beiden kleinen Mädchen kümmerte, war depressiv und Alkoholikerin. Als es Zeit wurde, die Neugeborenen ihren Eltern zurück zu bringen, war sie betrunken. Das führte dazu, dass sie die Kinder vertauschte!

Sophie Serrano konnte nicht ahnen, dass sie letztendlich nicht ihre biologische Tochter mit nach Hause nahm. Obwohl sie zuerst ein komisches Gefühl hatte, weil der Hautton ihrer Tochter ihr ein wenig dunkler vorkam, schob sie dieses Phänomen letztendlich auf die Gelbsucht-Behandlung. Als sie ihre Zweifel in der Klinik äußerte, erklärte man ihr außerdem, dass alles in Ordnung sei.

Beinahe zehn Jahre vergingen, bevor überhaupt irgendjemand auf die Idee kommen sollte, die Mutterschaft von Sophie infrage zu stellen. In der Zwischenzeit entwickelte sich zwischen Sophie und ihrer Tochter Manon eine wundervolle Beziehung.

Nur zwischen Davy, Manons mutmaßlichem biologischem Vater, und seiner Tochter wollte es nicht so richtig funktionieren. Er erlag immer mehr dem Verdacht, dass seine Frau ihn betrogen habe und Manon aufgrund ihres Aussehens nicht seine leibliche Tochter sein könne.

Schließlich stellte sich allerdings heraus, dass Davy seiner Partnerin untreu gewesen war. Sophie verließ ihn daraufhin zusammen mit ihrer Tochter.

Um keinen Unterhalt für ein Kind zahlen zu müssen, von dem er nach wie vor annahm, dass es nicht sein eigenes sein konnte, verlangte Davy im Anschluss an die Trennung einen DNA-Test. Das Ergebnis war für alle Beteiligten ein riesiger Schock, insbesondere für Sophie. Denn wie sie erfahren musste, war ihre süße Tocher gar nicht ihr leibliches Kind.

Monatelang sorgte sich Sophie nicht nur um Manon, sondern auch um ihr leibliches Kind. Sie hatte keinerlei Anhaltspunkte über den Verbleib ihrer Tochter, wusste nicht einmal, ob sie noch am Leben war.

Schließlich konnten die zuständigen Behörden etwas erreichen und Sophies biologische Tochter und deren Eltern ausfindig machten.

Die Familien trafen schließlich aufeinander, entschlossen sich jedoch dazu, sich nicht noch einmal zu sehen. Für alle war die Begegnung einfach zu schmerzhaft. Keines der beiden Mädchen bat darum, bei seinen leiblichen Eltern zu leben. Sowohl Manon wie auch Mathilde, Sophies leibliche Tochter, wollten weiterhin bei ihren "Zieheltern" leben.

2015 gelangte der Fall der vertauschten Babys in die Schlagzeilen, da den Familien eine beachtliche Entschädigungssumme zugesprochen wurde. Beide Mädchen, die inzwischen zu jungen Frau herangewachsen waren, erhielten jeweils 400.000 Euro. 1,2 Millionen Euro wurden unter den Familien aufgeteilt. Doch alles Geld der Welt konnte nichts daran ändern, dass das traumatische Erlebnis stattgefunden hatte. Sophie beispielsweise litt unter Panikattacken und Angstzuständen.

Die Geburt ihres jüngsten Kindes Jessy, das nur einige Monate nach dem Verfahren zur Welt kam, war von besonderer Bedeutung für Sophie. Nun hatte sie das Gefühl, wieder zeigen zu können, dass sie eine Mutter ist, die sich um ihre (insgesamt vier) Kinder kümmern und sie schützen kann. Zusammen mit ihrem neuen Partner Stephane und ihrer Familie ist sie glücklich.