Krebs überlebt: "Unsere Narben machen uns stark!"

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Diese Frauen zeigen für das Projekt Scar Stories ihre Brustkrebs-Narben.
Foto: www.scarstories.org / Suzanne McCorkell

6 Scar Stories: Bilder von Narben geben neues Selbstbewusstsein

Bilder meiner Narbe: Das Projekt einer Frau aus Australien verhilft jungen Erwachsenen nach der Krebs-Behandlung mit schönen Fotos zu neuem Selbstbewusstsein.

„Manche dieser Bilder werden dich vielleicht schockieren. Manche werden dich vielleicht zum Weinen bringen. Aber wir hoffen, dass dich vor allem der Mut und die Hartnäckigkeit dieser jungen Leute inspirieren werden. Wir alle haben um unser Leben gekämpft und durch das Teilen der Bilder von unseren Narben eine neue Perspektive auf unser Leben gewonnen: eine schöne Perspektive, die uns Mut macht.“

Scar Stories ist das beeindruckende Projekt einer jungen Frau aus Australien, die 2011 ein Foto der großen Narbe postete, die durch ihre Krebs -Behandlung entstanden war. Heute, viere Jahre später, ist aus dem ersten Bild von Jasmine Gailer eine wundervolle Bewegung entstanden, die vielen Menschen Mut macht, die durch Krankheit oder einen Unfall schlimme Narben davongetragen haben.

Die meisten von ihnen haben sich lange sehr für ihre Narben geschämt und versucht, sie zu verstecken. Durch den Zusammenschluss mit anderen Betroffenen und das gemeinsame Sprechen über die Geschichten ihrer Lebenskämpfe finden die Teilnehmer von Scar Stories zurück zu einem liebevollen Umgang mit sich und ihren Körpern.

Diese 6 Geschichten sollen Mut machen

Hier stellen wir sechs der Scar Stories vor – und hoffen, dass sie all die Menschen da draußen inspirieren und ihnen Mut machen, die selbst Narben verstecken, weil sie meinen, sich damit nicht mehr zeigen zu können.

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Hannah: Knochen-Tumor

Foto: Lisa Auger

"Meine Narbe war lange sehr unschön, lila und furchtbar auffällig. Ich habe sie versteckt und mich dafür geschämt. Ich wollte mich nicht mal selbst ansehen. Als ich gerade anfing, sie zu akzeptieren, brach meine Prothese. Sie musste ersetzt werden, all die negativen Emotionen kamen wieder hoch. Ich habe verzweifelt versucht, alles zu verstecken, was falsch war, mit meinem Leben, mit meinem Körper, mit mir selbst. Und ich gab der Narbe die Schuld an allem.

Dann kam ich zum Glück mit einer Jugend-Organisation in Kontakt, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen dabei hilft, die Folgen von Krebs zu verarbeiten. Dort hat man mir geholfen, meine Narbe lieben zu lernen. Meine Narben sind ein Beweis für meine Vergangenheit, meine Schmerzen und meinen Kampf. Aber ich werde sie nicht meine Zukunft bestimmen lassen."

Sara: Knochenkrebs

Foto: Fiona Vail

"Meine Narbe ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Die Diagnose Knochenkrebs bekam ich mit 8. In dem Alter versteht man noch nicht wirklich, was das bedeutet. Heute machen ich und meine Freunde uns einen Spaß daraus, meine Narbe meinen „Hai-Biss“ zu nennen."

Jasmine: Knochenkrebs

Foto: Charmaine Lyons

"Ab dem Moment der Diagnose Krebs gibt es jedem Leben eines Betroffenen oder eines Überlebenden viele tiefgreifende Veränderungen. Für mich hätte es keine positivere geben können als die Nacht des 12. Januars 2012, in der die Internetseite der Scar Stories online ging.

Meine Krebs-Geschichte begann 2010, während meines Auslands-Jahres, als mein Bein zu schmerzen begann und immer schwächer wurde, bis ich nicht mehr laufen konnte. Mit 22 war ich dann eine Krebs-Überlebende mit einer 30 Zentimeter langen Narbe. Ich musste das Laufen neu lernen. Ich fühlte mich wie zerbrochen.

Ein Psychologe sagte mir, ich müsse mir mit der Narbe Zeit lassen. Ich wollte sie nicht einfach nur akzeptieren. Ich wollte Besitz von ihr ergreifen. Also zeichnete ich eine Zeitleiste meiner Krebs-Behandlung auf ihr und postete ein Bild davon online.

Das war befreiend. Und es war die Geburt der Scar Stories. Über vier Jahre habe ich mich von zerbrochen und besiegt zu einem Gefühl von stark, interessant und schöngekämpft. Jetzt möchte ich anderen dabei helfen, sich genauso zu fühlen. Trotz Narbe."

Lyn, Paula, Tammy, Nyree: Brustkrebs

Foto: Suzanne McCorkell

Lyn: "Meine Diagnose bekam ich im März 2011. Krebs in beiden Brüsten. Ich entschied mich dafür, meine Brüste entfernen zu lassen. Ich wollte lieber leben als meine Brüste zu haben. Jetzt ist es mein Ziel, einen gesunden Lebensstil zu genießen und so viel Aufmerksamkeit wie möglich für das Thema Brustkrebs und Spenden für die Forschung zu bekommen."

Jamie: Knochenkrebs

Foto: Georgia Brizuela

"Ich war 19 als der Krebs in meinem rechten Oberschenkel entdeckt wurde. Es war ein massiver Schock. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas bekommen könnte. In den letzten sechs Jahren ist der Krebs vier Mal zurückgekommen, vier Mal musste das Bein wieder operiert werden, dazu unzählige Chemo-Runden und Stammzellen-Transplantation. Es gab viele harte Zeiten, aber ich habe nie die Hoffnung aufgegeben.

Mein Leben jetzt könnte nicht besser sein. Ich bin mit einem wundervollen Mann verlobt, nächstes Jahr werden wir heiraten und ich hoffe auf eine wunderschöne Zukunft mit vielen Kindern. Nach allen den Jahren voller Kampf trage ich meine Narbe jetzt mit Stolz. Sie ist ein Symbol für alles, was ich durchgestanden und vollbracht habe. Und ich hoffe, dass die Scar Stories, die Geschichten unserer Narben, den Leuten da draußen die Augen öffnen: Jede Wunde hinterlässt eine Narbe, und jede Narbe erzählt eine Geschichte. Wir sind alle gleich."

Hayley: Lymphkrebs

Foto: Lisa Auger

"Mein Narbe erinnert mich daran, dass ich es geschafft habe, dem Krebs in den Hintern zu treten! Es ist so ein Lieben-und-Hassen-Ding. Du wünscht dir, sie wäre nicht da, damit du sie nicht ständig erklären musst. Gleichzeitig bist du extrem dankbar, dass du den Kampf deines Lebens überstanden und nur so eine kleine Narbe davon getragen hast.

Krebs war das Beste, was mir jemals passiert ist, denn er hat mir klar gemacht, dass das Leben zu kurz ist, um es zu verschwenden. Also lebt, liebt und genießt jeden Tag, als wäre es euer letzter!"

Wer das Projekt Scar Stories unterstützen möchte, kann sich selbst als Teilnehmer bewerben, direkt spenden oder auch im Shop von Scar Stories einkaufen . Dort gibt es zum Beispiel ein Buch mit allen Scar Stories-Motiven oder auch Plakate. Außerdem werden Künstler, Bands und Kreative gesucht, die mit ihrem Können das Fundraising unterstützen möchten. Allerdings gibt es das Projekt bisher nur in Australien.

Mit dem Geld werden junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren unterstützt, die an Krebs erkrankt sind. Das Ziel: Ihnen dabei helfen, mit der Krankheit und den psychischen Folgen umzugehen.

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