Kreditbearbeitungsgebühren: Banken müssen Geld zurückzahlen

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Jahrelang haben Banken Kreditbearbeitungsgebühren erhoben. Docch damit handelten sie gegen das Gesetz.
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Noch bis Ende des Jahres können alle Gebühren der letzten zehn Jahre zurückgefordert werden

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Die Kreditbearbeitungsgebühr ist rechtswidrig. Noch bis zum Jahresende können daher alle Gebühren der letzten zehn Jahre zurückgefordert werden.

Jahrelang haben die deutschen Banken von ihren Kunden Kreditbearbeitungsgebühren eingefordert. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs in diesem Jahr erklärte die Gebühren allerdings für rechtswidrig. Allein zwischen 2005 und 2013 haben Banken und Kreditinstitute so insgesamt geschätzte 13 Milliarden Euro an unrechtmäßigen Gebühren eingefordert.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Bearbeitung eines Kredits keine separate Leistung ist und damit dem Kunden auch nicht zusätzlich in Rechnung gestellt werden darf. Schließlich sei es im Interesse der Bank, wenn die Zahlungsfähigkeit des Kunden überprüft wird und der Abschluss des Kreditvertrages vorbereitet wird. Der Bank stehen allerdings Zinsen für die Abwicklung und den Abschluss des Vertrages zu.

Jetzt sind die Banken dazu verpflichtet, diese Gelder an ihre Kunden zurückzuzahlen. Von sich aus tun sie dies allerdings nicht. Die Kunden müssen ihr Geld mittels eines Antrags zurückfordern. In harten Fällen müsste sich aber darauf eingestellt werden, dass eventuell ein Anwalt eingeschaltet werden muss. Die meisten Banken gehen jedoch den Forderungen ihrer Kunden ohne Widerspruch nach.

Stiftung Warentest rät allen Bankkunden jetzt allerdings zur Eile. Denn nur bis Ende dieses Jahres können noch alle Kreditbearbeitungsgebühren, die in den letzten zehn Jahren erhoben wurden, zurückgefordert werden. Mit dem Ende des Jahres 2014 verjähren alle Gebühren, die bis Ende 2011 gezahlt wurden. Das könnte viele Kunden bares Geld kosten, das ihnen rechtmäßig zusteht. Bis Ende 2015 kann wiederum die Erstattung der 2012 gezahlten Gebühren beantragt werden.

Sollte die Sparkasse nicht rechtzeitig auf den Antrag reagieren, sollte versucht werden, die Verjährung zu stoppen. In diesem Fall muss ein Anwalt eingeschaltet oder aber der für die jeweilige Bank zuständige Ombudsmann (unparteiische Schiedsperson) kontaktiert werden.

Genauere Informationen sowie auch eine Reihe von Musterbriefen, die an die Banken versendet werden können, finden sich auf der entsprechenden Seite der Stiftung Warentest .

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