Krise? So werden Sie ein Stehaufmännchen

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Mit unseren Tipps meistern Sie jede Krise.
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"Mich haut nichts um"

Egal wie viele Missgeschicke oder Krisen auf ihn zukommen, Donald Duck steht immer wieder auf. Er hat das, was sich alle wünschen: Resilienz. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort resilire, übersetzt zurückspringen, abprallen, ab. Was konkret dahintersteckt, weiß Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt (44) aus München.

Was ist Resilienz eigentlich genau?

Christina Berndt: Mit Resilienz bezeichnet man die innere Widerstandskraft, die uns hilft, schwierige Lebenssituationen zu meistern. Sie schenkt uns Selbstsicherheit und die Kraft, auch in Krisen weiter nach vorn zu blicken. Manchen Menschen ist sie von Natur aus mitgegeben, andere müssen härter an sich arbeiten, um widerstandsfähig zu sein.

Heißt das, ob jemand emotional robust ist oder nicht, ist reine Glückssache?

Es gibt genetische Voraussetzungen. Aber auch die Erziehung spielt eine große Rolle. Fundamente der psychischen Widerstandskraft werden in der frühen Kindheit gelegt. Ich selbst habe zwei Kinder im Alter von drei und sechs Jahren und frage mich oft: Wie mache ich sie stark?

Und wie gelingt Ihnen das?

Ich halte ihnen nicht jeden Stress vom Leib. Sie sollen z. B. einen Konflikt im Sandkasten selbst austragen.

Warum ist Resilienz wichtig?

Weil sie ein neuer, positiver Ansatz ist. Lange haben sich Psychologen nur damit beschäftigt, warum Menschen im Leben nicht zurechtkommen. Resilienz erkundet, wie ein Leben grundlegend gut gelingen kann.

Es gibt Phasen, in denen eine Krise auf die nächste folgt. Wie hilft uns die Widerstandskraft da?

Probleme, mitunter schwerwiegende, kommen unweigerlich auf jeden Menschen zu. Ein Beispiel: Eine Mutter hat vor 16 Jahren ihren Sohn durch eine tragische Fehlbehandlung im Krankenhaus verloren. Heute kann sie wieder lachen. Denn am schlimmsten Tiefpunkt, als sie nur noch weinte, hat sie mit ihrer Familie beschlossen: Wir wollen wieder glücklich sein .

Und das hat funktioniert?

Der familiäre Zusammenhalt war hier die entscheidende Rettung. Gemeinsam nahmen sie nur noch die schönen Dinge im Leben wahr. Sie eröffneten einen Surfshop auf Fuerteventura, malten, entwarfen sogar eine eigene Modekollektion.

Was können sich Menschen, die nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll, von dieser Familie abgucken?

Dass das Ende einer Krise auch etwas mit Willen zu tun hat, sich zu fragen "Was tut mir gut?" Hass und Trauer bringen auf Dauer niemanden weiter. Es ist wichtig, sich mit dem Schicksal zu versöhnen.

Welche konkreten Eigenschaften vereinen Stehaufmännchen?

Der Schlüssel zur Stärke ist Bindung. Einen Schutz gegen das Abrutschen liefern Menschen, die in schwierigen Situationen für einen da sind. Auch hilft es, wenn man sich nicht an seine Gewohnheiten klammert, sondern offen für Veränderungen ist. Und schließlich helfen Optimismus und ein Quäntchen Humor, um nach einer Krise wieder Licht am Horizont zu sehen.

Das hört sich gut an, aber in der Praxis ist es oft schwierig, diese Einstellung zu halten.

Ja, das ist ein Prozess. Beginnen Sie mit kleinen Schritten. Was bewundern Sie an anderen? Vielleicht die Kochkünste oder die Fähigkeit, Menschen anzusprechen? Trauen Sie es sich auch zu! Wegducken und sagen "Das kann ich nicht" geht in die falsche Richtung. Wer sich Herausforderungen stellt, baut wieder Stärken auf.

Zum Weiterlesen

Für den Ratgeber "Resilienz - Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft" hat Christina Berndt mit Psychologen zusammen gearbeitet. Sie zeigt darin Ursachen auf und beschreibt Wege hin zu einem stärkeren Charakter. Deutscher Taschenbuch Verlag, 14,90 Euro

Mehr Informationen gibt´s unter "Diät & Gesund" und auf FACEBOOK .

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